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Drogenproblematik ist auch in der Awo-Beratungsstelle ein Thema

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Von: Fabian Paffendorf

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Drogen, Cannabis
 Vom blauen Dunst bis zur vermeintlichen Glückspille – legale und illegale Drogen und die Folgen der Sucht sind auch in Meinerzhagen allgegenwärtige Themen. Die Awo-Familienberatung kann Anlaufstelle für Eltern sein, die vermuten, dass ihre Kinder Drogen konsumieren.   © Daniel Karmann

Die Zahl der Drogentoten ist laut dem Statistischen Landesamt NRW im Märkischen Kreis 2020 deutlich gestiegen. Der Krankenversicherer IKK Classic fordert daher eine Stärkung von Suchthilfe und Präventionsangeboten. Die Awo-Familienberatung mit Hauptsitz in Meinerzhagen ist im Volmetal mitunter auch Anlaufstelle für Eltern, wenn diese bei ihren Kindern ein Drogenproblem vermuten.

Meinerzhagen/Kierspe – Die Zahl der Drogentoten ist laut dem Statistischen Landesamt NRW im Märkischen Kreis 2020 deutlich gestiegen. Der Krankenversicherer IKK Classic fordert daher eine Stärkung von Suchthilfe und Präventionsangeboten. Die AwoFamilienberatung mit Hauptsitz in Meinerzhagen ist im Volmetal mitunter auch Anlaufstelle für Eltern, wenn diese bei ihren Kindern ein Drogenproblem vermuten. Insgesamt 67 Menschen starben 2020 im Märkischen Kreis laut dem Statistischen Landesamt an den Folgen des Missbrauchs von Alkohol und illegalen Rauschmitteln. Im Vorjahr waren es lediglich 55, dies entspricht einer Steigerung 21,8 Prozent.

Auch, wenn mit Themen wie Drogenmissbrauch und Suchterkrankungen gesellschaftlich mittlerweile weitaus offener umgegangen wird als in der Vergangenheit, offenbart sich laut der Awo-Beratungsstellenleiterin Susanne Bisterfeld dieser Problemkomplex in Gesprächen mit betroffenen Familien oftmals mehr in den Randbereichen. Eine Rolle spiele das Thema aber trotzdem immer wieder mal. „Man muss die Einzelfälle genau betrachten. Es kommt vor, dass im Rahmen von Beratungsgesprächen die Thematik am Rande auftaucht, aber es gibt auch die Fälle, bei denen Eltern direkt auf uns zukommen, die den Verdacht haben, dass ihr Kind Drogen nimmt“, sagt Bisterfeld. Dass das eigene Kind Drogen nimmt, sei für viele dennoch tabubehaftet, werde lieber verheimlicht. Bestätige sich allerdings der Verdacht, so bestehe in erster Instanz für die Familienberatung die Aufgabe, die richtige Basis für Gespräche zwischen Eltern und Jugendlichen zu schaffen.

Hilfesuchende haben Vertrauensschutz

„Bestehen Suchterkrankungen oder werden regelmäßig Drogen konsumiert, so können wir als Beratung die passenden Anlaufstellen wie eine Drogenberatung oder stationäre Therapien empfehlen. Einzelfälle den entsprechenden Stellen zu melden, ist uns nicht möglich, da alle Hilfesuchenden in der Beratung einen Vertrauensschutz genießen“, sagt Bisterfeld. Das bedeute, dass das, was in den Beratungen besprochen werde, auch dort bliebe. „Wir können allenfalls Tipps geben, die Hilfestellung muss allerdings von den Betroffenen selbst angenommen werden“, sagt Susanne Bisterfeld. Die Hürde, die zu nehmen wäre, sei zunächst aber das Bewusstsein für das Problem selbst zu vermitteln.

Gerade, wenn es um Jugendliche oder junge Erwachsene ginge, wäre es nicht einfach für die Eltern, zu ihnen durchzudringen. Beispielhaft benennt Susanne Bisterfeld einen Fall, bei dem eine Jugendliche infolge von Drogenkonsum eine Psychose entwickelt hatte, aber zuerst eine stationäre Behandlung abgelehnt hätte. „Im Beratungsgespräch konnte den Eltern des Mädchens geholfen werden, mit der Situation umzugehen“, sagt Bisterfeld. Letztlich hätten die Eltern dann ihre Tochter von einer Behandlung überzeugen können. Bei Fällen wie dem geschilderten sei die Familienberatung jedoch meist nicht die erste Anlaufstelle für Betroffene. „Ansprechpartner für die Eltern sind oft auch direkt Ärzte oder die Lehrer der Kinder“, weiß Bisterfeld. Generell habe das Thema Schule eine gewisse Relevanz was die Drogenproblematik angehe: „Was wir aus unserer Arbeit in der Beratungsstelle sagen können ist, dass Schülerinnen und Schüler an eigentlich jeder weiterführenden Schule auch in Kontakt mit illegalen Drogen kommen. Es betrifft wirklich alle Schulformen. Was sich aber unterscheidet, ist der Umgang mit dem Thema an den jeweiligen Schulen“, sagt die Leiterin der Awo-Beratungsstelle.

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