Viele neue Regeln

Seniorenheim sieht Corona-Lockerungen kritisch

+
Kontakt ist wieder erlaubt, aber nur mit Mundschutz und desinfizierten Händen.

Meinerzhagen - Alles neu, macht der ... Juli. Seit Beginn dieses Monats gelten in Senioreneinrichtungen im Land NRW wieder geänderte Rahmenbedingungen. Auch im Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße gibt es für die Bewohner in Zeiten der Corona-Pandemie nun weitere Erleichterungen. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille.

Die Mitarbeiterinnen der Einrichtung der Perthes-Stiftung geben ein Stück Kontrolle über den Infektionsschutz im Haus ab und sie müssen sich auf eine Menge Mehrarbeit einstellen. 

Aber was ist nun eigentlich neu? Die Übersicht:

  • Jeder Bewohner darf nun zweimal am Tag jeweils zwei Besucher gleichzeitig im Haus – und zwar im eigenen Zimmer – empfangen, außerhalb des Hauses auf dem Freigelände sogar vier Besucher. 
  • Aufenthalte der Bewohner außerhalb der Einrichtung sind täglich bis zu sechs Stunden lang erlaubt. Anschließend, nach der Rückkehr ins Langemann-Haus, ist keine Isolierung der Bewohner nötig. 
  • Im Zimmer des Bewohners gilt: 1,5 Meter Abstand zwischen den Personen, die sich dort aufhalten. Für den Infektionsschutz tragen Bewohner und Besucher die Verantwortung. Ausnahme: Sind die Hände desinfiziert und die Menschen im Zimmer tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung, gilt die Abstandsregel nicht mehr und sogar Berührungen sind erlaubt.
  • Alle Besucher müssen sich vorher anmelden und ihre persönlichen Daten angeben. Sie werden über die Hygienevorschriften belehrt, müssen Fragen zur Gesundheit beantworten und Fieber wird gemessen. Außerdem müssen sie Auskunft geben, ob sie sich kürzlich in einem nationalen oder internationalen Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem Covid-19-Patienten oder dessen Kontaktpersonen hatten.

"Da kommt einiges auf uns zu"

„Da kommt einiges auf uns zu“, weiß Einrichtungsleiterin Ingrid Papst. Sie ist nicht mit allen Neuerungen glücklich, die seit dem 1. Juli gelten. Die Chefin des Wilhelm-Langemann-Hauses weiß genau, dass vieles sich künftig der Kontrolle der Mitarbeiterinnen entzieht. 

Beispielsweise all das, was sich auf den Zimmern der Bewohner abspielen wird. Denn: „Hier sind Bewohner und Besucher selbst in der Verantwortung. Wir können uns nicht daneben setzen, schließlich gilt es für uns, die Privatsphäre so weit wie möglich zu wahren.“ 

Ob externe Gäste im Haus also gleich mehrere Bewohner besuchen – kaum nachzuhalten. Sollte das der Fall sein, wäre jeder „neue Besuch“, also der Übergang von einem ins nächste Bewohner-Zimmer, wieder zu dokumentieren. 

„In der Praxis kaum nachzuvollziehen“, weiß Ingrid Papst. Auch die Dokumentationspflicht samt Fiebermessen stellt das Personal der Einrichtung bereits vor enorme personelle Herausforderungen. Von der telefonischen Anmeldung des Besuchs bis zur Befragung und Aufklärung der Gäste muss ein Mitarbeiter viel Zeit investieren, um alle Vorgaben des Landes korrekt zu erfüllen. 

Ausbrüche in Heimen haben schlimmste Folgen

Und Nachlässigkeiten kann sich keine Einrichtung der Altenpflege leisten. Covid-19-Ausbrüche in Seniorenheimen haben weltweit schlimmste Folgen gehabt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare