Erster Schultag nach dem Lockdown: Ungewohnte Distanz

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Der Unterricht geht wieder los nach dem Corona Lockdown: Die 4c im Unterricht an der Grundschule Am Kohlberg Schulzentrum Rothenstein in Meinerzhagen.

Meinerzhagen/Kierspe - Seit weit mehr als 20 Jahren ist Sibylle Eich nun schon Lehrerin. „So aufgeregt war ich aber schon lange nicht mehr“, sagte sie am Vortag des Wiedersehens mit „ihren“ Viertklässlern. Denn die Leiterin der Meinerzhagener Grundschule Am Kohlberg wusste, dass dieser Donnerstag kein gewöhnlicher Schultag werden würde. Und der war es auch nicht.

„Es ging natürlich erst einmal darum, die Kinder zu fragen, wie es ihnen überhaupt in den vergangenen Wochen ergangen ist“, sagte Eich nach Schulschluss. „Sicher sind einige Familien mit der Situation besser zurechtgekommen als andere, haben einige Schüler mehr für die Schule getan – oder tun können – als andere. Wir müssen nun aber jeden da abholen, wo er steht“, betonte die Schulleiterin die besondere Herausforderung, vor der ihr Kollegium nun steht.

 „Aber was wir gesehen haben, war, dass die Kinder zuhause sehr fleißig waren und ihre Hausaufgaben erledigt haben.“ Mit den besonderen Vorkehrungen zum Schutz vor einer Infektion seien die Grundschüler gut klar gekommen, sagte Sibylle Eich. „Das hat alles erstaunlich gut geklappt! Wir haben gemerkt, dass die Regeln, die wir den Eltern in der vergangenen Wochen schon geschickt haben, gelernt wurden.“ 

Äußerst "brave" Kinder

Ob Händewaschen, Toilettengänge, verbotenes Verleihen von Radiergummis, Stift & Co.: Die Viertklässler seien äußerst diszipliniert gewesen, freute sich Eich, bedauerte aber auch eine fehlende Unbefangenheit. „Die Kinder waren sehr zurückhaltend, sehr ruhig und ,brav‘.“ Auch dies sei ein Zeichen für die Verunsicherung, die angesichts der neuen Schulsituation bei vielen Mädchen und Jungen vorherrsche. 

Aufgeregt, freudige Erwartung, so beschrieb Stefanie Fischer, Leiterin der Verbundschule Bismarck und Servatius, am Donnerstag nach Schluss des „ersten“ Schultags die eigenen Gefühle und die ihrer Kollegen. Doch es habe alles gut geklappt, die Kinder hätten sich toll verhalten. 

Der Schulanfang der beiden vierten Klassen in Kierspe und Rönsahl, jeweils halbiert, war um fünf Minuten versetzt. Die A-Klässler wurde von Seite der Turnhalle in die beiden Räume gelassen, die aus der b über den Pausenhof. 

Vergleichbar lief es in Rönsahl. Am Eingang halfen die Lehrerinnen bei der ersten Desinfektion und in den Klassenräumen waren Tische quergestellt und nicht zu besetzende Plätze mit Klebeband markiert – außerdem stand an diesen kein Stuhl. So wurde der Abstand gewahrt. Damit dies auch auf dem unteren und oberen Pausenhof der Bismarckschule gelingt, kamen die Grundschüler zeitversetzt in die Pause und hielten auch dort den Abstand ein. 

Auf die Toilette konnte jeweils nur ein Kind – eine Aufsichtsperson saß vor dem Eingang und achtete darauf. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, aber eine Empfehlung und die gespendeten Masken gleich dazu. Nur auf dem Heimweg sei der Abstand auf dem Bürgersteig nicht mehr ganz so eingehalten worden, bemerkte Fischer mit einem Lächeln.

Vorbereitung auf den nächsten Schritt der Schulöffnung

Nun bereiten sich die Grundschulen auf den nächsten Schritt vor: den „rollierenden“ Unterricht ab kommendem Montag. Am Kohlberg werden dann zunächst die Erstklässler beschult, Zweit- und Drittklässler folgen und am Donnerstag und Freitag sind die Viertklässler an der Reihe. „Mit den zwei Tagen für die vierten Klassen wollen wir dem Umstand Rechnung tragen, dass sie durch die noch kommenden Feier- und Brückentage sonst zu wenig Unterricht hätten“, erklärte Eich. 

In der Bismarck- und der Servatiusschule kommen montags die Erstklässler, am Dienstag die zweiten Jahrgänge, am Mittwoch die dritten Klassen, donnerstags die Viertklässler und der Freitag wird im Wechsel von den Jahrgängen genutzt. So kämen die Zweitklässler auf sieben, die anderen auf acht Schultage bis zu den Ferien, erklärt Stefanie Fischer.

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