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An „Delta“ kommt niemand vorbei

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Von: Jürgen Beil

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In der Praxis von Dr. Reimann wurde bisher noch keine Infektion mit der Delta-Variante diagnostiziert.
In der Praxis von Dr. Reimann wurde bisher noch keine Infektion mit der Delta-Variante diagnostiziert. © Beil, Jürgen

An „Delta“ kommt im Moment niemand vorbei. Delta scheint allgegenwärtig zu sein. Denn: Delta bezeichnet eine Corona-Virus-Variante, die als ansteckender gilt als alle anderen bekannten.

Meinerzhagen – Doch ist die manchmal an Hysterie grenzende Debatte um eine durch Delta womöglich auf die Bevölkerung zukommende vierte Welle berechtigt?

Spiel mit der Angst

Der Valberter Allgemeinmediziner und Impfarzt Peter Nolte glaubt nein: „Wir haben noch keine Datenlage, die es erforderlich machen würde, deswegen noch einmal zu impfen. In meinen Augen ist das momentan ein Spiel – auch der Medien – mit der Angst. Und das ohne einen Hintergrund. Wir müssen jetzt einfach abwarten.“

Der Arzt aus dem Ebbedorf verfolgt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Delta“ intensiv. Aber er warnt auch davor, sich von der Angst vor einem erneuten Aufflammen der Pandemie einnehmen zu lassen: „Es hat bei Viren immer Mutationen gegeben, auch bei der Grippe. Da werden die Impfstoffe regelmäßig angepasst. Wir leben seit Jahrtausenden mit Viren. Wenn wir uns nun andauernd von der Angst vor ihnen beherrschen lassen, werden wir doch unseres Lebens nicht mehr froh“, findet der Arzt.

Regeln und Respekt

Verharmlosen möchte Peter Nolte die Corona-Pandemie allerdings keinesfalls. „Regeln und Respekt voreinander, das ist wichtig. Wenn wir uns impfen lassen, Abstand halten und die Hygienemaßnahmen beachten, ist viel gewonnen“, sagt er.

Die Datenlage ist noch zu dürftig, was die Delta-Virusvariante angeht. Das findet auch Dr. Holger Reimann. Für den heimischen Arzt sind noch viele Fragen offen: „Ob Delta krankmachender ist als andere Varianten, das ist ungeklärt. Es scheint so zu sein, dass Kinder und Jugendliche von dieser Mutation stärker betroffen sind als andere. Sie zeigen wohl auch weniger Symptome und dann wird die Erkrankung oft gar nicht diagnostiziert. Delta scheint ansteckender zu sein, aber welche Rolle dabei auch Unvorsichtigkeiten spielen – Stichwort Fußball-Europameisterschaft oder andere größere Veranstaltungen –, ist offen.“ In seiner Praxis hat Dr. Reimann bisher übrigens noch keine Delta-Infektion diagnostiziert.

Warnung vor Hysterie

Was Hysterie angeht, ist Dr. Holger Reimann derselben Ansicht wie sein Kollege Peter Nolte: „Davor kann ich nur warnen. Die Diskussion über Delta wird in den Medien derzeit sehr geschürt.“ Auch er hält das Impfen für den einzigen Weg, die Pandemie zu überwinden. Allerdings berichtet Dr. Reimann, dass bei ihm immer noch zu wenig Impfstoff ankommt. Für die kommende Woche sei gerade einmal ein Vial von Biontech/Pfizer angekündigt.

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