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Der Borkenkäfer und die Weihnachtsbäume

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Von: Jürgen Beil

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Der Borkenkäfer ist angekommen, auch bei Jochen Schöttler in Ebberg.
Der Borkenkäfer ist angekommen, auch bei Jochen Schöttler in Ebberg. In den Weihnachtsbaum-Plantagen richtet der Schädling aber noch keine großen Schäden an. © Jürgen Beil

Fast alle Fichten sind tot. Der Borkenkäfer hat sein zerstörerisches Werk in der wärmeren Jahreszeit fortgesetzt.

Meinerzhagen – Kahlschlag herrscht nicht nur im Staatswald, auch private Waldbesitzer lassen befallene Exemplare häufig fällen. Droht nun ein Weihnachtsfest ohne Nadelbaum im Wohnzimmer? Stehen auch Edeltannen wie die Nobilis auf dem Speiseplan des Käfers?

Jochen Schöttler aus Ebberg züchtet Weihnachtsbäume. Er beliefert auch Großkunden. Und der Experte in Sachen Weihnachtsbäume und Schnittgrün wird auch in diesem Jahr Tausende gesunde Bäume ernten können. Allerdings: Der Borkenkäfer ist in seinen Kulturen angekommen. „Der Buchdrucker, eine Borkenkäfer-Art, befällt tatsächlich auch Nobilis. Allerdings vermehrt er sich dort nicht. Die betroffenen Bäume sterben jedoch ab“, berichtet Schöttler. Bislang ist die Mehrzahl seiner Nobilis zum Glück gesund. „Weniger als fünf Prozent sind vom Käfer befallen“, bilanziert Schöttler.

Nordmanntannen nicht befallen

Auch Nordmanntannen sind beliebte Weihnachtsbäume. Bei ihnen kann Jochen Schöttler Entwarnung geben: „Sie werden jung geerntet, haben noch keine dicke Rinde. Vom Borkenkäfer werden sie bei mir deshalb nicht befallen.“

Anders die Situation bei der Douglasie: Von denen hat Schöttler nur wenige Exemplare angebaut. „Aber die sind hin“, hat der Experte aus Ebberg festgestellt. Jochen Schöttler besitzt übrigens auch Wald, in dem die Bäume Nutzholz liefern. Dort stehen auch Fichten. Eine Bestandsaufnahme ergab dort kürzlich ein niederschmetterndes Ergebnis: „Genau 21 Fichten sind noch gesund“, sagt Schöttler.

Bäume werden etwas teurer

Steigende Ausgaben für Diesel, Holzpaletten und Löhne – das wird in diesem Jahr auch Auswirkungen auf die Preise der Weihnachtsbäume haben. Jochen Schöttler schätzt, dass ein einzelnes Exemplar etwa einen Euro teurer wird als 2020. Immerhin: Corona macht in diesem Jahr keine Probleme: „Meine sieben polnischen Mitarbeiter sind geimpft, sie konnten problemlos einreisen“, berichtet Jochen Schöttler.

In den vergangenen Jahren hatte der Ebberger allerdings mehr polnische Kollegen im Einsatz. Weil die wirtschaftliche Lage in Polen sich inzwischen aber verbessert habe, finde man nicht mehr so viele Arbeiter, die für die Erntesaison anreisen wollen. In größere Schwierigkeiten bringt diese Tatsache Jochen Schöttler allerdings nicht: „Ich arbeite nun auch mit heimischen Lohnunternehmern“, sagt er.

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