Illegale Absprachen

Bundeskartellamt verhängt Strafe gegen Lydall Gerhardi

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Sitz der Firma Lydall Gerhardi Auf der Koppel: Für eine Stellungnahme stand das heimische Unternehmen nicht zur Verfügung. Stattdessen verwies man an das Hauptquartier von Lydall in den USA.

Meinerzhagen - Lydall Gerhardi muss offenbar mit einer Millionenstrafe durch das Bundeskartellamt rechnen: Wie am Donnerstag bekannt wurde, gehört das Meinerzhagener Unternehmen zu einem von drei Automobil-Zulieferern, die ein Bußgeld von insgesamt 9,6 Millionen Euro zahlen müssen.

Wie es vonseiten des Kartellamts heißt, haben die Zulieferer zu Lasten ihres Großkunden Volkswagen Informationen über ihre Materialpreise ausgetauscht. Betroffen seien neben Lydall Gerhardi auch das schweizer Unternehmen Elring Klinger Abschirmtechnik und die spanische Firma Estamp. Sie alle fertigen Wärmeabschirmbleche aus Aluminium, die im Fahrzeug in erster Linie die im Motorraum und am Abgasstrang entstehende Strahlungswärme gegen andere Bereiche abschirmen sollen.

Austausch "sensibler Informationen"

 „Die beteiligten Unternehmen wollten durch den Austausch von sehr sensiblen Informationen ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Kunden VW stärken. Dies betraf zum Beispiel die gegenseitige Information über den jeweiligen Verhandlungsstand. Die Kartell-Beteiligten waren sich darüber hinaus einig, dass man eine Preiserhöhung bei bestimmten Aluminium-Nebenkosten an den Kunden VW weitergeben wollte“, wird Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, zitiert. 

Lydall Gerhardi hat mit Kartellamt kooperiert

In dem Verfahren sei jedoch die Kooperation der Firmen Lydall Gerhardi und Elring Klinger mit dem Bundeskartellamt berücksichtigt worden, hieß es am Donnerstag. Mit allen drei Unternehmen seien einvernehmliche Verfahrensabschlüsse (sogenannte Settlements) erzielt worden. Die verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. 

Keine exakte Angabe zu einzelnen Summen

Zur exakten Summe, die Lydall Gerhardi zahlen muss, machte das Bundeskartellamt keine Angaben. Auf eine solche Veröffentlichung verzichte man grundsätzlich, da die Höhe des Bußgeldes nicht automatisch die Schwere des Vergehens widerspiegeln muss. Auch Marktanteile und Warenwerte würden eingerechnet. 

Das Unternehmen mit Sitz Auf der Koppel verwies die MZ an das Lydall-Hauptquartier in Manchester/Connecticut (USA), von dem bislang keine Stellungnahme vorliegt. Laut städtischer Wirtschaftsförderung beschäftigt das Unternehmen vor Ort 327 Mitarbeiter. Damit ist das Meinerzhagener Werk weltweit das zweitgrößte der Lydall-Gruppe.

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