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Diskussion um Zukunft der Gemeinden im MK

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Von: Bettina Görlitzer

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Kreissynode der Evangelischen Kirche in Meinerzhagen
Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Synodalen für eine Sondersynode am 2. September, bei der ein Antrag für die Landessynode vorbereitet werden soll. © Bettina Görlitzer

Das, was die Westfälische Landeskirche zur künftigen Besetzung von Pfarrstellen plant, funktioniert im ländlichen Raum nicht und wurde an den Gemeinden vorbei geplant: Das ist die Botschaft der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg.

Meinerzhagen - Diese tagte am Samstag im Evangelischen Gymnasium in Meinerzhagen mit dem Schwerpunktthema „Überlegungen zur Zukunft der Gemeinden und der kreiskirchlichen Dienste“. Am Ende stand die Entscheidung für eine Sondersynode am 2. September mit Oberkirchenrätin Kathrin Göckenjan-Wessel, Personalreferentin der Landeskirche. Mit großer Mehrheit – bei sechs Gegenstimmen und neun Enthaltungen – stimmten die Synodalen dafür, erneut zu beraten und gegebenenfalls einen Antrag für die Landessynode im Herbst vorzubereiten.

Hintergrund der angespannten Situation ist ein Thema, das die Gesellschaft insgesamt umtreibt: der Fachkräftemangel. Derzeit sind in den 23 Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg 33 Pfarrer im Dienst, doch die Ruhestandswelle naht: 2031 werden davon noch zehn die Altersgrenze nicht erreicht haben.

Nachwuchs ist kaum in Sicht – das gilt für die Landeskirche insgesamt. Diese hat daher für die Besetzung von Pfarrstellen und damit auch für die Zukunft von Gemeinden neue Rahmenbedingungen vorgegeben. Diese sehen nicht nur stetig steigende Gemeindegliederzahlen pro Pfarrstelle vor, sondern setzen auch voraus, dass Nachbargemeinden sich gegenseitig unterstützen.

Von 33 Pfarrstellen würden nur 11 übrig bleiben

Aktuell werden volle Pfarrstellen noch ab einer Größe von 3000 Gemeindegliedern freigegeben, aber nur, wenn die Nachbargemeinde, in der es noch eine Pfarrerstelle gibt, diesen Wert nicht deutlich unterschreitet. Voraussichtlich ab 2026 wird dieser Wert bereits bei 4000 liegen, ab 2031 bei 5000. Damit würden von den derzeit 33 Pfarrstellen in den Gemeinden des Kirchenkreises noch elf übrig bleiben.

In Flächenkirchenkreisen wie Lüdenscheid-Plettenberg bietet die Landeskirche die Möglichkeit, vorab „Personalplanungsräume“ zu bilden, innerhalb derer dann die geforderte Unterstützung erfolgen würde. Diese müssen allerdings jetzt festgezurrt werden und der Landeskirche bis Jahresende gemeldet werden.

Kritik an Abkehr von Freiwilligkeit

Die Idee zu Kooperationsräumen ist im Kirchenkreis nicht neu und wird zum Teil schon umgesetzt – auf freiwilliger Basis. Die strengen Vorgaben der Landeskirche, die das Modell „von oben“ aufdrückt, sind den Gemeinden ein Dorn im Auge, weil sie den Presbyterien als Leitungsgremien viel Entscheidungsfreiheit nimmt. Nach einer langen Sitzung mit Informationen, Arbeitsgruppen und einer Diskussion im Plenum, in der wenig Uneinigkeit, aber viel Kritik an der Landeskirche durchklang, fiel die Mehrheitsentscheidung, das Thema in der Landessynode erneut zur Diskussion zu stellen und sich mit der Sondersynode darauf vorzubereiten.

In den Arbeitsgruppen war es zuvor darum gegangen, die Möglichkeiten von Kooperationen bis hin zum Einsatz von interprofessionellen Teams zur Entlastung von Pfarrern auszuloten oder bereits bestehende Zusammenarbeit zu bewerten. Aus dem Raum Olpe, wo sich bereits vier Gemeinden zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen haben, hieß es, dass es trotz guter Vorbereitung viele Probleme im Alltag gebe.

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