In dieser Jugendherberge steckt großes Potenzial

Zu Marc Rudolphis Aufgaben gehört auch die Arbeit im Büro – der „Papierkram“.

MEINERZHAGEN ▪ Was macht ein Mann aus den Ebenen des Münsterlandes im bergigen Sauerland?

Urlaub! Das Gegenteil davon trifft auf Marc Rudolphi zu, den es aus Ahaus nach Meinerzhagen zog. Der 23-Jährige verbringt aber nicht etwa seine Ferien im Land der tausend Berge, er hat die Volmestadt zur neuen Heimat auserkoren. Denn: Rudolphi ist Nachfolger von Dirk Filzen, er wurde zum neuen Leiter der Jugendherberge an der Bergstraße ernannt.

„Der Weggang von Dirk Filzen ist ein herber Verlust. Er hat sehr viel gemacht, hat das Haus nach vorne gebracht und eine gute Steigerung bei den Übernachtungszahlen erreicht. Der Standort Meinerzhagen hat von seinem Engagement gelebt.“ In den höchsten Tönen lobte Markus Quast, Pressesprecher des Deutschen Jugendherbergswerkes, Landesverband Westfalen-Lippe, Anfang des Jahres Dirk Filzen. Anlass für die „Laudatio“ war der Abschied des ehemaligen Leiters der Jugendherberge an der Bergstraße, der aus persönlichen Gründen nach Essen-Kettwig wechselte, wo er die Jugendbildungsstätte des heimischen Bistums übernahm (wir berichteten). Seit Anfang Juni ist die Nachfolge von Filzen in Meinerzhagen geregelt, Marc Rudolphi hat das „Zepter“ übernommen – und er tritt in große Fußstapfen, hatte Filzen doch zuletzt eine Steigerung der Übernachtungszahlen von 8634 in 2008 auf 11 982 im Jahr 2009 erreicht. Doch davor ist Rudolphi nicht bange: „Ich traue dem Haus noch viel mehr zu. Meinerzhagen ist eine tolle Stadt, aber als Herbergsstandort relativ unbekannt. Das müssen wir ändern. In dieser Jugendherberge steckt großes Potenzial.“

Bekanntheitsgrad steigern

Vor allen Dingen will Rudolphi daran arbeiten, die 140-Betten-Einrichtung bekannter zu machen – auch in Meinerzhagen. „Wir freuen uns über alle, die unsere Angebote nutzen. Voraussetzung ist nur ein Jugendherbergsausweis. Hier kann zum Beispiel Disc-Golf gespielt werden und wir organisieren bei uns auch private Veranstaltungen wie Grillfeten.“

Neun Mitarbeiter – vom Zivildienstleistenden über den Leiter bis zur Reinigungskraft – sind in der Herberge beschäftigt. Und künftig möchte Rudolphi auch einen Ausbildenden einstellen. Der soll an der Bergstraße „Fachkraft im Gastgewerbe“ lernen. Rudolphi selbst absolvierte nach dem Gymnasium am Sportschloss Velen eine Lehre zum Hotelfachmann. Beim anschließenden Zivildienst in der Jugendherberge Winterberg hatte er erstmals Kontakt mit seinem Traumberuf. Über den Robinson-Club im schweizerischen Arosa, wo er als „Mädchen für alles“ arbeitete“, kam er nach Meinerzhagen. Künftig wird er mit Lebensgefährtin Katharina Winner auch die Wohnung der Einrichtungsleitung in der Jugendherberge beziehen. Seine Partnerin hat Rudolphi übrigens bei der Jubiläumsfeier „100-Jahre-Jugendherbergen“ in Altena kennengelernt. Sie pendelt täglich zwischen Meinerzhagen und Hagen, wo sie selbst stellvertretende Leiterin der Jugendherberge ist. Ihre Vorgesetzten sind dort die eigenen Eltern. ▪ beil

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