Dauerthema Diebstahl bei Heuel-Logistics

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Erst schlitzen die Täter ein Guck-Loch in die Plane (hinten) und spähen so die Ladung aus. Erscheint diese wertvoll genug, wird die Ware über ein großes Loch entwendet.

Meinerzhagen - Aufgeschlitzte Lkw-Planen, aufgebrochene Diesel-Tanks und hoher Sachschaden: Das Transportunternehmen Heuel Logistics aus Meinerzhagen wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig Opfer von Diebstählen – und rüstet stetig auf.

„Dieser Standort ist ein Hochsicherheitstrakt. In Zäune und Kameras haben wir seit 2007 etwa 250 000 Euro investiert“, sagt Geschäftsführer Christoph Heuel. Weitere Vorkehrungen: Jedes Kennzeichen – ob Lastwagen oder Auto – wird bei Ein- und Ausfahrt gefilmt und im Computersystem gespeichert. Die 40 Kameras überwachen das gesamte Firmengelände, ein Sicherheitsdienst ist stets vor Ort. Für Heuel besonders ärgerlich: „Diese Investitionen sind unproduktive Kosten. Uns zahlt kein Kunde einen Cent mehr, nur weil wir diese Sicherheits-Maßnahmen ergriffen haben.“

Laster aufgeschlitzt und ausgeraubt

Den größten Schaden verursachten in der Vergangenheit leergeräumte Laster. Dabei gingen die Kriminellen besonders dreist vor: Sie schlitzten mit Teppichmessern ein Gucklöcher in die Plane, um nach potenzieller Beute Ausschau zu halten. Dann beluden sie ihre Kleintransporter und verschwanden über die Autobahn. „Seit wir alles eingezäunt haben und überwachen, ist das auf diesem Teil des Geländes nicht mehr vorgekommen“, sagt Heuel. Den finanziellen Schaden seit 2007 schätzt er auf 100 000 Euro.

Das Firmengelände umfasst 50 000 Quadratmeter und ist in zwei Bereiche aufgeteilt. 44 000 sind eingezäunt und videoüberwacht, die restlichen 6 000 liegen gegenüber. Sie sind nicht umzäunt, aber videoüberwacht.

Auf dem kleineren Teil stehen aus Sicherheitsgründen keine beladenen Fahrzeuge mehr, lediglich Reserverad- und Diesel-Diebe versuchen hier, Beute zu machen: „Die Polizei hat sogar mal Täter aus dem Ausland auf frischer Tat ertappt, aber auf dem Schaden bleiben wir sitzen“, sagt Heuel. In den Täterkreis bezieht er Privatpersonen, Kleinkriminelle und sogar eigene Mitarbeiter ein.

Täter schlagen auf Rasthöfen zu

Weiteres Ärgernis sind organisierte Banden, die nachts auf Rasthöfen und Parkplätzen Fahrzeuge aufbrechen und ausrauben: „Wir halten unsere Fahrer zwar an, stets auf sicheren Rasthöfen zu halten und sich in der Nähe des Lkw aufzuhalten. In der Praxis ist das aber nur bedingt umsetzbar“, sagt Heuel. Die Täter gingen so geschickt vor, dass die schlafenden Fahrer erst am nächsten Morgen den Schaden bemerkten.

Hohe Hürde – Problem im Griff

Seit acht Jahren betreibt Heuel-Logistics den Standort am Darmcher Grund. Von Beginn hatte das Unternehmen mit Diebstählen zu kämpfen. Doch Christoph Heuel ist frohen Mutes: „Völlige Sicherheit gibt es nicht, doch wir haben die Latte für potenzielle Täter schon sehr, sehr hoch gelegt.“ - von Emanuel Holz

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