Corona-Krise

Diskussion über Abiturprüfungen 2021 überrascht Schulleiter

Bereits im vergangenen Jahr fanden die Abiturfeierlichkeiten unter Corona-Bedingungen statt.
+
Bereits im vergangenen Jahr fanden die Abiturfeierlichkeiten unter Corona-Bedingungen statt.

Ein Interview der Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zu Wochenbeginn Wellen geschlagen. Abitur 2021 ja, aber notfalls ohne Abschlussprüfungen – so lautet die Forderung, die Marlis Tepe gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland geäußert hat.

Meinerzhagen – Die öffentliche Debatte, die das nach sich zog, verfolgt man natürlich auch am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen mit Interesse. Schulleiter Sven Dombrowski ist nach eigenem Bekunden „überrascht, dass diese Diskussion überhaupt noch einmal aufgekommen ist“.

Selbige hatte es ja schon vor ziemlich genau einem Jahr vor den Abiturprüfungen 2020 gegeben. Seinerzeit fanden die Prüfungen bekanntlich statt – und im Vergleich dazu sieht Dombrowski die Schulen nun „deutlich besser vorbereitet“. Denn in Sachen Infektionsschutz, Hygienemaßnahmen und den damit gemachten Erfahrungen ist man eben ein ganzes Jahr weiter.

Klausuren in der Turnhalle kein Neuland

Sollten die Inzidenzwerte bis zum Beginn der Zentralen Abiturprüfungen (23. April) in schwindelerregende Höhen schnellen, müsse die Situation natürlich neu bewertet werden, schränkt der Schulleiter ein. Doch solange das nicht der Fall ist, sei die Lehranstalt am Bamberg für Abiturprüfungen in Pandemiezeiten nach wie vor gut aufgestellt. „Aufgrund der vielen unterschiedlichen Klausurblöcke werden maximal 60 Schüler gleichzeitig im Gebäude sein“, sagt Sven Dombrowski. Folge: „Dadurch sind maximale räumliche Abstände möglich.“ Die Klausur beispielsweise in der Turnhalle stellt für die Oberstufenschüler des Meinerzhagener Gymnasiums längst kein Neuland mehr dar.

Mehr Prüfungsvorschläge

Auch für die Abiturprüfungsaufgaben gilt aus Dombrowskis Sicht das, was er schon über die Corona-Schutzmaßnahmen gesagt hat: Man ist besser vorbereitet als 2020. Von zentraler Stelle, sprich: aus dem Kultusministerium, wird es in diesem Jahr mehr Prüfungsvorschläge geben. Sinn und Zweck: Die Fachlehrer vor Ort können so vor dem Hintergrund, dass im Corona-Schuljahr 20/21 gewisse Unterrichtsinhalte womöglich zu kurz gekommen sind, gezielter selektieren.

Das Problem auf dem Weg zum Abschlusszeugnis in Corona-Zeiten liegt für Sven Dombrowski eher vor den finalen Prüfungen und außerhalb der von Marlis Tepe initiierten Diskussion. Stichwort: Distanzunterricht. „Die Note, die auf Grundlage des Distanzunterrichts gebildet wird, wird den Schülern weniger gerecht, als es die Lehrer und viele Schüler selbst gern hätten“, stellt Dombrowski fest. Fehle der Präsenzunterricht, fehle den Schülern auch die Möglichkeit, sich zu zeigen.

Der am Bamberg mithilfe der Software „Teams“ abgehaltene Distanzunterricht kommt dem Vor-Corona-Alltag wohl noch am nächsten. „Ein gutes System“, sagt Dombrowski – aber auch dieses System bleibt nun einmal eines auf Distanz. Noch etwas kniffliger wird es an technisch weniger gut aufgestellten Schulen, wo der Distanzunterricht aus dem Bearbeiten vorgegebener Aufgaben mit anschließender Ergebnis- und Lösungsüberprüfung besteht. Mündliche Mitarbeit? Hm..

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare