Drogenhändler muss ins Gefängnis

Die neunte große Strafkammer des Landgerichtes Hagen verhängte eine Haftstrafe gegen den Meinerzhagener.

MEINERZHAGEN ▪ Drogenhandel lohnt sich immer noch nicht: Für stattliche vier Jahre und neun Monate schickte die neunte große Strafkammer des Landgerichts Hagen am Dienstag einen 33-jährigen Meinerzhagener ins Gefängnis.

Zuvor hatte er den Handel mit 26 Kilo Amphetaminen zugegeben. „Das liegt im Bereich absoluter Schwerstkriminalität“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer und forderte eine sechsjährige Haftstrafe.

Die Verteidigerin war erwartungsgemäß moderater in ihrem Strafantrag: „Mein Mandant will noch etwas vom Leben haben“, deutete sie an und bat um ein „mildes Urteil“ von viereinhalb Jahren. „Er ist eigentlich ein ordentlicher Junge. Man kann hoffen, dass es für ihn nach der finsteren Zeit der Haft genauso weitergeht wie vorher.“ Der ganz ohne Drogen lebende Angeklagte selber wunderte sich in seinem Schlusswort über sein jahrelanges Treiben: „Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe.“ Und an seine Familie und Freundin gerichtet entschuldigte er sich dafür, dass er seine Familie in Gefahr gebracht habe.

In einem ersten Geständnis, das der Angeklagte, seine Verteidigerin und der Richter später ein „beschönigendes“ nennen sollten, hatte der 33-Jährige sich nur als Handlanger eines unbekannten „Russen“ dargestellt, der für diesen großen Unbekannten zugegebenermaßen im Zeitraum von 2009 bis September 2011 monatlich etwa ein Kilo Amphetamin aufbewahrt habe. „Ich hatte nie etwas mit dem Verkauf zu tun.“ Immer mal wieder sollte „der Russe“ jeweils ein Kilo-Päckchen Amphetamin auf die Terrasse gelegt haben. Irgendwann seien diese Päckchen dann wieder abgeholt worden. Zwischenzeitlich habe er die 2500 Euro teuren Päckchen im Wald vergraben, später seien sie in der Garage gebunkert worden. 200 Euro habe er pro Zwischenlagerung bekommen. Was ein Kilo Amphetamin kostet, habe er damals nicht gewusst.

All das glaubte die neunte große Strafkammer dem Angeklagten nicht. „Es steht Ihnen besser zu Gesicht, wenn Sie die Ereignisse wahrheitsgemäß schildern“, sagte Richter Krause und kündigte den Hauptbelastungszeugen für den zweiten Verhandlungstag an. Dieser hatte berichtet, dass der Angeklagte ihm im fraglichen Zeitraum 23 mal ein Kilo und einmal zwei Kilo Amphetamin verkauft hatte. Bei einer Hausdurchsuchung beim Angeklagten hatten Polizeibeamte im September 2011 knapp sechs Kilo Amphetamin sowie einen Dolch und einen Degen sichergestellt, was das Strafmaß in die Höhe hätte treiben können. Die Kammer glaubte dem Angeklagten allerdings, dass die Waffen im Wohnzimmer Dekorationszwecken dienten.

Strafmildernd wirkte das zweite Geständnis und die dadurch ermöglichte drastische Kürzung des Prozesses von drei Tagen auf einen Tag. Aufgrund der Anzahl von letztlich 20 abgeurteilten Taten und der großen Menge an gehandeltem Amphetamin verhängte die Kammer aber dennoch die fast fünfjährige Haftstrafe. ▪ thk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare