Corona

Lockdown in Meinerzhagen: So ist die Situation an den Schulen

Am Evangelischen Gymnasium hat die Schulleitung die Klassenarbeiten in den Jahrgängen 5 bis 9 gestrichen
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Am Evangelischen Gymnasium hat die Schulleitung die Klassenarbeiten in den Jahrgängen 5 bis 9 gestrichen

Optionale Teilnahme am Präsenzunterricht in den Jahrgangsstufen 5 bis 7, Distanzunterricht in den Klassen 8 bis 12 – der von der NRW-Landesregierung an die Pandemie-Lage angepasste Schulbetrieb hat dafür gesorgt, dass es seit Montag auch an den beiden weiterführenden Meinerzhagener Schulen wesentlich ruhiger zugeht.

Meinerzhagen – „Ungefähr die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 nimmt am Präsenzunterricht teil“, erklärt die Leiterin der Sekundarschule, Christiane Dickhut.

Für die von den Eltern vom Präsenzunterricht abgemeldeten Fünft-, Sechst- und Siebtklässler ist derweil „Lernen auf Distanz“ – so lautet der offizielle Terminus – angesagt. Am Rothenstein sieht das konkret so aus, dass es in den einzelnen Fächern Aufgaben zu bearbeiten gilt, die die Lehrer den Kindern digital übermitteln. Bei Nachfragen besteht die Möglichkeit, zu bestimmten Sprechzeiten per Chat mit den Lehrern in Kontakt zu treten.

Pädagogen im Chat

Wichtigstes Hilfsmittel für den Distanzunterricht ist die App „Sdui“, über die den Lerngruppen Arbeitsmaterialien verfügbar gemacht werden und über die die individuellen Korrekturen der von den Schülern bearbeiteten Aufgaben stattfinden. In den Jahrgängen 8 bis 10 kommt „Sdui“ zwangsläufig noch intensiver zum Einsatz, weil in diesen Altersstufen der Präsenzunterricht gänzlich ausgesetzt ist. Für die Schüler ist stattdessen quasi Homeoffice angesagt. Zu den etatmäßigen Unterrichtszeiten stehen die jeweiligen Pädagogen im Chat zur Verfügung.

Klassenarbeiten, die noch für die Zeit vor Weihnachten angesetzt waren, stellen an der Sekundarschule kein großes Problem dar. „Der größte Teil ist glücklicherweise schon geschrieben“, berichtet Christiane Dickhut. Dort, wo zur Benotung noch Leistungsnachweise benötigt werden, verlegt man sich auf Ersatzleistungen wie Referate und schriftliche Ausarbeitungen. „Gesundheit geht ganz klar vor“, betont Dickhut.

Hausarbeiten als Ersatz

Am Evangelischen Gymnasium hat die Schulleitung die Klassenarbeiten in den Jahrgängen 5 bis 9 gestrichen – falls erforderlich, müssen die Schüler ersatzweise eine Hausarbeit verfassen. Dagegen werden alle für diese Woche geplanten Oberstufenklausuren auch geschrieben. Hier macht man sich den Umstand zunutze, dass die Abwesenheit der halben Unter- und der gesamten Mittelstufe für zahlreiche verwaiste Räume im Schulgebäude sorgt. Auf diese werden die klausurschreibenden Gruppen großzügig verteilt. Das Einhalten von Corona-Abständen sei also kein Problem, betont Schulleiter Sven Dombrowski.

Die Quote der Unterstufenschüler, die in dieser Woche am Präsenzunterricht teilnimmt, ist am Meinerzhagener Gymnasium ähnlich hoch wie an der örtlichen Sekundarschule. „Knapp über 50 Prozent“ der Fünft- bis Siebtklässler seien anwesend, so Schulleiter Sven Dombrowski. Diese werden in Wochenplanarbeit unterrichtet, während die abgemeldeten Unterstufenschüler vergleichbare Aufgaben erhalten, die dann im Januar besprochen werden.

Online-Anbindung nicht optimal

In den älteren Jahrgangsstufen, sprich: von der 8. Klasse bis zur Q2, geht der Unterricht der Distanz zum Trotz nach regulärem Stundenplan weiter. „Dort wollen wir die Grundstruktur beibehalten“, sagt Dombrowski, „sofern das technisch möglich ist.“ Genau in Letzterem dürfte freilich die Schwierigkeit liegen: Zwar ist dank der Software „Teams“ die Vernetzung ganzer Klassen oder Kurse problemlos möglich, doch am Bamberg sind die Internet-Kapazitätsgrenzen stets recht schnell erreicht. Schon länger wünschen sich Schulleiter und Kollegium eine bessere Online-Anbindung, für die Telekom hat schnelles Internet in Stadtrandlage – Schule hin, digitales Lernen her – indes keine sonderliche Priorität. Wie auch immer: Geht das System aufgrund zu vieler gleichzeitiger Zuschaltungen in die Knie, greift Plan B, d. h. vom Lehrer gibt’s Aufgaben.

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