Großveranstaltungen 2020

Fällt Meinerzhagener Schützenfest aus? Beratungen am Montag

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Derzeit undenkbar: Massen beim Fackelzug der Meinerzhagener Schützen.

Meinerzhagen - Es ist das größte Schützenfest an der Volme - doch dass die Meinerzhagener Schützengesellschaft Anfang August ihre Traditionsveranstaltung tatsächlich stattfinden lassen kann, ist derzeit unwahrscheinlich.

Mit Spannung erwartete ganz Deutschland die für Mittwoch angekündigten Entscheidungen der Bundesregierung und der Landesregierungen zur Corona-Krise. Als diese dann am Nachmittag von der Kanzlerin verkündet wurden, hatten die Vorsitzenden der heimischen Schützenvereine ihre Ohren besonders weit geöffnet.

 Neben all den Fakten, die das alltägliche Leben in den unterschiedlichen Bereichen angeht, bewegte sie vor allem der Punkt „Großveranstaltungen“: Können die Schützenfeste in diesem Jahr überhaupt stattfinden? 

Coronavirus: Keine Änderung zu März-Erlassen

Hier hat sich gegenüber der ursprünglichen Regelung durch die beiden Erlasse aus dem Monat März vom Grundsatz her nichts geändert. Demnach sind Veranstaltungen mit einer erwarteten Teilnehmerzahl von mehr als 1000 Personen untersagt – jetzt aber mit einer zeitlichen Befristung bis zum 31. August.

Vorstand der Schützengesellschaft tagt am 20. April

 „Wir haben uns von Anfang an auf den 20. April als Termin zur Beratung des weiteren Vorgehens geeinigt“, sagt der Vorsitzende der Meinerzhagener Schützengesellschaft Karsten Decker. An diesem Tag will man im Vorstand nun unter Berücksichtigung der neuen Sachlage beraten. Ein Festjahr ohne Blaukittel Anfang August erscheint aber wahrscheinlich. 

Wer sich an das alle zwei Jahre stattfindende und wegen seiner besonderen Gestaltung weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte und beliebte Fest erinnert, kommt schnell zu dem Schluss, dass 1000 Besucher keine zu hoch liegende Latte für das Festzelt und Gelände sind – erst recht nicht bei den Umzügen durch die Stadt. Dies würde nur die Option einer Verschiebung nach dem 31. August zulassen. 

Da es aber bei der weiteren Entwicklung der Corona-Krise durchaus auch dazu kommen könnte, dass der nun genannte „Endpunkt“ nach hinten verschoben werden müsste, wäre diese Variante im Hinblick auf den Aufwand für die Festvorbereitung zu riskant. 

Verschiebung keine realistische Lösung

Für die drei Vorsitzenden der Schützenvereine Valbert, Rinkscheid und Zur Listertalsperre sind mögliche Festverschiebungen ebenfalls keine realistische Lösung. Nicht zuletzt deshalb, weil die jeweiligen Schützenfeste schon ab Mitte Juni und zudem in einer recht engen Taktung durchgeführt werden. Und auch für diese Veranstaltungen wäre der „Sperrtermin“ Ende August mit dem gleichen Risiko wie für die Blaukittel behaftet. 

„Wir werden unsere offizielle Entscheidung zum Schützenfest im Vorstand treffen“, sagt Carsten Hoff im Hinblick auf den eigentlich am 13. Juni vorgesehenen Start des Festes in Rinkscheid. 

Und auch Dominik Busch vom Valberter Schützenverein (Fest ab dem 17. Juli) und sein Schützenbruder Maik Homuth vom Verein Zur Listertalsperre (Fest ab dem 25. Juli) wollen ähnlich vorgehen. 

Bei allen drei Vereinsvorsitzenden war eine Tendenz zu erkennen: Eine realistische und terminlich sichere Möglichkeit, die Feste durchzuführen, gibt es nicht. 

Bereits vor den aktuellen Beschlüssen von Bund und Ländern hatte sich Anfang der Woche Peter Schrade, Vorsitzender des Allgemeinen Schützenvereins Kierspe, skeptisch hinsichtlich eines möglichen Schützenfestes in diesem Jahr geäußert (die MZ berichtete am Mittwoch). Unabhängig von der neuen Frist vom 31. August hatte er dem ASV-Fest – das im August stattfinden würde – keine großen Chancen eingeräumt. 

Der Kiersper Schützenverein (KSV) hat indes Glück: Er wechselt sich mit dem ASV ab und wäre in diesem Jahr ohnehin nicht mit dem eigenen Fest an der Reihe gewesen.

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