Zweitimpfung vor sechs Monaten

Covid-19: Kommt der dritte Piks?

Am 3. Februar impfte Peter Nolte im Langemann-Haus auch dessen Leiterin Ingrid Papst zum zweiten Mal.
+
Am 3. Februar impfte Peter Nolte im Langemann-Haus auch dessen Leiterin Ingrid Papst zum zweiten Mal. Er würde auch zur „Drittimpfung“ wieder kommen.

Am 3. Februar 2021 wurden die meisten Bewohner des Wilhelm-Langemann-Hauses an der Mühlenbergstraße zum zweiten Mal mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 geimpft. Das ist inzwischen etwa sechs Monate her.

Meinerzhagen – Brauchen die Senioren und Mitarbeiter der Einrichtung nun bereits eine dritte Impfdosis, weil die Schutzwirkung nach einem halben Jahr möglicherweise nachlässt oder das Vakzin gegen die Delta-Variante nicht genügend wirksam sein könnte?

RKI nimmt Stellung

Diskutiert wird in diesem Zusammenhang jedenfalls weltweit über einen solchen „Booster“. Auch das Robert-Koch-Institut hat dazu Stellung genommen: „Da im Augenblick noch nicht bekannt ist, wie lange der Impfschutz anhält, ist es sinnvoll, zeitnah reagieren zu können. ,Booster-Impfungen’ – insbesondere – für Ältere und Risikogruppen – sollten jetzt geplant und vorbereitet werden.“

„Zurzeit haben wir von einer dritten Impfung noch nichts gehört“, sagt Ingrid Papst, Leiterin der Einrichtung der Perthes-Stiftung. Die Bewohner hätten momentan auch keine Angst, sich zu infizieren. „Niemand glaubt, dass die Wirkung des Impfstoffs wirklich nach sechs Monaten abrupt nachlässt“, hat Ingrid Papst festgestellt.

Der Wunsch: Impfung wieder im Haus

Gedanken machen sich die Bewohnerinnen und Bewohner über den dritten Piks dennoch: „Viele haben schon gefragt, ob wir die Impfung dann wieder bei uns im Haus durchführen können. Sie fanden das sehr gut“, berichtet die Leiterin des Hauses und fügt hinzu: „Wir waren Anfang des Jahres bei den ersten, die eine Impfung bekommen haben. Bei einer eventuell nötigen dritten Dosis wären wir wohl auch wieder schnell an der Reihe.“

Seit die zweiten Impfdosen im Langemann-Haus verabreicht wurden, ist übrigens niemand der Immunisierten mehr an Covid-19 erkrankt.

Impfarzt gut geschützt

Impfarzt – sowohl im Langemann-Haus als auch in den Demenz-Wohngemeinschaften bei APD an der Genkeler Straße – war Peter Nolte. Der Valberter ist seit Anfang 2021 selbst geimpft. Er wollte es jetzt wissen und unterzog sich einer Blutuntersuchung. Das Ergebnis freut ihn sehr: „Ich habe nach fast sechs Monaten noch sehr viele Antikörper, sodass ich bei mir von einer vollständigen Immunität ausgehen kann, die tatsächlich fast bei 100 Prozent liegt.“ Der Mediziner weiß auch, dass das nicht bei jedem Geimpften so sein wird. „Ich gehe aber davon aus, dass es bei der Mehrzahl ähnlich ist.“

Wäre eine personal- und zeitaufwendige Wiederholung der Impfungen in den beiden Meinerzhagener Einrichtungen für den heimischen Arzt denn machbar? „Natürlich, das würde ich jederzeit wieder tun.“

Keine offiziellen Informationen

Janina Bialon ist bei APD Prokuristin, Leiterin Qualitätsmanagement im Gesamtunternehmen und Pandemiebeauftragte. Sie hat sich ebenfalls mit dem Thema dritte Impfung beschäftigt: „Für Hochrisikopatienten wie Demenzerkrankte wird die dritte Impfung empfohlen. Bisher liegt uns aber noch keinerlei Information zur Durchführung seitens der Kassen und der Ärzte vor. Wir wissen, dass das RKI Ende August ein Positionspapier zur dritten Impfung veröffentlichen will. Möglicherweise warten die Behörden diese Publikation erst ab. Es ist der dringende Wunsch der Angehörigen, dass die Mieterinnen und Mieter die dritte Impfung innerhalb der Wohngemeinschaft erhalten. Alles andere wäre bei diesem Personenkreis unzumutbar. Bei der ersten und zweiten Impfung haben wir Erfahrung gesammelt, unsere Impfstraße ist schnell wieder aufgebaut.“

Das WG-Leben ist inzwischen wieder zur Normalität zurückgekehrt. Das hat Susanne Korzitzki-Dreher, Pflegedienstleitung der APD-WG „Leben in Meinerzhagen“ beobachtet: „Viele Mieterinnen und Mieter haben die Erlebnisse aus der Corona-Zeit schon wieder vergessen. Die Pflege- und Betreuungskräfte tragen Masken, die Mieterinnen und Mieter nicht. Sie können sich untereinander auf den Etagen besuchen, es finden wieder gemeinsame Veranstaltungen statt wie zum Beispiel Seifengießen oder unser musikalischer Brunch.“

Verständnis für die Situation

Bei den Angehörigen sei außerdem große Erleichterung zu spüren. Korzitzki-Dreher: „Sie können ihre Lieben ohne Anmeldung besuchen, länger bleiben und an Aktivierungen teilnehmen. Obwohl die Angehörigen vollständig geimpft sind, lassen sie sich freiwillig bei den Besuchen testen. Sie verhalten sich enorm rücksichtsvoll, zeigen Verständnis für die Situation und wollen alles dafür tun, dass sich die Situation der vergangenen Monate nicht wiederholt.“

Und was passiert bei APD, wenn die Infektionszahlen im Land weiterhin steigen? „Wir beobachten die Entwicklung genau. Sollte das der Fall sein, sind wir darauf vorbereitet, angemessen zu reagieren. Dann finden zum Beispiel die Besuche wieder mit Anmeldung statt, um die Personenzahl in der WG zu begrenzen. Ob Pflege, Betreuung, Mieterschaft oder Angehörige – gemeinsam hoffen wir sehr, dass wir die Rolle rückwärts nicht vollziehen müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare