Geschäftsschließung

Schock: Coronakrise zwingt Reisebüro zur Aufgabe

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Das Reisebüro Lück in Valbert schließt zum Ende des Monats. Grund dafür ist der wirtschaftliche Niedergang durch die Corona-Krise. Aber auch nach der Schließung werden die Kunden weiter betreut.

Valbert - Die Corona-Krise fordert auch in wirtschaftlicher Hinsicht Opfer: Das Reisebüro Lück muss zum 31. Mai schließen. Beruhigend für die Kunden: Die Weiterbearbeitung der gebuchten Reisen erfolgt auch nach dem 1. Juni.

Wie fatal die Auswirkungen der Corona-Krise für die gesamte Tourismusbranche sind, zeigt sich auch in Meinerzhagen: Das Reisebüro Lück in Valbert wird am 31. Mai schließen müssen. Die Aufgabe des Geschäftes an der Ihnestraße 35, das zu den Traditionsunternehmen im Ebbedorf zählt, ist für Inhaberin Jutta Oerder ein unumgänglicher Schritt. 

In einem Kundenbrief, in dem die Schließung angekündigt wird, heißt es unter anderem: „Aufgrund der zahlreichen Eindämmungsmaßnahmen zur Corona-Krise und des weltweiten Reiseverbotes, welche seitens der zuständigen Behörden getroffen wurden, gerät die Tourismuswirtschaft zunehmend unter existenziellen Druck. Die gesamte Tourismusbranche wird auf momentan unabsehbare Zeit mit drastischen Einnahmeausfällen rechnen müssen. Nach ausgiebiger Abwägung und vielen schlaflosen Nächten haben wir uns zu einem schweren und für uns sehr emotionalen Schritt entschlossen.“ 

Gebuchte Reisen werden weiter bearbeitet

Zudem wird in dem Schreiben aber auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Kunden keine Sorgen um die Weiterbearbeitung ihrer gebuchten Reisen machen brauchen. „Dies übernehmen wir selbstverständlich weiterhin für Sie, indem wir telefonisch und auch online für Sie erreichbar sind“, wird im Kundenbrief betont. 

So könne bis zum 31. Mai weiterhin die gewohnte Reisebüro-Rufnummer 0 23 58/9 08 20 und ab dem 1. Juni dann Jutta Oerders Mobil-Rufnummer 01 76/23 38 53 56 genutzt werden. Außerdem sei die E-Mail-Adresse mail@reisebuero-lueck.de sowohl vor als auch nach der Schließung weiterhin erreichbar. 

Pläne zunichte gemacht

Aufgrund der Corona-Pandemie ist 2020 für unzählige Unternehmen bereits jetzt ein Jahr zum Vergessen – so auch für das Reisebüro Lück. Ursprünglich waren die Pläne ganz anders: Inhaberin Jutta Oerder wollte das Geschäft Ende des Jahres an ihre Tochter und Mitarbeiterin Caroline übergeben. Doch ab Mitte März überschlugen sich bekanntlich die Ereignisse. 

Durch die Virus-Krise wurden auch die Pläne des Reisebüros Lück komplett über den Haufen geworfen. „Angefangen hatte es bereits mit der Pleite von Air Berlin im Sommer 2017. Dann kam im Herbst 2019 die Pleite der Thomas Cook Group. Dies führte bereits zu vielen Provisionsausfällen“, sagt Caroline Oerder im Gespräch mit unserer Zeitung. 

"Schließung ist unvermeidbar"

Die Corona-Krise und die dadurch entstandenen Einbußen seien nun von einem solch gravierenden Ausmaß, dass eine Schließung unvermeidbar ist, erklärt die Valberterin. Die NRW-Corona-Soforthilfe habe man beantragt und auch bewilligt bekommen. Doch diese sei bei faktisch null Einnahmen und den laufenden Kosten für den Betrieb wie den Gehältern für zwei Mitarbeiter (also mit Jutta und Caroline Oerder insgesamt vier) und der Miete für die Geschäftsräume nach einem Monat aufgebraucht gewesen.

 „Was mit den angemieteten Räumen ab dem 1. Juni passiert, ist nach unserem Kenntnisstand offen“, sagt Caroline Oerder. Für die Tourismuswirtschaft waren bereits der März und der April geradezu katastrophal. „Und seitdem hat sich die Situation im Grunde sogar noch eher verschlechtert“, sagt Caroline Oerder sowohl mit Blick auf das Reisebüro Lück als auch auf die Tourismusbranche generell. 

Ganze Sommersaison könnte wegbrechen

„Auslandsreisen sind ja sowieso abgesagt. Und viele Veranstalter sagen auch Reisen innerhalb Deutschlands bis mindestens Ende Mai ab. Man muss auch damit rechnen, dass sogar die Sommerferiensaison komplett wegbrechen könnte“, erklärt sie. Doch der Corona-Krise und der Schließung des familiären Traditionsunternehmens zum Trotz: Caroline Oerder richtet den Blick mit Hoffnung auf bessere Zeiten in die Zukunft. 

Künftig als mobile Reiseberaterin aktiv

Wenn – wann auch immer das sein wird – die Corona-Krise überstanden ist, will die Valberterin als Solo-Selbstständige als sogenannte mobile Reiseberaterin tätig sein. So könne sie zum einen im Home-Office, also ohne Kosten für Geschäftsräume, arbeiten. Und zudem – so erläutert Caroline Oerder weiter – seien sie und auch ihre Kunden unabhängig von irgendwelchen Öffnungszeiten. Stattdessen könnten die Kunden zu einem Termin und Ort nach Wunsch ein persönliches Beratungsgespräch mit ihr vereinbaren. Wann sie ihre Tätigkeit als mobile Reiseberaterin beginnt, will Caroline Oerder vorab bekannt geben.

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