Erneuerung der „Kirchenmauer“

Ehrenamtliche schultern in Valbert großes Bauprojekt

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Auch Torben Gelhausen (links) und Presbyter Thomas Friedrich (rechts) packen an.

Valbert - Ehrenamtliche schultern in Valbert ein Bauprojekt, das – hätte die Kirchengemeinde ein Bauunternehmen beauftragt – geschätzte 30- bis 40.000 Euro gekostet hätte. Die Mauer an der evangelischen Kirche wird erneuert.

„Was wir hier gerade machen, das hält bestimmt die nächsten 70 bis 100 Jahre.“ Torben Gelhausen weiß, wovon er spricht. Dem gelernten Maurer und Bauunternehmer aus Haustadt war schon länger klar: Die Bruchsteinmauer, die in den 1960er-Jahren an der Ecke Ihnestraße/An der Kirche errichtet wurde und die das Kirchengrundstück einfasst, ist total marode. Was lag also näher, als selbst die Initiative zu ergreifen. Gelhausen machte der Gemeinde ein Angebot, das die nicht ausschlagen konnte: „Wir erledigen das mit freiwilligen Helfern.“

Gesagt, getan. Eine Anfrage in der Gemeinde und bei Nachbarn verlief äußerst erfolgreich, schließlich fanden sich zwischen 20 und 30 Helfer – inklusive der Valberter Jäger –, die versprachen, anzupacken. Jede Hilfe ist willkommen, schließlich ist das Projekt nicht „mal eben im Vorbeigehen“ erledigt. Gelhausen: „Es wird etwa fünf bis sechs Wochen dauern, bis die neue Mauer mit einer Länge von etwa 48 Metern steht.“ Die Materialkosten halten sich bei der Erneuerungsmaßnahme in Grenzen. Die alten Bruchsteine werden gesäubert und können anschließend wiederverwendet werden. „Was wir benötigen, ist lediglich Sand und der spezielle Trasszement“, erläutert Torben Gelhausen. Letzterer ist langfristig wasserdicht und eignet sich hervorragend zum Vermauern von Natursteinen. 

Wasser in flüssiger und gefrorener Form war auch dafür verantwortlich, dass die alte Mauer bereits „wegbröselte“. Einzelne Steine hatten sich bereits gelöst. „Dass die Mauer marode war, lag auch an der Bauweise, die in den 1960er-Jahren üblich war. Heute sind wir da weiter“, erläutert Gelhausen. Er stellt die Rückseite der Mauer aus Beton her, ebenso wie die obere Kappe. „Das sollte halten“, ist Gelhausen überzeugt. 

Er selbst opfert übrigens zwei Wochen seines Jahresurlaubs für das Projekt „Kirchmauer“. Arbeiten in den Ferien? „Kein Problem. Ich habe den Vorteil, dass mir mein Beruf sehr viel Spaß macht“, sagt der Bau-Experte. Wie das fertige Bauwerk einmal aussehen wird, davon können sich Passanten übrigens schon jetzt ein Bild machen. Ein erstes und etwa zehn Meter langes Mauerstück an der Ihnestraße wurde bereits im Jahr 2016 saniert. 

Zum Auftakt der Arbeiten hatte Torben Gelhausen gleich fleißige Helfer an seiner Seite: Küster und Friedhofsgärtner Andreas Gogarn bereitete das Fundament für die Mauer vor und Presbyter und Kirchmeister Thomas Friedrich saß am Steuer eines Trecker-Gespanns, mit dem die Bruchsteine transportiert wurden. „Und bald kommen auch noch die Valberter Jäger und helfen. Das haben sie versprochen“, freut sich Gelhausen.

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