Ein tolles Team sucht Verstärkung

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„Hier ist immer was los, die Menschen vertrauen uns“, freut sich auch Helferin Jutta Vogelsang. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Freitag, 12 Uhr. Im Café des sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin“ sind alle Tische besetzt. Stimmengewirr und Lachen ist zu hören, Besteck klappert geschäftig, Bratenduft hängt in der Luft.

In der Küche steht Martina Mahrle am Herd und wendet Fleischstücke in der Pfanne. Sie ist eine der 65 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, ohne die das soziale Bürgerzentrum gar nicht denkbar wäre. Sie machen es zu dem, was es ist: Ein Ort mitten in der Stadt und der Gesellschaft, wo jeder willkommen ist, auch oder gerade mit seinen Sorgen und Nöten. Hier findet er neben einen guten Tasse Kaffee immer auch einen Ansprechpartner und gute Gesellschaft.

Schon bei der Gründung des Mittendrin war die Resonanz aus der Bevölkerung überwältigend gewesen. Fast 100 Menschen wollten ihre Zeit und Energie für die Ziele des sozialen Bürgerzentrums einsetzen. „Nach der ersten Euphorie hat sich diese Zahl bei 65 äußerst zuverlässigen Mitarbeitern eingependelt. Viele sind von Anfang an dabei“, berichtet Rolf Puschkarsky, Vorsitzender des Trägervereins. „Wir würden uns allerdings freuen, wenn sich noch mehr Menschen einbringen würden, damit wir unsere Arbeit auf eine breitere Basis stellen und auch künftig erfolgreich fortsetzen können. Jeder kann seine Belastung selbst bestimmen.“ Mindestens drei Stunden pro Woche, in der Regel aber zwei- bis dreimal arbeiten die Ehrenamtlichen im Mittendrin, das von montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr, freitags durchgehend geöffnet ist.

Während in der Küche die Schnitzel für die letzten Portionen in der Pfanne brutzeln – heute werden sie mit hausgemachtem Kartoffelsalat gereicht – bietet Jutta Vogelsang schon den Nachtisch an. Nach dem Tod ihres Mannes begann sie, angeregt durch eine Nachbarin, im Mittendrin zu arbeiten. Eine gute Entscheidung, die sie nie bereut hat, befindet sie: „Die Kollegen sind sehr nett. Es wird viel gelacht, und man kommt in Kontakt mit vielen Menschen, die uns vertrauen und ihre Freuden und Sorgen mit uns teilen. Man tut etwas Sinnvolles.“

So sehen auch Maria Frambach, Olga Odroposow , Reinhild Schreiber-Neufuhrt und Annie Wehberg ihre Arbeit in der Kleiderkammer des Mittendrin. Marianne Wülfrath formuliert den Grund für ihre Mitarbeit so: „Weil ich Christin bin und für andere etwas tun, für sie da sein möchte.“ Manjo Prasad sagt: „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben. Durch die ehrenamtliche Arbeit können die Speisen billiger angeboten werden. Das macht mich froh, und hier ist immer etwas los.“

3,10 Euro kostet das Mittagessen, das nur am Freitag ab 12 Uhr angeboten wird. „Die Mahlzeiten sind abwechslungsreich, alles wird frisch zubereitet. Es gibt Aufläufe, Eintöpfe und vieles mehr. Auch schon mal Themenmonate, mit mexikanischen, italienischen oder türkischen Gerichten“, berichtet Martina Mahrle, nachdem auch das letzte Schnitzel serviert wurde und sie sich eine „Gewerkschaftspause“ gönnen kann. „Mindestens 30 Portionen geben wir jeden Freitag aus. Da bin ich dann schon mal ganz schön geschafft“, sagt sie lachend. „Aber das ist positiver Stress, denn trotzdem gehe ich jedes Mal lachend hier raus. Meine Gründe für die Mitarbeit sind völlig egoistisch“, bekennt sie mit einem Augenzwinkern, „So komme ich mal raus, kann helfen und etwas Sinnvolles tun. Nur auf dem Sofa sitzen kann schließlich jeder“.

Hatice Altumbas, die ihr in der Küche zur Hand geht, arbeitet noch bis Ende des Monats als Ein-Euro-Joberin mit. Dann will auch sie sich der munteren Truppe Ehrenamtlicher anschließen, von denen viele im Mittendrin auch persönliche freundschaftliche Kontakte knüpften.

„Wer ebenfalls mitarbeiten möchte, ist im Mittendrin jederzeit herzlich willkommen“, lädt Rolf Puschkarsky ein. ▪ luka

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