Dankeschönfest für Ehrenamtliche

Kabarettist Rainer Schmidt bei einem seiner Ausflüge von der Bühne ins Publikum. Er sorgte am Freitag für einen unterhaltsamen Abend der vielen Ehrenamtlichen, die sich zum Dankeschönfest hatten einladen lassen.  Foto: Schliek

Meinerzhagen -  Wie gebe ich jemandem die Hand, der keine Hände hat? Das ist gar nicht so schwer, wie Kabarettist und Pfarrer Rainer Schmidt bei seinem vergnüglichen Auftritt in der Stadthalle am Freitagabend anschaulich demonstrierte. Mehr als 450 Gäste waren der Einladung der Stadt zum ersten Dankeschönfest für ehrenamtliche Helfer gefolgt. Ein Erfolg für das Organisationsteam unter Leitung der Sozialausschussvorsitzenden Petra Freudenreich.

Ab 19 Uhr starteten die Besucher im Foyer mit einem Freigetränk und einem Imbiss in den Abend. Gesponsert wurde die Veranstaltung von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, der Volksbank im Märkischen Kreis und dem Stadthallen-Caterer Fedder aus Much. „Vor gut einem Jahr wurde die Idee unter dem Arbeitstitel Dankeschönfest geboren. Wir fanden diese Bezeichnung so treffend, dass wir einfach dabei geblieben sind“, erklärte Bürgermeister Jan Nesselrath während seiner Begrüßungsrede.

Er würdigte die Helferinnen und Helfer als „wichtiges Zahnrad im Getriebe unseres Zusammenlebens. Die Ehrenamtlichen übernehmen an vielen Stellen große Verantwortung. Sie prägen die Stadt mit ihrem Idealismus und ihren Taten. Sie geben Meinerzhagen Charakter, machen die Kommune zu einem lebens- und liebenswerten Ort“, so Jan Nesselrath weiter. Dieser freiwillige Einsatz koste die Bürger Zeit, Energie, Nerven und oft auch Geld. Dafür wolle sich der Stadtrat und die Stadtverwaltung im Namen der ganzen Bürgerschaft mit dem fröhlichen Zusammensein bedanken.

Mit deutlich über zwei Stunden bester Unterhaltung, unterbrochen nur von einer 20-minütigen Pause zur Mitte des Programms, sorgte dann der Bonner Pfarrer und Kabarettist Rainer Schmidt für viel Freude. Neben munteren Passagen mit tollen Gags gab es immer wieder nachdenkliche Momente. „Behinderung ist im Kern Verunsicherung“, erklärte der Unterhalter dem Publikum. Sein Ziel sei es, den Menschen diese Unsicherheit zu nehmen.

Dafür suchte Rainer Schmidt die Nähe zu den Besuchern. Er sprach die städtischen Gastgeber persönlich an und mehrmals ging er von der Bühne hinein in die Zuschauerreihen und machte so einige der Gäste zu aktiven Mitspielern im fröhlichen Kabarettprogramm.

Sie erfuhren beispielsweise, wie man einen Menschen, der keine Hände hat, herzlich begrüßt. „Was kann ich ohne Hände nicht?“, wollte Schmidt wissen. „Klavier spielen“, lautete eine Antwort. Die Nachfrage im Saal ergab, dass mindestens 85 Prozent der Gäste ebenfalls nicht Klavier spielen können. „Sind die dann alle behindert“, fragte Rainer Schmidt in seiner Lektion über das Helfen. Ehrenamtliche Hilfe, so seine Feststellung, sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein. Als negatives Beispiel führte er seine Grundschullehrerin an, die ihm unbedingt das Schreiben mit dem Fuß beibringen wollte, obwohl er schon längst gelernt hatte, den Stift mit seinen Armstummeln sicher zu führen.

Ehrenamtliche Arbeit bedeute, offen auf die Menschen zuzugehen, betonte Schmidt und brachte dazu viele Beispiele. „Ich erlebe jeden Tag lustige Szenen. Mein Leben ist ein Kabarettprogramm“, erklärte er. Letztlich gehe es darum, sich so um seine Mitmenschen zu kümmern, dass sie stärker werden, gab er seinem aufmerksamen und begeisterten Publikum nach einem äußerst amüsanten Abend

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