Betreuung der Flüchtlinge: Helfer gesucht

Wenn Flüchtlinge zum Arzt müssen, ist eine Begleitung durch deutsche „Muttersprachler“ sehr hilfreich. - Foto: dpa

Meinerzhagen - Seit dem 21. Oktober wird die Jugendherberge an der Bergstraße vom Land als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt. 110 Personen sind dort zurzeit untergebracht. Für diese Menschen bittet Einrichtungsleiterin Gabriele Buss vom sozialen Dienstleister European Homecare jetzt um zusätzliche Hilfe aus der Bevölkerung.

Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Irak, Pakistan, Marokko und Ghana leben in dem Gebäudekomplex, der offiziell Platz für 138 Hilfesuchende bietet und bis einschließlich Januar vom Land zur Unterbringung von Hilfesuchenden angemietet wurde. Gabriele Buss weiß aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen auch ganz genau, in welchen Bereichen Unterstützung erwünscht ist: „Ehrenamtliche unterrichten an zwei Nachmittagen in der Woche Deutsch. Da die Flüchtlinge nur wenige Wochen vor Ort bleiben bis sie einer anderen Kommune zugewiesen werden und so keine Gelegenheit haben, an diversen Kursen in Schulen und anderen Einrichtungen teilzunehmen, sind sie für dieses Angebot sehr dankbar. Hier würden wir uns über weitere Menschen freuen, die Spaß daran haben, einfachste Deutschkenntnisse zu vermitteln.“

Die Flüchtlinge dürfen nicht arbeiten. Eine sinnvolle Beschäftigung ist deshalb ein weiterer Punkt, bei dem Engagement der Bevölkerung gefragt ist: Um für Abwechslung zu sorgen, werde an der Bergstraße an zwei Nachmittagen eine „Sport- und Spielaktivität“ angeboten. Buss: „Dies stellt eine willkommene Abwechslung dar und macht allen viel Freude. Auch hier eine Ermutigung an alle interessierten Bürger, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dies könnte in Form eines Fußball-, Volleyball-, Basketball- oder Tischtennisangebotes sein oder einfach durch einen Spielenachmittag.“

„Einheimische“ können dem Mediziner ihre Anliegen beim Arztbesuch ganz einfach schildern. Anders als viele Flüchtlinge. Deshalb bittet Gabriele Buss auch in diesem Bereich um Hilfe: „Zum täglichen Ablauf in der Notunterkunft gehören diverse Arztbesuche beim Kinderarzt, Allgemeinmediziner oder Fahrten zur Röntgendiagnostik im Krankenhaus. Deutschsprachige Begleiter wären hier von großem Nutzen. Über die Anfrage von Bürgern freuen wir uns sehr.“ Dabei würden sich sowohl Flüchtlinge wie auch Einrichtungsleitung laut Buss flexibel zeigen: „Die Ausübung des Ehrenamtes kann frei nach Zeitabsprache gestaltet werden. Wir sind über jegliche Hilfe, egal in welchem Stundenumfang, sehr froh.“

Die Abläufe in der Herberge haben sich laut Buss inzwischen sehr gut eingespielt: „Es ist ein Stück Alltag eingekehrt. Unsere Bewohner üben tagsüber die unterschiedlichsten Tätigkeiten aus. Sie betreuen Kinder, schneiden Haare, helfen sich gegenseitig beim Übersetzen, sammeln Müll auf dem Gelände, putzen, sortieren Kleider in unserer Kleiderkammer und vieles mehr. Insgesamt gestaltet sich das Zusammenleben sehr harmonisch. Die Bewohner sind dankbar, dass ihnen von vielen Seiten in ihrer schwierigen Situation so viel Unterstützung zuteil wird.“

Die Kleiderkammer selbst ist inzwischen gut gefüllt. Bedarf bestehe aber noch immer bei Kinderkleidung generell sowie Frauen- und Männerkleidung in kleinen Größen. Kleiderständer und Regale seien als Spenden ebenfalls noch hochwillkommen, heißt es.

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