Ein Dreimaster auf dem Biggesee

Ein Piratenschiff auf der Bigge: Seit diesem Sommer sticht Kai Beewen mit seinem Dreimaster in See. Das Boot hat er als Wrack gekauft und selbst restauriert.

Biggesee - Der Biggesee, im speziellen der Hafen des Yacht-Club Lister, ist um eine Attraktion reicher: Der erste Dreimaster des Sees hat hier seinen Liegeplatz. Er gehört Kai Beewen, Bootsbauer aus Siegen, der damit auf dem Weg zur Meisterprüfung als Bootsbauer ist.

Der Rumpf des Bootes ist ein alter englischer Bau aus dem Jahr 1971, der bei ebay als Wrack angeboten wurde. Kai Beewen hatte gleich die Idee, das man daraus „etwas machen“ könnte. Folglich ging er hochmotiviert ans Werk, entwarf das Rigg selbst auf Grund alter Bilder und Pläne und baute es nach. Da es keine genauen Pläne gab, musste er viel nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ arbeiten. Hierbei hat ihn sein Lehrmeister mit Rat und gutem Zuspruch immer wieder unterstützt.

Das Boot ist ein Langzeitprojekt, das zuletzt zwei Jahre auf Eis lag, bevor es im letzten Winter fertig gestellt wurde. Der Innenausbau soll im nächsten Winter folgen. Zur Zeit gibt es nur zwei recht spartanisch hergerichtete Kojen, der Rest des Innenausbaus befindet sich noch im Rohbau.

Kai Beewen lebt und baut Boote nach seinem Motto: „Ich bin nicht Mainstream, ich bin anders.“ Er sagt selbst, dass man für solch ein Projekt schon „etwas durchgeknallt“ sein muss. Auf der anderen Seite stellt er mit diesem Projekt auch seine bootsbauerischen Fähigkeiten dar. Wer ein solches Boot zum Segeln bekommt, für den sind „normale“ Wartungsarbeiten an Booten keine Schwierigkeit.

Tatsächlich hat er es geschafft, seinen Piraten-Dreimaster zum Segeln zu bringen. Die Segeleigenschaften einer solchen Besegelung lassen sich natürlich nicht mit denen moderner Boote vergleichen. Immerhin hat es Kai Beewen aber geschafft, das Boot von Halbwind bis Halbwind segeln zu können, das heißt, der Wind darf von rechts, hinten oder links kommen, nur nicht von weiter vorne. Da er jedoch auch abends in den Hafen zurückkehren will, hat er für den Rest einen Motor eingebaut. Selbst, wenn es dunkel wird, hat Beewen keine Probleme, da er beim Bau auch an eine vorschriftsmäßige Beleuchtung gedacht hat. Gespeist wird diese von einer Batterie, die sich an Bord befindet.

Man kann ihm für seinen weiteren Weg nur Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschen.

Kai Beewen kommt auch gerne zu Kindergeburtstagen oder anderen speziellen Events. So hat er im Sommer den Piratenabend der Segelfreizeit des YCL begleitet, was für alle Beteiligten ein großer Spaß war.

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