Fachtagung: Pflege und demografischer Wandel

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Eine weitere Fachtagung zum demografischen Wandel fand jetzt im Haus Nordhelle statt. Rund 90 Interessenten waren dabei.

Valbert - Bereits zum vierten Mal hatte der Arbeitskreis „Demografie – lebenslanges Lernen“ Vertreter der unterschiedlichsten Organisationen zu einer Zusammenkunft eingeladen. Bei der Tagung im Haus Nordhelle stand jetzt das Thema „Gepflegte Aussichten – Verantwortung tragen – Lebensqualität sichern“ auf dem Programm.

Etwa 90 Interessenten konnten Petra Crone als Vorsitzende des Arbeitskreises und Robert Kirchner Quehl von der Friedrich Ebert Stiftung (als Mitveranstalter) begrüßen.

Kurz ging Petra Crone dabei auf die zukünftigen Herausforderungen der Pflege in Zeiten des demografischen Wandels ein, um dann den Platz am Rednerpult für Dr. h. c. Jürgen Gohde, Vorsitzender der Kuratorums Deutsche Altershilfe, zu räumen.

Eindringlich und mit zahlreichen Beispielen und Details ergänzt, skizzierte er das mehr und mehr zunehmende Spannungsfeld im Bereich der Pflege älterer, aber auch behinderter Menschen. Schenkt man einer Studie des Statistischen Bundesamtes glauben, so werden bis 2025 mehr als 150 000 Alten- und Krankenpfleger fehlen – ein großer Teil in der stationären Pflege.

Die Frage, wie diese Lücke geschlossen werden kann, war für Professor Gohde vom Prinzip her einfach zu beantworten: „Es gelingt nur, wenn alle Akteure mitwirken.“ Klar stellte er heraus, welches die Herausforderungen sind und wie diese bewältigt werden könnten. Dabei setzt er auf eine „Care-Orientierung“, bei der die gegenseitige Sorge und Unterstützung, an der sowohl der Staat, professionelle Pflegeeinrichtungen, Ehrenamtliche und Angehörige der Pflegebedürftigen zusammenwirken. Für die Kommunen bedeutet dies auch, vermehrt bereits bei der Bauleitplanung, der Gestaltung von Wohnbereichen, Regelungen des Verkehrs und anderen Lebensbereichen zukunftsorientiert zu entscheiden.

„Es gibt keinen Königsweg, vielmehr müssen verschiedene Strategien kombiniert werden“, zitierte Gohde aus einer Prognos-Untersuchung. Wobei für ihn eines klar ist: „Die Zukunft der Pflege liegt im Quartier, sowohl ambulant als auch stationär.“

Im Anschluss an den Vortrag von Jürgen Gohde zogen sich die Teilnehmer in sechs Workshops zurück. Darin diskutierten die Gruppen über die Themen Wohnberatung, regionale gesundheits- und Pflegenetzwerke, stationäre Pflege, Ausbildung/Fachkräfte, Sozialplanung für Kommunen und Pflege und Beruf. Mit der Abschlussrunde endete die Veranstaltung am Nachmittag. - jjh

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