Ferienfreizeit im "Haus Nordhelle": Tipi bauen und neue Kraft schöpfen

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Der Johanniter-Kinderhospizdienst „Kleine Raupe“ bot eine Freizeit in Meinerzhagen an. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert.

Meinerzhagen - Eigentlich hat Leo gerade überhaupt keine Zeit für den mit schillernden Marzipan-Schmetterlingen verzierten Kuchen. „Gleich gehe ich wieder raus, das Tipi muss fertiggebaut werden“, erklärt er an der geschmückten Kaffeetafel im „Haus Nordhelle“ in Meinerzhagen.

Dort nahm Leo mit seiner Familie an einer einwöchigen Freizeit mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Kleine Raupe“ der Johanniter teil.

Der Aufenthalt für die Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern war dank eines großzügigen Spenders möglich, der anonym bleiben will. Dank ihm genießen die vom Ambulanten Johanniter-Kinderhospizdienst in ganz Südwestfalen begleiteten Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern eine gemeinsame Ferienwoche.

An diesem Nachmittag sitzen außerdem die Großeltern von Anna mit am gedeckten Tisch: Das blonde Mädchen aus Lüdenscheid feiert nämlich den zehnten Geburtstag, sie bekommt ein Lied gesungen und zeigt ihre Geschenke. Und das lässt Leo für einen Moment sein Bauvorhaben im Wald vergessen.

„Es ist das erste Mal, dass wir den von uns begleiteten Familien solch eine gemeinsame Freizeit anbieten können“, erzählt Bettina Wichmann, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizdienstes „Kleine Raupe“ der Johanniter. Und dank der ehrenamtlichen und für diesen Dienst ausgebildeten Begleiterinnen und Begleiter könnten die Eltern entspannen, durchatmen und Kraft schöpfen. „Ich genieße diese Tage sehr“, bestätigt eine Mutter. Vor allem der Austausch mit den Müttern anderer erkrankter Kinder helfe ihr, ergänzt sie.

Anna mag am liebsten das Schwimmbad im Haus Nordhelle, und sie erzählt, dass sie jeden Morgen dort ins Wasser geht. Leo dagegen hat das Segel aus Tropfsteinen am meisten beeindruckt, das er beim gemeinsamen Besuch der Atta-Höhle in Attendorn entdeckt hat.

Auf dem Programm der Gruppe stehen außerdem der Besuch des hessischen Liedermachers Thomas Koppe, eine Fahrt mit der Bimmelbahn „Biggolini“ und ein Kegelabend.

Glücklich und zufrieden macht die Kinder alleine schon das Spielen bei schönem Wetter auf dem weitläufigen Gelände des Tagungshauses. Und während Laura dort hoch konzentriert ihren Plüschhasen „Hoppel“ mit Girlanden dekoriert, ist Leo schon längst wieder draußen bei seinem Tipi aus langen Holzstöcken – denn das soll ja schließlich auch noch fertig werden.

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