Nur ein Teil der Geräte nutzbar

Coronavirus: Nach dem Neustart herrscht in Fitnessstudios getrübte Freude

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Flatterband an jedem zweiten Gerät: Wie hier im Lions Next Level Fitness in Meinerzhagen konnten am Montag alle Fitnessstudios wieder öffnen – allerdings unter besonderen Bedingungen.

Meinerzhagen - Anderthalb Monate waren Fitnessklub-Besucher zum Däumchen drehen verurteilt – oder zum Individualsport an der frischen Luft. Seit Montag ist der Weg an die Geräte aber wieder frei, oder, besser gesagt: an einen Teil der Geräte.

Denn längst nicht alles, was im Studio steht, darf auch genutzt werden. Das verhindern die Hygiene- und Infektionsschutzstandards, die das Land NRW auch speziell für Fitnessstudios aufgelistet hat.

„Dazu gehört auch, dass die nutzbaren Geräte mindestens drei Meter voneinander entfernt stehen müssen“, erklärt Thorben Radtke vom Fitnessstudio „Lions Next Level Fitness“ an der Meinerzhagener Bergstraße. So soll zum einen der notwendige Abstand zum nächsten Sportler gewährleistet sein. 

Die Konsequenz in Radtkes Studio: Von ursprünglich 80 können derzeit nur etwa 40 genutzt werden, maximal 35 Sportler dürfen das Fitnessstudio gleichzeitig besuchen – wenn sie keine Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen. Duschen dürfen gar nicht genutzt werden. 

Lange Liste der Coronavirus-Maßnahmen

Kurzum: Die Liste der Vorgaben ist lang – insgesamt weist sie für Fitnessstudios in Nordrhein-Westfalen 19 Punkte auf. „Und es ist nun an uns, den Kunden diese ganze Liste der Verbote mitzuteilen“, sieht Thorben Radtke die Lockerungen für seine Branche mit gemischten Gefühlen.

„Einerseits freue ich mich natürlich, dass wir wieder öffnen können. Andererseits sind wir nun die, die eine ganze Reihe an Maßnahmen umsetzen und vermitteln müssen.“ Während sich vorher eine Vielzahl der Kunden mit den Vorgaben der Regierung einverstanden erklärt habe, sei es nun schwieriger, um Verständnis zu werben. 

So hofft Radtke auf Erleichterungen im täglichen Arbeitsablauf. „Wenn nur drei Leute hier sind, ist es schwierig, denen gewisse Geräte zu verbieten, obwohl der Abstand zum nächsten Kunden immens ist.“ Und doch weiß er um zahlreiche Klubmitglieder, die sich nicht nur verständnisvoll, sondern auch solidarisch zeigten. 

Freude über viel Solidarität der Mitglieder

„Da wir in den letzten anderthalb Monaten unsere vertraglichen Verpflichtungen nicht einhalten konnten, hätten die Kunden das Recht gehabt, ihr Geld zurückzubekommen. Wir haben aber frühzeitig angeboten, stattdessen eine Zeit-Gutschrift von 1,5 Monaten einzutragen, was viele genutzt haben.“ 

Sehr viele Mitglieder hätten aber auch bereits von sich aus auf einen Ausgleich jedweder Art – sei es in Form von Zeit oder Geld – verzichtet. „Das hat uns natürlich sehr gefreut. Aber der Tenor war: ,Es ist immer noch besser, dass es mein Fitnessstudio am Ende dieser Situation überhaupt noch gibt, als dass ich jetzt Geld zurückverlange‘“, weiß Radtke um viele Unterstützer. „Und doch kann ich natürlich auch jene Kunden verstehen, die ihr Geld zurückhaben wollen.“

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