Matinee für Ran und Daniel Meinertzhagen

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Bürgermeister Erhard Pierlings und sein Stellvertreter Volkmar Rüsche freuten sich, mit Ran und Daniel Meinertzhagen zwei Vertreter einer bedeutenden Großfamilie begrüßen zu können, deren Wurzeln in Meinerzhagen zu finden sind.

MEINERZHAGEN - Ihre Reise führte Mr Ran Meinertzhagen und Sohn Daniel am Wochenende in die Stadt ihrer Ahnen, deren Erbe sie noch heute im Namen tragen. Am Sonntag wurden die Briten im Rahmen einer Matinee im Rathaus empfangen.

Bürgermeister Erhard Pierlings bedauerte, die Veranstaltung mit einer traurigen Nachricht eröffnen zu müssen. Aus gesundheitlichen Gründen könne Dr. Manfred Luda leider nicht dabei sein, erklärte er. Das war umso bedauerlicher, als der Meinerzhagener Historiker ein ausgewiesener Kenner der bemerkenswerten Geschichte der Familie Meinertzhagen ist und seine einschlägigen Betrachtungen zum Thema „Meinertzhagen Family und die Stadt Meinerzhagen“ im Mittelpunkt der Matinee standen.

Dr. Manfred Ludas Artikelfolge, die bereits in der Meinerzhagener Zeitung veröffentlicht wurde und große Beachtung fand, stützt sich auf Forschungen von Vertretern dreier Generationen der Familie Meinertzhagen. Bevor der Bürgermeister stellvertretend für den Historiker dessen Rede vortrug, bemerkte er: „Es wird mir schwer fallen, den besonderen Witz zu übernehmen, der Dr. Ludas Vorträge auszeichnet.“ Dann gab er spannende Einblicke in die Historie der Familie Meinertzhagen, die auch in besonderer Weise die Vielfalt der eisenwirtschaftlichen Struktur der Grafschaft Mark im Mittelalter Zeit aufzeigt. Es wurde deutlich, wie bedeutsam die Stellung der Großfamilie ist, die in Kirche, Wissenschaft und Politik ihre Spuren hinterließ, sich vor allem aber über die Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Zeit im Handel und Bankwesen im Rheinland, in Luxemburg, Belgien, in den Niederlanden und Bremen einen Namen machte und 1862 in Großbritannien neu erstand. Dr. Luda schreibt: „Aus deutscher Sicht stelle ich zu der wirklich einmaligen Geschichte der Großfamilie Meinertzhagen jetzt abschließend noch folgendes fest: Im rheinisch-westfälischen Raum gibt es nur einen vergleichbaren Fall. Das sind die Träger des Namens Plettenberg. Vorfahren dieser Gruppe sind durch die Jahrhunderte gleichfalls in bedeutenden Positionen hervorgetreten, besonders im Bergbau und im Staatsdienst. In Deutschland leben zahlreiche Träger dieses Namens noch heute. Die Großfamilie Meinertzhagen unterscheidet sich davon jedoch wesentlich: In Deutschland gibt es sie nicht mehr, gibt es Namensträger nur noch in Einzelfällen, vor allem im Rheinland. In Meinerzhagen war (…) die jahrhundertelange Tradition der rheinischen und bremischen Großfamilie Meinertzhagen total vergessen. Erst recht wusste man nichts von dem englischen Zweig und dass dieser noch heute existiert. Vom 19. Jahrhundert an erinnerten sich einige dieser Engländer, alle zunächst Nichthistoriker, des Ursprungs im Sauerland. Und sie brachten uns bei, was Ureinwohner Meinerzhagens und deren Nachfahren in den Jahrhunderten nach 1360 in Köln, dann in Bremen und schließlich in London mit jeweils weiträumiger Ausstrahlung geleistet haben. Das ist eine nicht zu unterschätzende Erweiterung des Meinerzhagener Geschichtsbildes.“ Nachdem Bürgermeister Erhard Pierlings die Ausführungen Dr. Ludas präsentiert hatte, ergriff Daniel Meinertzhagen das Wort und dankte auch im Namen seines Vaters für den herzlichen Empfang. In ausgezeichnetem Deutsch mit leichtem britischem Akzent versicherte er: „Wir empfinden beide eine tiefe Verbundenheit mit Meinerzhagen.“ Er berichtete auch, dass sein Vater sich im vergangenen Jahr ganz besonders über den Besuch von Erhard und Helga Pierlings zu seinem 85. Geburtstag gefreut habe. Im Anschluss an die Matinee stand ein kleiner Imbiss bereit und die Besucher hatten Gelegenheit, mit den beiden Ehrengästen ins Gespräch zu kommen. Über die Ausführungen von Dr. Manfred Luda zur Geschichte der Familie Meinertzhagen wird gesondert in unserer Print-Ausgabe berichtet.

Petra Schüller

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