Vier Bands rocken die Jause in Echternhagen

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Skylight hatte zum dritten Scheunenrock in der Jausenstation in Echternhagen eingeladen. ▪

ECHTERNHAGEN ▪ Hart aber herzlich war der dritte Scheunenrock in der Jausenstation in Echternhagen. Vor drei Jahren hatte die Meinerzhagener Band Skylight zum ersten Mal nach Echternhagen eingeladen. Damals spielten noch zwei Bands auf der Bühne, vor zwei Jahren waren es bereits fünf Bands und am Samstag standen vier Rockformationen im Scheinwerferlicht. Es war fast ein Familienfest, was Samstag gefeiert wurde.

Unter den 16 Musikern waren vier Brüder, vier Cousins und ein Vater, die nicht alle miteinander aber dennoch untereinander verwandt waren. Auch wenn die Spannbreite des Alters der Musiker von 20 bis 50 reichte, musikalisch lagen sie nicht so weit auseinander. Den Abend begannen die Ebberocker AREA 61. Was die fünf Jungs auf der Bühne abspulten, war schon wirklich beeindruckend. Mit vollem Körpereinsatz und sichtlicher Freude am Auftritt schleuderten sie die Musik in die Menge und hatten dabei immer einen Spaß auf Lager. Sogar vor Verkleidungen machten sie nicht halt. Gitarrist David Sachs plünderte alte Kisten seiner Mutter und brachte bereits vergessene Utensilien wie Clownshüte und Mützen mit Hasenohren ins Rampenlicht. Der Höhepunkt ihres ersten gemeinsamen öffentlichen Auftrittes war die Zugabe: „Crusaders of Thirst“ wurde aufgelegt, ein Song, bei dem jedes Wort in der zweiten Strophe „Bier“ war. Nicht nur die Band hatte Spaß an der Zugabe, auch das Publikum machte sofort mit und gab dem Stück so seine eigene Note.

Ruhiger ging’s mit A Silent Moment aus Meinerzhagen weiter. Die dreiköpfige Gruppe kleidete romantische Empfindungen in intensive Rockmusik. Heraus kommen Melodien, die weit entfernt vom gängigen Kuschelrock sind. Zwar war es gerade November, doch mit ihrer Zugabe läutete die Band bereits die Weihnachtsstimmung ein – mit rot-weißer Mütze, jedoch ohne Jingle Bells.

Die Senioren des Abends war die Essener Band Mindgame. Rainer Eckert, der Vater von Gerrit und Hendryk aus der Band Skylight, hat in dieser Formation seine Musik gefunden. Facettenreiche und ehrliche Rockmusik gab es zu hören – sie stand der Musik der jungen Künstler in nichts nach. Ausgesprochen druckvoll kam die Musik daher und ließ Hardrock in seiner ursprünglichsten Form erklingen. Neben Sänger und Gitarrist Rainer Eckert sorgte Karsten Bruckmann durch eindrucksvolle Soli an der Gitarre punktgenaue Akzente.

Der Gastgeber, die Band Skylight machte den Abschluss des Scheunenrocks. Viele neue Songs hatte sie für diesen Abend mitgebracht und sogar einen, in dem die Backstreet Boys gecovert wurden. Seit sechs Jahren spielt die Gruppe nun zusammen. Obwohl sich in dieser Zeit ihr Leben durch Schule und Beruf sehr verändert hat, bilden sie immer noch eine Gruppe, die nicht nur musikalisch, sondern auch räumlich eng zueinandersteht. „Das ist uns sehr wichtig“, berichtete Gerrit Eckert. „Schon beim Suchen der Musiker haben wir darauf geachtet, dass wir auch über Abitur und Schulabschluss hinaus bereit sind, zusammenzubleiben.“ Acht Auftritte hatte Skylight bereits in diesem Jahr und der neunte und letzte wird am 1. Dezember in der Werkstadt in Witten sein auf dem Benefizfestival „Metal for Mercy“.

Fast 100 Gäste waren in der Jausenstation am Samstagabend in Echternhagen. Das Alter des Publikums bewegte sich zwischen jugendlich und Elternstatus, war also bunt gemischt. Die Musik jedoch war hart, laut aber sehr belebend.

So mancher hatte an diesem Abend wohlweislich Ohrenstöpsel mitgebracht, die er im Verlauf des Konzerts einsetzte. Bis 23 Uhr rockte Skylight noch in der Scheune. ▪ GeG

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