Getränkemarkt für Valbert

Einstiger Rewe-Markt erwacht aus dem Dornröschenschlaf

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Britta und Christian Kretschmann vor dem einstigen Rewe-Gebäude an der Ihnestraße: Das Valberter Ehepaar will dort im Sommer einen Getränkemarkt eröffnen, bei dem es auch Dinge für den täglichen Bedarf zu kaufen geben soll.

Valbert - Fast zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Rewe-Markt im Herzen Valberts zum letzten Mal seine Pforten öffnete. Seitdem drohte das 1000 Quadratmeter große Gebäude zu einer Ruine zu verkommen. Doch nun endet der Dornröschenschlaf.

Das Valberter Ehepaar Britta und Christian Kretschmann will schnellstmöglich einen Getränkemarkt nebst Kiosk mit Waren des täglichen Bedarfs im einstigen „Einkaufszentrum“ des Ebbedorfs einrichten. „Wir glauben, dass die Valberter so ein Angebot verdient haben und bei Service und Freundlichkeit auch nutzen“, sagt Christian Kretschmann, der die Immobilie nicht zum ersten Mal im Blick hatte. „Ich habe hier einst meine Ausbildung gemacht und schon nach der Schließung des Rewe-Marktes überlegt, hier einen Supermarkt zu eröffnen.“ Doch dies sei seinerzeit am fehlenden Interesse entsprechender Zulieferer gescheitert.

Getränkemarkt auf 500 Quadratmeter

Nun also ein Getränkemarkt: Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern wollen Britta und Christian Kretschmann ein entsprechendes Angebot vorhalten. Die übrigen 500 Quadrameter sollen als Lager – auch für externe Interessenten – genutzt werden. „Wer will, kann dort auch seine Winterrreifen oder einen Wohnwagen unterbringen“, erklärt Christian Kretschmann, der gemeinsam mit seiner Frau auch einen Lieferservice anbieten will.

Möglich ist diese Entwicklung durch den am 22. April auslaufenden Erbpachtvertrag, den die Rewe-Gruppe mit dem einstigen Eigentümer der Fläche geschlossen hatte. Mit dieser Vereinbarung setzt sich seit September Harold Grönke intensiv auseinander: Er besitzt das Grundstück seit vergangenem Jahr und war einigermaßen entsetzt über den Zustand der Immobilie, die am 22. April vertragsgemäß eigentlich „in einem guten Zustand“ von der Rewe übergeben werden soll. „Das gelingt augenscheinlich aber nicht“, betont Grönke. Am Giebel fehlten Schieferverkleidungen, die Dachhaut weist Wellen und angerissene Nähte auf, die Wände der Anbauten seien durchfeuchtet und stark veralgt, der Putz sei stellenweise abgeplatzt und Elektroinstallationen fehlerhaft.

Erbpachtvertrag regelt Gebäudeübergabe

Um das Gebäude winterfest zu machen und einen Bezug durch Kretschmanns früher zu ermöglichen, hatte Grönke dem Handelunternehmen zwar bereits im September die frühzeitige Auflösung des Erbpachtvertrages angeboten – doch eine verbindliche Rückmeldung blieb bis gestern aus. Und so zog der Grundstückskäufer sein Angebot der früheren Übergabe bei gleichzeitiger Zahlung einer Pauschale für die Mängel am Gebäude zurück. „Dadurch verzögert sich natürlich der Sanierungsbeginn, aber an der künftigen Nutzung ändert sich nichts“, betont Harold Grönke, der nun am 22. April mit der Übergabe „eines betriebsfähigen Supermarkts mit der seinerzeit errichteten Ausstattung in gutem Zustand rechnet“ – so, wie es im Erbpachtvertrag vereinbart worden sei. Ob es dann zu einem Rechtsstreit kommt, wird sich zeigen.

Britta und Christian Kretschmann freuen sich indes auf den Beginn der Sanierung. Einen Eröffnungstermin ihres Marktes können sie noch nicht nennen – „aber wir rechnen damit, dass die Vorarbeiten bis zu zehn Wochen in Anspruch nehmen können“. Das hieße für die Valberter, dass sie im besten Fall im Sommer eine neue Einkaufsmöglichkeit im Ebbedorf ansteuern können.

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