Kindertagespflege: "Masken wirken bedrohlich"

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Tagesmütter im Alltag: Das Spielen im Freien sollte vermehrt zum Tagesablauf gehören.

Volmetal - Es sind nicht nur besondere, sondern schwierige Bedingungen, unter denen Tagesmütter und -väter in Zeiten von Corona arbeiten müssen.

Sie betreuen nicht nur Kinder solcher Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, sondern haben oft auch ihre eigenen Kinder Zuhause, die Hilfe bei den Hausaufgaben oder einfach Aufmerksamkeit brauchen. Daher gehört auch der Beruf Kindertagespflegeperson zu den systemrelevanten Berufen und Tagesmütter und -väter haben deshalb ebenfalls die Möglichkeit, ihre eigenen Kinder in die Notbetreuung der Kitas und Schulen zu geben. 

Und ab Donnerstag, 14. Mai, können weitere Kinder betreut werden: Unabhängig vom Beruf der Eltern können nun alle mindestens zwei Jahre alten Kinder in die Tagespflege zurückkehren. Zuletzt waren bereits Kinder Alleinerziehender wieder willkommen. „Das war schon eine Erleichterung für viele“, sagt Lillian Tanzius, die im Awo-Kindertagespflegebüro in Meinerzhagen die Kindertagespflege in Meinerzhagen, Kierspe und Halver koordiniert. Beziehungsweise: koordiniert hat. 

Für Betreuer besteht keine Maskenpflicht

„Während der Corona-Krise hat das Jugendamt diese Funktion übernommen, um aktuelle Vorgaben umzusetzen“, erklärt Tanzius im Gespräch mit der MZ. Und doch weiß sie um die besonderen Herausforderungen, mit denen Tagesmütter und -väter derzeit zu tun haben. „Allein schon die Betreuung mit Mundschutz ist bei kleinen Kindern sehr schwierig. So eine Maske wirkt für sie bedrohlich. Deshalb ist den Betreuern auch freigestellt, ob sie diese Maske in der Arbeit mit den ganz Kleinen wirklich tragen wollen“, erklärt die Awo-Mitarbeiterin. 

In Kontakt mit den Eltern – etwa beim Wegbringen und Abholen der Kinder – ist der Mund-Nasen-Schutz notwendig. Weitere Hygienestandards des Ministeriums, wie das mindestens viermal tägliche Lüften, das regelmäßige Händewaschen, die Benutzung von Einweghandtüchern oder personalisierten Handtüchern oder, sich so viel wie möglich mit den Kindern im Freien aufzuhalten, würden in die Praxis umgesetzt. 

Neustart für Zweijährige birgt Probleme

Mit der Möglichkeit, nun alle Zweijährigen betreuen zu können, ergeben sich mitunter aber auch neue Probleme, wie Lillian Tanzius weiß. „Die Kinder waren jetzt acht Wochen aus der Betreuung heraus. Das ist ein echter Neustart, der durchaus schwierig sein kann.“ Das könne in Einzelfällen auch zu Lockerungen im Umgang mit Eltern führen. 

„In solchen Situationen können Eltern dann ausnahmsweise eine kurze Zeit mit in die Wohnung der Tagespflegeperson, um das Kind nicht an der Haustür abgeben zu müssen. Aber auch dann sind strenge Hygienevorschriften und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend“, erklärt Tanzius. 

Zudem muss der mittlerweile obligatorische 1,50-Meter-Abstand des Tagesvaters oder der Tagesmutter zu den Eltern gewährleistet sein – während er in der Betreuung der Kinder selbst keine Rolle spielt. „Wie soll das auch funktionieren mit kleinen Kindern, die getröstet oder auch mal gefüttert werden müssen?“, weiß Lillian Tanzius. 

Wann können die übrigen Kinder betreut werden?

Wie es für die etwa 40 Tagespflegepersonen für den Bereich Meinerzhagen, Kierspe und Halver nun weitergeht? Genaues wissen die Verantwortlichen noch nicht. „Möglicherweise können im Juni die übrigen Kinder wieder betreut werden – das wird sich aber noch zeigen“, sagt die Tagespflege-Koordinatorin.

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