Der Datenschutz rückt bei heimischen Sportvereinen verstärkt in den Blickpunkt

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Das Netz, das nie vergisst? Auch das soll sich ändern. Bestandteil der DSGVO ist auch das Recht auf Vergessenwerden und der Anspruch zu erfahren, wer welche persönlichen Daten und aus welchen Gründen speichert. 

Meinerzhagen - Datenschutzgrundverordnung – ein sperriges Wort, hinter dem sich gravierende Veränderungen und viel Arbeit verbergen.

Betroffen sind auch heimische Vereine, die den Umgang mit personenbezogenen Daten grundsätzlich neu regeln müssen – und zwar ab Freitag. Hintergrund der Änderung ist das Ziel des Gesetzgebers, die persönlichen Daten der Bürger besser zu schützen – und zwar einheitlich in der gesamten EU.

Harald Elbertshagen ist Vorsitzender des größten Meinerzhagener Vereines, des TuS Meinerzhagen. Gut 1000 Mitglieder sind darin organisiert. Und was hält er von der neuen Datenschutzgrundverordnung? Nicht viel! Und dabei wird der TuS nicht einmal „kalt erwischt“. Denn: „Wir haben in der Vergangenheit bereits vorgesorgt – zu unserem Glück.“ Das ist auch für den Betrachter der TuS-Homepage (www.tus-meinerzhagen.de) deutlich zu sehen. Persönliche Daten gibt es dort nicht einzusehen. Lediglich die Vorstandsmitglieder sind abgebildet, auch die Telefonnummern der Funktionäre können eingesehen werden. „Das ist aber kein Problem, alle Betroffenen haben eingewilligt“, erläutert Elbertshagen.

Fotos, beispielsweise Spiel- und Sportszenen mit Akteuren der einzelnen Abteilungen, gibt es hingegen nicht mehr. Beim TuS kümmert sich eine eigene ehrenamtlich tätige Fachkraft um die personenbezogenen Daten und die Mitgliederverwaltung. Dabei wird streng darauf geachtet, dass die Vorgaben eins zu eins umgesetzt werden. Und auch die Vereinsspitze bildet sich in dieser Sache weiter. „In der übernächsten Woche werden zwei Personen aus unserem vierköpfigen geschäftsführenden Vorstand einen Lehrgang des Kreissportverbandes zu diesem Thema besuchen“, sagt Elbertshagen. 

Künftig werden beim TuS außerdem modifizierte Aufnahmeerklärungen verwendet, in denen die neuen Mitglieder ihr Einverständnis erklären – natürlich nur wenn sie das wünschen –, dass Fotos von ihnen beispielsweise auf der Vereinshomepage veröffentlicht werden dürfen. Das gilt auch für die einzelnen Übungsleiter. 

Auch den zweitgrößten Sportverein in der Volmestadt, den im Stadion an der Oststraße beheimateten und derzeit circa 400 Mitglieder zählenden RSV Meinerzhagen, stellt die Datenschutzgrundverordnung vor Herausforderungen. „Mit der Umsetzung ist es nicht so einfach“, sagt Dirk Rebein. Hilfreich seien da auf jeden Fall „verschiedene Angebote vom FLVW, dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen“, betont der RSV-Vorsitzende. „Da gibt es zum Beispiel Seminare, in denen vermittelt wird, was man wegen der Datenschutzgrundverordnung beachten muss“, sagt er. „Und diese Angebote wollen wir auf jeden wahrnehmen.“

Davon, dass der RSV einen eigenen Datenschutzbeauftragten benötige, gehe er aber nicht aus, so Rebein. Zudem weist er darauf hin, dass man die Verordnung jetzt noch nicht komplett umgesetzt haben müsse, solange der Prozess der Umsetzung bereits laufe. Und dies sei beim RSV der Fall. 

Dass man sich beim Fußballverein von der Oststraße der Wichtigkeit des Themas Datenschutz auf jeden Fall bewusst ist, zeigt sich auch beim Blick auf die Internetseite des RSV (www.rsv-meinerzhagen.com). Dort findet sich eine ausführliche Datenschutzerklärung. Die dortigen Hinweise geben den Homepage-Besuchern einen „Überblick darüber, was mit Ihren personenbezogenen Daten passiert, wenn Sie unsere Website besuchen“, heißt es da unter anderem.

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