„EHEC“ in Meinerzhagen angekommen

Auch in der Mensa des Gymnasiums wird auf Salat, Gurken und Tomaten verzichtet.

MEINERZHAGEN ▪ Vier weitere Fälle von EHEC-Infektionen sind seit heute Nachmittag im Märkischen Kreis bekannt – ein Erkrankter stammt aus Meinerzhagen. Er ist 48 Jahre alt.

Wie der Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin beim Märkischen Kreis meldet, besteht außerdem bei einer 74 Jahre alten Frau aus Meinerzhagen der Verdacht, dass auch sie sich mit dem gefährlichen Darmkeim angesteckt hat. Auch ein 70-jähriger Mann aus Hemer sei betroffen, heißt es weiter. Beide bestätigten „Fälle“ sind in ambulanter Behandlung.

Stationär im Krankenhaus untergebracht werden mussten darüber hinaus eine 36-jährige Frau aus Menden und eine 63-Jährige aus Iserlohn. Bei den weiteren Verdachtsfällen handelt es sich um einen 22-jährigen Mann sowie einen 21-Jährigen, beide aus Hemer.

Panik ist angesichts der Verbreitung des gefährlichen Darmkeim-Erregers in heimischen Gefilden dennoch nicht angebracht – Vorsicht sollten allerdings alle Bürger walten lassen, wenn es um frisches Gemüse geht. Das nämlich ist als Übertrager der krank machenden Bakterien in den letzten Tagen in Verdacht geraten.

Besonders empfindlich reagieren Kinder und ältere Menschen auf den EHEC-Keim. Wie also verfahren die Verantwortlichen im Seniorenheim und an den heimischen Schulen, die Über-Mittag-Verpflegung anbieten? „Kein Thema“, bleibt Marita Dreisbach, Leiterin des Bereiches Hauswirtschaft im Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße, gelassen. Aus ihrer Küche stammen auch die Mahlzeiten, die in die Kantinen von Haupt- und Realschule geliefert werden. Der Träger der Einrichtung, das evangelische Pertheswerk, hat die Küchen per „Rundmail“ angewiesen, auf frische Tomaten, Salat und Salatgurken komplett zu verzichten, bis Klarheit über die Herkunft des Erregers herrscht. Marita Dreisbach kann mit dieser Anweisung gut leben: „Kein Problem. Wir weichen jetzt aus auf Tiefkühlkost, Dosentomaten oder Gemüse wie Bohnen, Möhren, Kohlrabi oder Mais. Auch sauer eingelegte Nahrungsmittel wie Gurken sind unbedenklich. Wir blanchieren die Gemüsesorten wenn nötig, damit sie für unsere Bewohner nicht zu knackig sind.“

Auch Peter Regali, Leiter der Städtischen Realschule, verfällt angesichts der EHEC-Debatte nicht in Panik: „Es gibt von mir keine Anweisung, in unserer Kantine auf frisches Gemüse zu verzichten“, teilte er heute auf MZ-Anfrage mit.

Regionale Produkte – darauf setzt das Küchenteam der evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle schon seit langer Zeit. Diese Maßnahme kommt der Einrichtung in Zeiten der EHEC-Infektionen nun entgegen. Spanische Gurken oder „Exemplare“ aus Norddeutschland kommen und kamen dort nie auf den Tisch. Und dennoch hat man in der Tagungsstätte am Montag dieser Woche reagiert: „Wir haben Tomaten, Gurken und Salat komplett gestrichen“, teilte Kai-Uwe Kersten auf MZ-Anfrage mit.

Diese Vorsichtsmaßnahme hat auch Auswirkungen auf das Angebot der Mensa des Evangelischen Gymnasiums, denn die dort angebotenen Mahlzeiten werden in der Küche von Haus Nordhelle zubereitet und dann zum Bamberg geliefert.

Ähnlich wie im Wilhelm-Langemann-Haus hat aber auch die Hauswirtschaft der Tagungsstätte vom Koppenkopf kein Problem damit, die Kunden weiterhin mit schmackhafter und gesunder Kost zu beliefern. Kersten: „Wir bieten nun Gerichte wie leckeren Nudelsalat – natürlich ohne Mayonnaise – oder Maissalat an. Was die Verpflegung in Zeiten von EHEC angeht, handeln wir natürlich nach bestem Wissen und Gewissen“, verspricht er allen Kunden. ▪ beil

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare