Fußgängerbrücke ZOB in Meinerzhagen

Termin erneut hinfällig: Streit zwischen Stadt und Stahlbauer geht weiter

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Immerhin: Die Fußgängerbrücke ist jetzt vorschriftsmäßig beleuchtet. Das hat die Stadtverwaltung nach der Lichtprüfung seit gestern schriftlich.

Meinerzhagen - Die Fußgängerbrücke am ZOB entwickelt sich nicht nur zu einer unendlichen Geschichte, sondern sie ist längst auch ein Streitobjekt für Stadtverwaltung und Stahlbauunternehmen.

Nachdem bereits seit der vergangenen Woche feststeht, dass das Bauwerk auch zum Schulstart am Mittwoch nicht in Betrieb genommen werden kann (MZ berichtete), erhob die Stadtverwaltung am Montag massive Vorwürfe gegen das Stahlbauunternehmen Rohlfing. Dieses würde wichtige Unterlagen, ohne die eine Abnahme der Brücke nicht möglich sei, zurückhalten.

MZ-Recherchen bringen unerwartete Wendung

Bürgermeister verärgert

„Dass wir so viele Steine aus dem Weg zu räumen hatten und immer noch haben, ist mehr als ärgerlich“, so Bürgermeister Jan Nesselrath, der darüber hinaus betont, dass dass „alle aktuell Beteiligten alles daran gesetzt haben, schnellstmöglich, verantwortungsvoll und zuverlässig ihre Aufgaben abzuarbeiten“. Wichtig sei nun vor allem, dass die Busse bis zur Inbetriebnahme der Brücke direkt das Gymnasium anfahren, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.

„Grund für die erneute Verzögerung ist neben noch laufenden Arbeiten der Deutschen Bahn eine ausstehende Fertigstellungsanzeige mit Revisionsunterlagen des bis Juni beauftragten Unternehmens, das für die Errichtung der Brücke verantwortlich zeichnet“, hieß es gestern Mittag in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Die MZ-Recherchen im Laufe des Tages offenbarten jedoch: Rohlfing hatte durchaus Unterlagen genMeinerzhagen schicken lassen. Diese landeten jedoch nicht im Rathaus, sondern in der Kanzlei jenes Rechtsanwaltes, der die Stadt in der juristischen Auseinandersetzung mit dem Stemweder Unternehmen vertritt – und sich seit gestern im Urlaub befindet.  Nachdem dieses Missverständnis geklärt war, ließ die Stadt die Unterlagen abholen.

Unterlagen müssen geprüft werden

Am Meinerzhagener Ärger über den Unternehmer ändert das aber offenbar nichts, denn gleich mehrfach habe man die so wichtigen Unterlagen angefragt, wie es aus der Verwaltung heißt. Unklar ist zudem, ob die erforderlichen Unterlagen vollständig eingetroffen sind. Zum anderen müssten dann zunächst das Planungsbüro in Stuttgart und anschließend die Deutsche Bahn die Konformität der Dokumente prüfen, wie Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck im Gespräch mit der MZ erklärte. „Aus einer Eröffnung der Brücke am Mittwoch wird also definitiv nichts.“

Tischtuch zwischen Stadt und Unternehmen schon länger zerrissen

Das Verhältnis zwischen Stadt und Rohlfing ist dabei alles andere als unbelastet: Ursprünglich war die Eröffnung der Brücke, für die das Unternehmen den Auftrag erhalten hatte, bereits für das vergangene Jahr geplant. Später waren das Frühjahr und der Beginn der Sommerferien anvisiert worden. Über die Gründe der Verzögerungen gehen die Meinungen auseinander. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumte Geschäftsführer Richard Rohlfing gestern ein: „Das Projekt wies von Anfang an mehr als die üblichen Holprigkeiten auf – da will ich mich nicht ausschließen.“ Letztlich hätten aber auch sich ändernde Normen und Vorgaben seitens der Deutschen Bahn die Arbeiten des Stahlbauers erschwert, so Rohlfing. Dennoch: In der Folge entzog die Stadt dem Stemweder Unternehmen bekanntlich im Juni einzelne Aufträge für Beleuchtung, Blitz- und Erdungsschutz sowie Pflasterarbeiten.

Rohlfing sieht keine Retourkutsche

Eine Retourkutsche für die entzogenen Aufträge will Richard Rohlfing aber nicht erkennen: Zunächst zeigte er sich am Montag sogar überrascht von der Nachricht, dass die Brücke nicht rechtzeitig in Betrieb genommen werden kann. Zu Verzögerungen kommt es nach Aussage der Stadtverwaltung aber auch im Verantwortungsbereich der Bahn, deren „Rahmenvertragspartner“ die Aufzüge nicht rechtzeitig fertigstellen könne. Einen neuen Fertigstellungstermin will im Rathaus niemand nennen – wohl wissend um die Abhängigkeit von der Firma Rohlfing. Nach Informationen unserer Zeitung ist eine Inbetriebnahme Ende September theoretisch möglich – wenn das Stahlbauunternehmen bis Ende dieser Woche alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt hat.

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