Gasthof-Betreiber Konstantin Bittner

Der Sommer bringt Lichtblicke

Konstantin Bittner und seine Ehefrau Olga blicken auf ein schwieriges Jahr zurück.
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Konstantin Bittner und seine Ehefrau Olga blicken auf ein schwieriges Jahr zurück. Nun hoffen sie, dass der Sommer und die sinkenden Infektionszahlen Normalität bringen und sie an die ersten Monate ihrer Eröffnung anknüpfen können.

Im Juni 2020, hatte er sich seinen Traum erfüllt und mit Ehefrau Olga an der Bergstraße einen Gasthof eröffnet, in den er zuvor nicht nur jede Menge Arbeit investiert hatte.

Meinerzhagen – In diesem Juni war Konstantin Bittner voller Motivation. Heute, zwölf Monate später, ist der 42-Jährige immer noch motiviert – besser gesagt, er ist es wieder. Dazwischen: „Ein Horrorjahr“, blickt Bittner zurück. Doch er sei ein Kämpfer, sagt er.

Schwieriges Geschäft

Gastronomie – auch ohne Corona ist es ein schwieriges Geschäft. Konstantin Bittner war es bewusst. Auch, dass es mit Corona noch schwieriger werden würde. „Dass die Pandemie allerdings solche Auswirkungen haben würde, so lange und so immens, das habe ich nicht erwartet“, gesteht er.

Drei Monate sei sein Gasthof gut gelaufen. An der Bergstraße, im ehemaligen Gasthof Büssemeier, seien Gäste eingekehrt, darunter viele Wanderer, auch aus Lüdenscheid, die Eis Manufaktur lief, es gab Feiern. Doch dann stiegen die Infektionszahlen, und es stieg auch die Angst. „Selbst, als es noch möglich war, wurden Feiern abgesagt, entweder, weil Gäste abgesagt hatten oder die Gastgeber selbst Sorge hatten, dass sich jemand infizieren könnte.“

Die Kosten bleiben

Nach einem Regenmonat Oktober, in dem sich niemand mehr mit einem Eis nach draußen setzen wollte, kam mit dem November der endgültige Lockdown. „Damit wurde dann auch unsere Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft begraben.“ Was blieben, waren die Kosten. Um alles tragen zu können, habe er im Winter einen Job annehmen müssen, erzählt der Meinerzhagener. „Sonst hätte alles überhaupt nicht funktioniert. Wir hätten das nicht stemmen können.“ Die Hilfen kamen zwar, „jedoch spät.“

Erst jetzt, im Sommer, könne die Branche langsam aufatmen. „Viele Betriebe haben nun ein anderes Problem“, weiß der Gastwirt, „sie haben kein Personal.“ Auch Konstantin Bittner musste sich auf die Suche nach Mitarbeitern begeben. Dass viele Menschen immer noch vorsichtig sind, weiß der 42-Jährige auch, „doch die 3-G-Regel trägt dazu bei, dass endlich wieder etwas Normalität herrscht“, ist er zugleich überzeugt. Vor einer Woche sei die erste Hochzeit in seinen Räumlichkeiten gefeiert worden. „Innerhalb einer Woche haben wir alles organisiert vom DJ bis zum Catering und es hat wunderbar geklappt.“ Ein Lichtblick sei es gewesen, „es hat für uns Lebensfreude bedeutet.“

Eiswagen als weiteres Standbein

Er hoffe, dass es nun weiter gehe: „Ich wünsche mir nur, dass man uns arbeiten lässt, wenn auch unter Auflagen.“

Ein weiteres Standbein ist sein bunter Eiswagen. Mit ihm steht er in Meinerzhagen auf dem Wochenmarkt und verkauft Eis oder am Kiersper Volme-Freizeit-Park. Auch durch die Straßen möchte Konstantin Bittner künftig mit seinem Eisbus fahren und Eis anbieten. Den Biergarten vor seinem Gasthof hat er darüber hinaus vergrößert. Ob die Gäste ein Eis essen oder ein Gericht aus der kleinen Karte auswählen, „sie sollen sich einfach wohl fühlen“, wünscht sich Konstantin Bittner. Die Corona-Zeit möchte er zurück lassen, lieber will er nach vorn schauen – so wie Kämpfer es tun.

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