Museumszug durchs Listertal?

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Alles rund um die Bahn fasziniert Dieter Withöft. Zu Hause hat er eine stattliche Sammlung von Zügen und Waggons.

Meinerzhagen - Es geht durch einen Tunnel auf Meinerzhagener Stadtgebiet, den kaum jemand kennt.

Die Strecke führt weiter über die spektakuläre Fischbauchbrücke bei Scherl. „Blühende Landschaften“ schließen sich auf dem Weg ins Listertal an. Schade, dass allerdings kaum jemand noch in den Genuss einer Zugfahrt vom Meinerzhagener Bahnhof bis nach Krummenerl kommt.

Seit den 1960-er Jahren verkehren hier keine Personenzüge mehr. Nur mit Schotter beladene Waggons rollen noch regelmäßig dort entlang. Wenn es nach Dieter Withöft geht, könnte sich das aber bald ändern.

Der Meinerzhagener ist nicht erst gestern auf die Idee gekommen, auf der reizvollen 12,1 Kilometer langen Strecke zumindest eine Museumseisenbahn rollen zu lassen. Die könnte – beispielsweise an Festtagen in der größten Kommune an der oberen Volme – wieder zwischen dem Bahnhof und Krummenerl verkehren. „Menschen, die so ein Angebot gern wahrnehmen würden, gibt es sicherlich genug“, glaubt Dieter Withöft.

Er selbst ist fast das ganze Leben mit der Eisenbahn verbunden, auch wenn er selbst nicht bei dem Konzern beschäftigt war. Und weil er sein Hobby gern mit Bahnfans teilen möchte, kam ihm eben diese Idee. Und Withöft hat bereits Kontakt mit der „Interessengemeinschaft zur Förderung und Erhaltung des Bahnbetriebswerkes Dieringhausen“ aufgenommen. „Die könnte den Museumszug rollen lassen“, glaubt der Meinerzhagener. „Sie haben sowohl eine Lok als auch die Wagen dafür.“

Und in der Tat gibt es in der oberbergischen Kommune zumindest Interesse an Withöfts Idee. Volker Eisenhauer ist Schriftführer und Organisator bei der IG und er erklärte gegenüber der MZ: „Ja, wir möchten unseren Zug, den Bergischen Löwen, gern auch woanders fahren lassen als nur auf unserer Hausstrecke vom Eisenbahnmuseum in Gummersbach-Dieringhausen nach Wiehl. Und da wäre das Listertal für uns natürlich eine Möglichkeit.“

Eisenhauer schränkt allerdings ein, dass dieser Gedanke nur dann in die Tat umgesetzt werden könnte, wenn eine Reihe von Voraussetzungen vorlägen, die es jetzt abzuklären gelte: „Unsere Dampflok stellt bestimmte Ansprüche an die Strecke.“ Benötigt würden Wasser-Nachfüllmöglichkeiten und außerdem müsse man einen Fahrplan für die in Frage kommenden Tage aufstellen. „So ohne Weiteres kann man nicht losfahren. Da müsste man auch einen Antrag bei der Deutschen Bahn stellen und nach Ausweich- und Rangiermöglichkeiten auf der Strecke suchen“, weiß Eisenhauer.

Die, so Dieter Withöft, gebe es beispielsweise bei Krummenerl. Er glaubt: „Insgesamt ist die Strecke top in Ordnung. Wir haben Umsetzmöglichkeiten für die Züge. Eigentlich müssten wir im Falle der Machbarkeit nur noch Leute finden, die sich für das Projekt engagieren. Beispielsweise wäre Personal für die Sicherung des Zuges an der Strecke nötig.“ Dass sich das ganze Unterfangen lohnen würde, glaubt der Volmestädter ebenfalls. Die IG könnte drei Waggons zur Personenbeförderung und einen Packwagen anhängen, in dem sich auch Kinderwagen und Fahrräder transportieren ließen. „Wenn man dann von jedem Gast zehn Euro für die Tour nehmen würde, hätte man die Kosten wohl heraus – bei entsprechendem Interesse“, glaubt Withöft.

In Dieringhausen werden nun Details besprochen und geprüft. Und natürlich müsste auch eine Liste vorliegen mit Tagen, die für den Mussumseisenbahn-Verkehr in Frage kommen würden. Grundsätzlich sei man bereit, meint Volker Eisenhauer.

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