Coronavirus

Odyssee zurück nach Meinerzhagen

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Die Pandemie sorgt für leere Abflughallen: Der Flughafen von Toronto am vergangenen Donnerstag.

Meinerzhagen - Die Auswirkungen der Corona-Krise sind immens – sowohl in Deutschland wie auch global. Seit einigen Wochen überschlagen sich die Ereignisse. Betroffen sind davon auch unzählige deutsche Reisende im Ausland. So auch die Meinerzhagenerin Lisa Först.

Am vergangenen Freitagmorgen ist die Meinerzhagenerin aus Costa Rica nach Deutschland zurückgekehrt. Endlich, denn: Die Rückreise fand angesichts der Pandemie unter erschwerten Bedingungen statt. Auf Anfrage unserer Zeitung berichtet sie von ihrer Reise und ihrer Heimkehr mit Hindernissen. 

„Im Januar war ich zu meinem Sabbatical nach Zentralamerika aufgebrochen“, erzählt die Volmestädterin, die beruflich in der Unternehmenskommunikation bei Audi tätig ist. Zunächst in Guatemala und Mexiko und ab Anfang März dann in Costa Rica lernte sie die Länder, ihre Lebensweise und Kultur kennen und nutzte das Sabbatical zudem, um ihre Kenntnisse der spanischen Sprache aufzufrischen. Ursprünglich hatte sie geplant, ihre Reise anschließend in Südamerika fortzuführen und von dort schließlich im Juni nach Deutschland zurückzufliegen. 

Coronavirus: Im März verschärfte sich die Krise

Doch im Laufe des März verschärfte sich die Corona-Krise bekanntlich dramatisch. Berichte von Schließungen von Schulen, Grenzen und Geschäften – auch in Europa und Zentral- und Südamerika – sowie von massiven Einschränkungen im Flugverkehr gingen durch die Medien. So entschloss sich Lisa Först schweren Herzens, ihre Reise vorzeitig abzubrechen. 

Erlebte fernab des Coronavirus eine beeindruckende Zeit in Zentralamerika: Lisa Först war begeistert von der Hilfsbereitschaft und Solidarität ihrer Gastgeber.

„Ich habe so tolle Menschen getroffen und wäre sehr gerne geblieben“, betont die Meinerzhagenerin. Vor zwei Wochen hatte Lisa Först aufgrund der Reisebeschränkungen ihren Rückflug umgebucht. Doch dann war Geduld gefragt: „Mein Rückflug wurde kurzfristig gecancelt – so, wie auch zahlreiche weitere Flüge, auf die ich anschließend umgebucht wurde. Auch ein neu gebuchter Flug mit einer anderen Airline wurde kurz vorher abgesagt, da immer mehr Flughäfen und Grenzen schlossen. So habe ich mich für die Rückholaktion der deutschen Botschaft vor Ort registriert.“ 

"Vorbildliches Verhalten" der Botschaft

Das vorbildliche Verhalten der Botschaft lobt sie ausdrücklich: „Die Diplomaten und sogar ihre Ehepartner haben auf ihre Möglichkeit auszureisen verzichtet, um die Rückholaktion für über 2600 Menschen in Costa Rica zu organisieren und uns zu helfen.“ 

Dabei wurden natürlich zunächst Kranke, Risikogruppen, Familien, unbegleitete Minderjährige und medizinisches Personal ausgeflogen. „Die Botschaft rief wegen der absehbar langen Wartezeiten zugleich dazu auf, die Rückreise wenn irgendwie möglich weiterhin selbst zu organisieren. Ich habe dann mit Glück noch mal einen neuen Flug finden können“, berichtet Lisa Först. 

Zwölfstündiger Zwischenstopp in Kanada

Am vergangenen Mittwoch konnte die Volmestädterin endlich ihren Rückflug ab San José, der Hauptstadt Costa Ricas, antreten. Nach einem zwölfstündigen Zwischenstopp im kanadischen Toronto landete sie dann schließlich am Freitagmorgen in Frankfurt. „Ich habe mich sofort von der Liste der Rückholaktion streichen lassen, sodass die Warteliste wieder ein kleines Stück kürzer wird oder vielleicht ein anderer Europäer mitgenommen werden kann“, erzählt sie. 

Generell habe sie auf ihrer Reise fast nur Positives erlebt, freut sich die Meinerzhagenerin. „Ob Guatemala, Mexiko oder Costa Rica – neben wunderschöner Natur war meine Reise geprägt von spannenden Begegnungen mit anderen Kulturen und Menschen. Menschen, die herzlich, liebenswert und unheimlich hilfsbereiten waren“, betont sie. 

Dies habe sich auch in den Zeiten, in denen das Coronavirus das öffentliche Leben beherrscht, nicht geändert – im Gegenteil. „Gerade in dieser Zeit war überall Solidarität und Hilfsbereitschaft spürbar: Angefangen von der deutschen Botschaft in Costa Rica, die ,24/7’ im Einsatz ist, um die ,Gestrandeten’ zurückzuholen, über die Reisenden allen Alters, die sich vernetzen und gegenseitig helfen, bis hin zu den Einheimischen.

"Dankbar, jetzt wieder hier sein zu können"

So zum Beispiel ein Arzt, der mich behandelte, weil ich mir wenige Tage vor meinem geplanten Abflug noch einen Riss im Trommelfell zugezogen hatte und dafür nicht einmal Geld nehmen wollte. Auch meine Familie und Freunde aus Deutschland haben mich in dieser turbulenten Situation sehr unterstützt. Ich bin dankbar, jetzt wieder hier sein zu können, hoffe sehr, dass alle, die gerade noch im Ausland auf die Rückkehr warten, bald heil nach Hause kommen, und dass die Solidarität und gegenseitige Hilfe auch weit über die nächsten Wochen und Monate andauern werden.“

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