Wilkenberger Königswerfen im Schnelldurchgang

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Mit dem dritten Wurf hatte der neue König den Auerhahn von der Stange geholt. Danach wurde er zur Krönung getragen.

Wilkenberg - So schnell wie Mika Soennecken hat sich in Wilkenberg noch niemand die Königswürde verdient. Zur Königin an seiner Seite wählte der Neunjährige seine Cousine Anni Beyse.

Leichter, aber stetig fallender Nieselregen, sorgte am Samstag für einen ungemütlichen Auftakt des 47. Dorffestes. Nur drei Königsaspiranten hatten sich zum ersten Wettkampf an der Vogelstange eingefunden. Dem amtierenden Kinderkönig Julian Biermann gebührte traditionell nur der erste Wurf auf den Auerhahn, aber aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurde ihm zugestanden, sich ausnahmsweise auch ein zweites Mal am Wettstreit um die Königswürde zu beteiligen. Doch dazu sollte es nicht kommen.

Der zweite Wurf wurde vom achtjährigen Tim Hortmann abgegeben, der Julian Biermann während seiner Regentschaft als zweiter König zur Seite gestanden hatte. Dann war Mika Soennecken an der Reihe. Seinem Wurf war ein kleiner Disput über die zulässige Größe der Wurfgeschosse vorausgegangen, denn der ambitionierte Königsaspirant hatte sich zunächst einen alten Ziegelstein aussucht, um dem Federvieh auf seiner Stange sofort und endgültig den Garaus zu machen. Das war aber im Reglement nicht vorgesehen, und der Werfer wurde deshalb eines Besseren belehrt. Also setzte Mika schließlich mit einem kleineren Geschoss zu seinem Wurf an. Die vorausgegangene Debatte verlieh seinem Schmetterwurf dabei noch zusätzliche Schubkraft und die Vogelstange wurde punktgenau getroffen. Sie erzitterte unter dem gewaltigen Aufprall, und mit einem letzten Nachbeben fiel der Auerhahn plötzlich völlig unversehrt aus seiner luftigen Höhe. Damit hatte der Nachwuchs der Wilkenberger Dorfgemeinschaft nach nur drei Würfen bereits einen neuen Kinderkönig.

Unter dem Jubel der verblüfften Zuschauer, die sich gerade erst ein halbwegs trockenes Plätzchen unter den Bäumen gesucht hatten, wurde der neue König umgehend zur Krönung getragen. Für ihn war klar, dass seine sieben Jahre alte Cousine Anni seine Königin sein sollte, und so übernahmen die beiden von ihren Vorgängern die Insignien ihres Amtes und konnten sich anschließend mit ihren Mitbewerbern den eigens zu diesem Zweck gebackenen Kuchen schmecken lassen.

An der Vogelrute ging der Wettstreit weiter, als im Laufe des Tages zuerst die Jugendlichen und dann die Gäste den Auerhahn ins Visier nahmen (Bericht folgt).  

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