Messungen des Märkischen Kreises

Raserei an der Nordhelle: Motorrad- und Autofahrer weiter zu schnell

+
Mit diesen unscheinbaren Kästen wurde die Geschwindigkeit gemessen.

Meinerzhagen - Auf der Strecke über die Nordhelle wird gerast. Im Mittelpunkt der Kritik standen zuletzt Motorradfahrer. Am 1. April 2018 sperrte der Märkische Kreis die Strecke für Zweiräder, Ende Mai hob das Arnsberger Verwaltungsgericht diese „unverhältnismäßige Maßnahme“ wieder auf. Jetzt zeigt sich: Es wird weiter zu schnell gefahren. Und das betrifft Motorräder und Autos.

Schon im vergangenen Dezember hatte der Märkische Kreis Zahlen veröffentlicht, die aus einer dauerhaften stationären Tempoüberwachung resultieren. Allerdings stammten die nur von einem Straßenabschnitt oberhalb der sogenannten Applauskurve. Hier gilt eine Tempo-50-Regelung. 

Eine große Anzahl der insgesamt 141.948 erfassten Fahrzeuge waren dort zu schnell. Statt der erlaubten 50 Stundenkilometer fuhren 15 Prozent mehr als 73 km/h. Die Kradfahrer waren in der Regel noch deutlich schneller unterwegs als Autos und Lkw. Auch der Spitzenwert von 139 km/h wurde bei einem Motorrad gemessen. 

Weniger Temposünder in der 100-km/h-Zone 

Andere Zahlen sind hingegen weniger besorgniserregend: Wesentlich geringere Geschwindigkeitsüberschreitungen fanden laut Märkischem Kreis nämlich auf freier Strecke, etwa 600 Meter unterhalb der Wasserbehälterkurve, statt. Hier ist Tempo 100 erlaubt. Von 122.636 gemessenen Fahrzeugen blieben 85 Prozent mit 93 km/h sogar unter der erlaubten Geschwindigkeit (Krad 99 km/h; PKW 94 km/h; LKW 88 km/h). Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichte ein Pkw, dicht gefolgt von einem Krad mit 157 Stundenkilometern. 

Während oberhalb der Applauskurve viele und vor allem Motorradfahrer zu schnell unterwegs sind, sieht es also ein Stück weiter auf freier Strecke, im 100 km/h-Bereich, anders aus. Dort wird die Geschwindigkeitsbegrenzung größtenteils eingehalten. Die Messungen dort wurden im Zeitraum vom 16. August bis zum 25. Oktober durchgeführt. Die Messpunkte wurden in Zusammenarbeit mit der Spezialfirma für Messtechnik und der Kreispolizeibehörde festgelegt. 

Neue Messungen zu „Saisonbeginn“ 

Noch wenig aussagekräftig sind die ersten Lärmmessungen, die im Abstand von drei Metern zur Straße durchgeführt wurden. In diesem Jahr, wenn die Motorradsaison wieder beginnt, sollen Referenz- und Vergleichswerte aufgenommen werden, um die Lärmbelästigung in den Wohngebieten festzustellen. 

Bei den bisherigen Messungen an der Strecke wurden allerdings schon Höchstwerte von über 100 Dezibel gemessen, die für sich genommen die Schwellenwerte der Gesundheitsgefährdung überschreiten würden, erklärt der Märkische Kreis in seiner Mitteilung.

„Letztlich handelt es sich bei den ermittelten Messwerten um ausschließlich absolute Zahlen, die erfahrungsgemäß nicht unmittelbar mit dem subjektiven Schallempfinden zu tun haben. So stellt aufgrund der unterschiedlichen Schallfrequenzen ein hochtouriger Motorradmotor eine andere Lärmquelle dar, als ein Lkw-Motor auf einer Bergfahrt unter Volllast“, schreibt der Kreis. 

Subjektives Lärmempfinden 

Und weiter heißt es dazu: „Die subjektive Lärmempfindung hängt auch von dem normalen Umgebungslärm ab. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich das Lärmempfinden in einer urbanen Bebauung anders darstellt als in einem Naturschutzgebiet, in dem kaum Lärmquellen vorhanden sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare