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Spät Schützenfestfan geworden - jetzt König aus Leidenschaft

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Von: Simone Benninghaus

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Dirk Mühlbauer wurde nach seinem Königsschuss auf Schultern getragen
Dirk Mühlbauer wurde nach seinem Königsschuss auf Schultern getragen. © Benninghaus, Simone

Die Dicke Berta wurde bereits vor zwei Jahren genau in dem Moment gezündet, als Dirk Mühlbauer im Beisein des zu diesem Zeitpunkt amtierenden Königs Thorsten Tump die Königskarte löste.

Meinerzhagen - Am frühen Montagabend setzte der 54-Jährige sein Vorhaben entschlossen in die Tat um und der Böller krachte erneut für ihn: Seit Punkt 18.13 Uhr hat Meinerzhagen mit Dirk Mühlbauer einen neuen Schützenkönig. Königin an seiner Seite ist seine Ehefrau Silke.

Als der gebürtige Plettenberger begleitet von begeistertem Jubel ins Festzelt getragen wurde, konnte er sein Glück immer noch nicht richtig realisieren: „In Sekunden rasen einem so viele Gedanken durch den Kopf“, schilderte er, mit Ehefrau Silke im Arm, die ersten Minuten nach seinem Treffer. Dabei hatte er den Entschluss, Schützenkönig in Meinerzhagen werden zu wollen, schon lange gefasst, denn Dirk und Silke Mühlbauer erlebten als Begleitpaar der bis zum Nachmittag noch amtierenden Majestäten Thorsten und Christine Tump die Regentschaft hautnah mit. Als das Schützenfest vor zwei Jahren ausfallen musste, saß man am eigentlichen Festtag im kleinen Kreis zusammen, als Dirk Mühlbauer die folgenschwere Entscheidung traf und die Königskarte kaufte.

Freunde hätten ihm dies allerdings vermutlich nicht zugetraut, denn bis zu seinem 40. Lebensjahr sei er überhaupt kein Schützenfestfan gewesen, verriet der frischgebackene Regent: „Dann lernte ich meine jetzige Frau Silke kennen und sie sagte ,Schatz, wir feiern Schützenfest.’“ Silke Mühlbauer stammt aus Marienheide-Börlinghausen und ist dem Schützenwesen von jeher verbunden. Als Dirk Mühlbauer 2008 sein erstes Fest in Meinerzhagen erlebte, sprang der Funke auch auf ihn über. „Die Tradition, die dabei mit so großer Begeisterung gepflegt wird, hat mich beeindruckt“, so der neue Regent, der sich in den Reihen der Partisanen wohlfühlt.

Seit 16 Jahren in Meinerzhagen

Dirk Mühlbauer wohnt seit nunmehr 16 Jahren in Meinerzhagen. Er ist gelernter Gas-Wasser-Installateur und Heizungsbaumeister, arbeitet aber schon lange im Qualitätswesen der Werdohler Firma Vossloh. Silke Mühlbauer ist Friseurin und arbeitet im Haarstudio Struwwelpeter. Noch am Mittag hatte sie hier einige Frisuren gerichtet, ehe sie den Wettstreit an der Vogelrute verfolgte.

Dort hatten es zunächst zahlreiche Schützen auf die Insignien abgesehen. Die Krone sicherte sich Sergej Tschinse mit dem 54. Schuss. Den Reichsapfel traf Dirk Busse mit Schuss Nummer 13. Das Zepter fiel nach dem 54. Schuss, abgegeben von Malte Bonzol. Hanjo Schneider traf den rechten Flügel (49. Schuss) und Martin Albus sicherte sich den linken (41. Schuss), ehe sich das Feld um kurz vor sechs schlagartig lichtete.

Vier Aspiranten auf die Königswürde

Vier Aspiranten wollten es ernsthaft wissen: Dirk Rebein, Frank Lehmann, Götz Ander – und Dirk Mühlbauer, der neben seiner Begeisterung für das Schützenfest mit seiner Leidenschaft für Segeln, Motorradfahren, Ski- und Fahrradfahren weiteren Hobbys gerne nachgeht.

Zu den ersten Gratulanten zählten neben Dirk Mühlbauers Sohn Niclas (25) und Schwiegertochter Samira auch Jörg Kleiber und Silke Berger sowie Marc Erth und Ute Müller-Erth, die die Majestäten als Paare begleiten werden. Praktisch: Der neue König wohnt an der Kirchstraße unmittelbar neben dem alten – gegenüber liegt das Haus von Adjutant Roger Meyer. Dass man als „Dreigestirn“ bestens funktioniert, zeigte sich beim in der Corona-Zeit aus der Taufe gehobenen Sonntagstreff. Dass sich in dieser Runde weiterhin ein König befindet, dafür sorgte Dirk Mühlbauer mit seinem platzierten Treffer.

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