Diskussionsthema „Baumbestattungen“

Auf dem Friedhof in Hunswinkel ist die Baumbestattung mehrerer Urnen möglich.

MEINERZHAGEN ▪ Die Möglichkeit von sogenannten Baumbestattungen gibt es auch auf Meinerzhagener Stadtgebiet.

Darauf verweist als Reaktion auf einen Initiativantrag der FDP-Ratsfraktion die Verwaltung der Stadt. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte aufgrund des Antrags der FDP vom 12. Mai in seiner Sitzung am 25. Mai beschlossen, dass die Verwaltung gebeten wird, die Einrichtung einer städtischen Fläche für Baumbestattungen zu prüfen. Bürgermeister Erhard Pierlings sieht vor dem Hintergrund der vorhandenen Gegebenheiten allerdings keinen weiteren Handlungsbedarf, wie er in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag betonte. Damit wollen sich die Antragsteller nicht zufrieden geben. Sie kündigen vielmehr einen weiteren, in der Sache modifizierten Antrag an.

FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Sanden zog sich erkennbar den Unmut des Bürgermeisters zu, als er die schriftlich vorgelegte Stellungnahme der Verwaltung so einschätzte: „Wer das geschrieben hat, möchte offenbar keine Baumbestattungen.“ Es gehe eben nicht ausdrücklich um „anonyme Bestattungen“, sondern um die Möglichkeit, unter persönlicher Zuordnung einer Urnengrabstätte eine Alternative anzubieten. Sein Fraktionskollege Reiner Ronge präzisierte das mit dieser Beschreibung: Es solle zum Beispiel Familien ermöglicht werden, auf einer dazu bestimmten Fläche einen eigenen Baum zu pflanzen, der dann über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit für Urnenbegräbnisse biete und durch Anbringen zum Beispiel eines Namensschildes auch ein fester Ort zur Erinnerung und Trauer um die Verstorbenen bleiben könne. „Also nicht das, was man sich gemeinhin unter Friedwald-Bestattungen vorstellt“, kommentierte dies SPD-Ratsfrau Roswitha Offermann.

„Angebot ausreichend“

Bürgermeister Erhard Pierlings, der die vom Baudezernat erstellte Verwaltungsvorlage unterschrieben hatte, hält gleichwohl die derzeitigen Angebote für „völlig ausreichend“. Dazu heißt es in der Vorlage unter anderem wie folgt: „Die Möglichkeit von Baumbestattungen in Meinerzhagen gibt es bereits auf dem evangelischen Friedhof an der Heerstraße. Für die Einrichtung einer städtischen Fläche für Baumbestattungen bietet sich der Kommunalfriedhof in Hunswinkel an, da hier schon ein angemessenes Gelände vorhanden ist. Auf dem Kommunalfriedhof in Hunswinkel fanden in den Jahren 2000 bis 2009 durchschnittlich jährlich acht Beerdigungen statt, davon zwei Urnenbeisetzungen. Vor diesem Hintergrund wird aktuell kein hoher Bedarf an zusätzlichen Grabstellen gesehen.

Mit Änderung der Friedhofsssatzung vom 16. Dezember 2008 sind zusätzliche Bestattungsformen für den Friedhof Hunswinkel aufgenommen worden, und zwar die Urnenreihengrabstätten und die Gemeinschaftsgrabstätten. Gemeinschaftsgrabstätten sind anonyme Grabstätten für Urnenbeisetzungen ohne individuelle Kennzeichnung... Auf dem Friedhof in Hunswinkel befinden sich hinter der unteren Wasserstelle bis zu fünf große Laubbäume, an denen eine Baumbestattung mehrerer Urnen möglich wäre.

Die Verwaltung schlägt vor, die künftigen Entwicklungen abzuwarten. „Für den Fall, dass bereits jetzt eine Baumbestattung gewünscht wird, kann diese ohne zwingende Änderung der Friedhofssatzung an den auf dem Friedhof vorhandenen Bäumen ohne Kennzeichnung vorgenommen werden.“

Der FDP reicht dies aber nicht aus. Sie will ihre Vorstellungen jetzt noch einmal präzisieren und sie dann erneut zur Beratung und Abstimmung einreichen. ▪ -fe

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