Waldschäden treffen Ebbekamm-Loipe

+
Hoffen auf einen schneereichen Winter (von links): die Vorstandsmitglieder Gerd Gester, Werner Roller, Hansjörg Schulte, Klaus Faulmann und Theo Koslar.

Herscheid/Valbert – Noch ist weit und breit keine Spur von Schnee zu erkennen, doch um für den Fall der Fälle bestens gewappnet zu sein, stehen die Mitglieder des Fördervereins der Ebbekamm-Loipe schon in den Startlöchern.

„Die neuen Flyer sind da, das Spurgerät ist einsatzbereit, das Mulchen der Strecke beginnt und auch der Fahrer-Stammtisch trifft sich wieder“, die Vorfreude auf die neue Wintersportsaison ist Hansjörg Schulte, Vorsitzender des Loipenvereins, bereits anzumerken. Optimistisch blickte er bei der Mitgliederversammlung mit knapp 20 Teilnehmern auf der Nordhelle in die Zukunft: „Diesmal wird es bestimmt etwas mehr Schnee geben.“ 

Die Saison 2018/2019 war bekanntlich nur von kurzer Dauer: Am 28 Januar konnte das erste Mal gespurt werden und am 12. Februar hatte das Spurgerät seinen letzten Einsatz. Davor und danach reichten die Schneemengen nicht aus, um die Loipe zu präparieren. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem kälteren und vor allem schneereicheren Winter in den kommenden Monaten. 

Doch nicht nur das Wetter, sondern auch die Situation in den Wäldern könnte den heimischen Langlauf-Anhängern einen dicken Strich durch die Rechnung machen. „Es gibt erhebliche Probleme durch Waldschäden. Gerade die Ebbekamm-Loipe ist davon betroffen“, verwies Förster Markus Ingenohl auf „jede Menge Holz“, das mitten auf den Wegen liegt. Ab der Spinne und bis zur Rüenhardt sowie in Richtung Weltringhausen sehe es „nicht gut aus“. Und so schnell werde sich an diesem Zustand auch kaum etwas ändern, wie der Forstexperte deutlich machte: „Die Sägewerke sind ausgelastet bis zum geht nicht mehr.“ Dabei spielen die massenhafte Ausbreitung des Borkenkäfers und die Trockenschäden natürlich eine entscheidende Rolle. 

Die einzige Möglichkeit, um aktuell Holz abzusetzen, ist der Export nach China. Wann für den Transport per Container wieder Kapazitäten bestehen, sei jedoch nicht genau vorherzusagen. Daher gelte es, flexibel zu sein, stellt Markus Ingenohl klar. Eigentlich dringend zu entfernendes „Käferholz“ könne sogar noch bis März oder April nächsten Jahres im Wald bleiben. Die Langläufer müssen sich wohl darauf einstellen, das eine oder andere Holzstück mit ihren Skiern zu umfahren. Um den Hindernissen komplett auszuweichen, empfiehlt der Förster den Wintersportlern, sich auf die Bereiche Höhenweg und Panoramaweg, also die nördliche Seite, zu konzentrieren: „Wir sollten den vorderen Teil der Nordhelle möglichst gut pflegen. Denn dort ist die Strecke von Holz befreit.“ Somit wären zumindest ein paar Kilometer der Ebbekamm-Loipe problemlos nutzbar. Inwieweit das Spurgerät die restlichen Abschnitte der Langlauf-Strecke im Ebbe trotz Waldschäden präparieren kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar und entscheidet sich vermutlich erst, wenn auch wirklich Schnee liegt. „Machen wir das Beste daraus“, zeigten sich die Mitglieder des Fördervereins einig. 

Diskussionsbedarf gab es rund um das Thema „Langlauf-Schilder“ auf der Nordhelle. Diese müssen bislang nach jedem Winter abgenommen und im Herbst wieder neu platziert werden. Dieser nicht unerhebliche Aufwand könne laut Hansjörg Schulte reduziert werden: „Eine dauerhafte Beschilderung würde für weniger Arbeit sorgen und hätte den Vorteil, auch im Sommer Leute auf das Langlauf-Angebot aufmerksam zu machen.“ Revierförster Ingenohl gibt zu bedenken, dass es sich beim Ebbegebirge um einen Naturpark handle, dessen natürliche Form nicht durch eine „totale Beschilderung“ beeinträchtigt werden dürfe. In Absprache mit dem Deutschen Skiverband, der neue und auch größere Schilder bereitstellt, und dem Regionalforstamt solle demnächst eine für alle Seiten geeignete Lösung gefunden werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare