Das Ebbe wird zum Räuberwald

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Die selbst hergestellten Bögen wurden natürlich auch sofort ausprobiert, bevor es später ein kleines Schießturnier gab. ▪

VALBERT ▪ Die heimische Mittelgebirgsregion mit ihrem enormen Potential an Grün wirtschaftsfördernd zu vermarkten, ist politisch gewollt. Die Schätze in der Praxis zu heben und zu nutzen, hat sich Haus Nordhelle auf die Fahnen geschrieben.

Daher sollen bestimmte Ebbe-Bereiche vom 18. bis 20. April die Funktion eines Räuberwaldes erfüllen. „Der Sauerländer Wald ruft alle Abenteuerlustigen, die den ‚inneren Schweinehund‘ überwinden und bereit sind, ihn mit Kinderaugen und bei Aktionen zu entdecken“, wirbt Heil- und Religionspädagogin Christin Haidle für das Vorhaben. „Ronja Räuberleben“ titelt das vorösterliche Angebot, das sich vor allem an Alleinerziehende richtet. Gemäß der biblischen Aussage „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...“ sollen Kind und erwachsene Begleitperson kindliche Lebendigkeit und Lebensfreude erfahren und auch, „was der Boden des Lebens ist“.

In der Matschkuhle im Wald oder beim Erklettern von Bäumen soll das „kindliche Herz wiederbelebt“ werden. Bei jedem Wetter, ohne Sorge um verschmutzte Kleidung, im grenzenlosen Spiel. Es lockt „ein Waldtag und eine gemütliche Höhle mit grünem Boden“.

Eine Familienfreizeit am Wochenende erwies dieser Tage als Testlauf. Väter, Räubertöchter und -söhne besorgten sich auf dem weitläufigen Gelände der Tagungsstätte mittels Astschere das Material für Pfeil und Bogen. Räuber brauchen schließlich eine Ausrüstung. Eifrig wurden Pfeile geschnitzt, Flitzebögen gespannt und erste Trainingseinheiten im Umgang damit absolviert. „In der Räuberhöhle steht das Räuberessen bereit“, rief Haidle, und brav folgten die Tatendurstigen auf Socken.

Wenn auch keine Wildschweinkeulen, so waren auf dem Bodentuch doch knuspriges Geflügel, Risotto und Backkartoffeln aufgetischt. Samt grün-glibbernder Götterspeise. Alles Fingerfood, schließlich greifen Räuber nicht mit Messer und Gabel zu, sondern mit Händen. Zwecks Reinigung abzuwischen an der Hose. „Wie zuhause auch“, ergab sich ein Vater in das Unvermeidliche.

Derart gestärkt und mit Wasser und Saft erfrischt, ging's dann auf einer Rundtour ins so genannte Quellental. „Da ist ein Felsen, und dort werden wir, aufgeteilt in zwei Gruppen, ein Schießturnier machen“, verriet Haidle. Anhand der Jahresringe von Baumscheiben sollten die Kinder zudem ihr Alter mit Fähnchen markieren. Ein fürs Zapfenbett zu füllender Bettbezug forderte die Sammelleidenschaft heraus. Der Mensch in der Natur: Jäger und Sammler. Für die abendliche Generalreinigung wagten die 33 Teilnehmer den finalen Sprung ins hauseigene Schwimmbad. ▪ As

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