Vierter Kandidat für das Bürgermeisteramt

Der Vierte im Bunde: Michael Deppe sammelt Unterschriften für seine Bürgermeisterkandidatur.

Meinerzhagen - Aus einem wurden zunächst innerhalb kurzer Zeit drei und jetzt vier Kandidaten: Mit Michael Deppe bemüht sich ein weiterer Meinerzhagener um das höchste Amt im Rathaus. Nur noch 18 Tage bleiben dem parteilosen 43-Jährigen, um genügend Unterschriften für seine Kandidatur zu sammeln.

Von Frank Zacharias

Doch der in Worbscheid lebende Deppe ist zuversichtlich, diese Hürde zu nehmen: Ungefähr die Hälfte der notwendigen Unterschriften habe er bereits.

Dass er sich so so kurz vor „Toreschluss“ für eine Kandidatur entschieden hat, liegt an der seiner Meinung nach mangelhaften Bewerberqualität: „Es hat sich in meinen Augen bisher kein akzeptabler Bürgermeister zur Wahl gestellt. Keiner von ihnen kennt die Mitarbeiter und die Abläufe der Verwaltung wie ich. Das höre ich in in den letzten Wochen auch immer wieder in Gesprächen mit meinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen in Meinerzhagen, die vereinzelt schon länger von meinem Vorhaben wussten und mich darin bestärkten.“ Der Diplom-Bauingenieur hat von 2000 bis Ende 2012 beim städtischen Tiefbauamt gearbeitet, wechselte anschließend zum Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid, wo er derzeit als stellvertretender Sachgebietsleiter für den Bereich Betrieb und Unterhaltung zuständig ist. Seine jetzige Kandidatur sei nun keineswegs ein Racheakt – wenngleich Deppe Optimierungsbedarf im Rathaus sieht. „Der Zeitpunkt ist vielleicht ungünstig. Aber bei der nächsten Wahl wäre ich auch wieder zu weit von meiner Verwaltungstätigkeit entfernt gewesen“, erklärt der Mittel-Worbscheider.

„Ich kann es nicht nachvollziehen, wieso sich vordergründig Kommunalpolitiker zu dem Amt des Verwaltungschefs berufen fühlen, ungeachtet der Ausbildung oder verwaltungstechnischen Vorkenntnisse.“ Für ihn ist es wichtig, dass das Bürgermeisteramt unbeeinflusst von politischen „Motiven oder Nebentätigkeiten“ ausgeübt wird. Denn zu häufig habe es in der Vergangenheit keine sachlichen Diskussionen gegeben. „Gute Ideen, deren Umsetzung und ein neutraler Bürgermeister haben keine Parteifarbe“, so Deppe, der zwar Respekt für seine ebenfalls parteilose Mitbewerberin Iris Laufer hat. Doch äußerte sich der 43-Jährige gespannt darüber, „wie sie mit ihrem Wahlprogramm, Meinerzhagen für Familien attraktiver zu machen, den Boykott des Stadthallenumfeldes rechtfertigt“. Auf die eigenen Fahnen geschrieben hat sich Deppe einen ausgeglichenen Haushalt durch die Ansiedlung neuer Firmen und die Optimierung verwaltungsinterne Abläufe – letzteres allerdings nicht zu Lasten von Arbeitsplätzen, wie er betont. Und auch die Attraktivitätssteigerung des inner- und außerstädtischen Umfelds liege ihm am Herzen – so sie bezahlbar ist. „Es muss ja nicht immer der Dienst-Mercedes sein“, sagt Deppe mit Seitenhieb auf Bürgermeister Pierlings.

Weitere Kandidaten ums Bürgermeisteramt sind Jan Nesselrath (CDU), Kai Krause (FDP) und Iris Laufer (parteilos).

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