Bürgerbüros nach Wiedereröffnung

Nach Lockdown: Wo Bürger Schlange stehen müssen - und wo nicht

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Das Rathaus mit Bürgerbüro in Meinerzhagen.

Meinerzhagen/Altena - Lockdown. Das öffentliche Leben stand für Wochen still. Auch im Märkischen Kreis. Ebenfalls betroffen: Die Stadtverwaltungen inklusive Bürgerservice. Wer also alltägliche Dinge zu erledigen hatte, wie die Beantragung eines Personalausweises, hatte zeitweise schlechte Karten. Wie hat sich die Lage mittlerweile entwickelt?

Inzwischen ist auch zwischen Hönne, Lenne und Volme wieder ein Stück weit Normalität eingekehrt, die Infektionszahlen stagnieren auf niedrigem Niveau. Auch die städtischen Anlaufstellen für Bürger sind wieder geöffnet. Sind die Mitarbeiter in diesen Servicebüros nun heillos überlastet, weil während des Lockdowns viele Dinge unerledigt blieben, die von den Bürgern jetzt auf einen Schlag nachgeholt werden?

Lange Schlangen bis auf die Straße

Im Märkischen Kreis scheint es in dieser Hinsicht große Unterschiede zu geben. In Altena stehen Menschen bis auf die Straße und warten, dass ihnen Einlass ins Bürgerbüro gewährt wird. In Meinerzhagen hingegen ist die Situation entspannt. „Es ist zum Kotzen“, sagt Julian Hartz. Er stand kürzlich gemeinsam mit etwa zehn anderen Bürgern vor dem Stadtpavillon des Bürgerservice am Altenaer Markaner und wartete zwei Stunden darauf, an die Reihe zu kommen. So ging es auch anderen. 

Gut eine Woche, nachdem das Bürgerbüro in der Burgstadt wieder geöffnet hat, ist die Situation immer noch sehr angespannt. Trotz der langen Wartezeiten soll es in Altena bei „freien“ Sprechzeiten bleiben und nicht mit einer Terminvergabe gearbeitet werden, wie in den vergangenen Wochen während der schlimmsten Phase der Pandemie.

Bürger sogar nach Hause geschickt

Doch der Unmut ist groß: Einige Bürger, die weiter hinten in der Schlange standen, wurden sogar nach Hause geschickt, weil sie bis zur Schließung des Büros am Mittag ihr Anliegen nicht mehr hätten vortragen können. Sie müssen nun an einem anderen Tag wiederkommen. 

Das sind die Erfahrungen in Meinerzhagen

In Meinerzhagen haben weder Fachbereichsleiter Helmut Klose noch die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro Ähnliches wie in Altena beobachtet. Klose hat sich nach der Wiedereröffnung selbst ein Bild von der Lage im Bürgerbüro im Untergeschoss des Rathauses an der Bahnhofstraße gemacht: „Es gab eine erste Besucher-Welle am ersten Tag. Da ist es auch bei uns vorgekommen, dass Besucher auf dem Bürgersteig standen und warteten. In den Folgetagen hat sich die Situation aber schnell entspannt und inzwischen herrscht wieder Normalbetrieb.“ 

Seit einige Wochen arbeite man auch ohne eine Terminvergabe, heißt es. Wer will, kann also wie früher einfach vorbeikommen. „Von längeren Wartezeiten ist mir auch nichts bekannt“, berichtet Helmut Klose. 

Dass alles – natürlich unter Beachtung der Hygienevorschriften – reibungslos läuft, dafür sorgen im Meinerzhagener Bürgerbüro vier Mitarbeiterinnen als Voll- beziehungsweise Teilzeit-Beschäftigte. Sie werden nicht immer alle gleichzeitig eingesetzt, „doch in Spitzenzeiten ist genügend Personal vorhanden“, weiß der Fachbereichsleiter. 

Häufig sind Termine nötig

Viele andere Kommunen im Märkischen Kreis haben sich – anders als Meinerzhagen und Altena – für eine Terminvergabe in allen städtischen Fachbereichen entschieden, wie beispielsweise Lüdenscheid, Neuenrade, Werdohl und Plettenberg. 

Seit dem Ende der Osterferien gibt es die Terminvergabe in Plettenberg. Die Stadt überlegt sogar, dieses dauerhaft beizubehalten mit einigen Modifizierungen, da es sich so gut bewährt habe. In Schalksmühle gibt es zur Terminvergabe auch einen Online-Service mit telefonischer Unterstützung. 

Kierspe: Mischkonzept fürs Bürgerbüro

In Kierspe wurden in den ersten Wochen nach Lockerung des Lockdowns ausschließlich feste Termine für den Besuch des Bürgerbüros im Rathaus am Springer Weg vergeben. Inzwischen hat man sich dort allerdings für ein Mischkonzept entschieden. Beigeordneter Olaf Stelse erläutert: „Jetzt ist es so, dass wir pro Woche an zwei Tagen, jeweils dienstags und donnerstags, Termine vergeben.“ An den restlichen Tagen können die Besucher zu den Öffnungszeiten kommen, wann sie wollen, ohne Reservierung. 

Stelse weiter: „Wir wollen so das Schlangestehen und lange Wartezeiten verhindern.“ Das scheint auch zu gelingen, denn von Problemen im Bereich Bürgerservice ist dem Beigeordneten nichts bekannt

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