Nach NRW-Beschluss

Grundschulen: Große Fragezeichen zum 15. Juni

Corona-Lockerungen in Mecklenburg-Vorpommern
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Symbolbild

Meinerzhagen - Am 15. Juni soll der Alltag wieder zurückkehren in die Grundschulen Nordrhein-Westfalens. Das gab Landesschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gestern bekannt – und sorgte bei Lehrerverbänden und -Gewerkschaften für gemischte Reaktionen. Die wenigsten davon sind positiv – und dieses Stimmungsbild spiegelt sich auch in den Meinerzhagener Schulen wider.

Christiane Wagner, Leiterin der Grundschule Auf der Wahr, zeigte sich angesichts früherer Aussagen der Ministerin nicht wirklich überrascht über den Schritt zur vollständigen Schulöffnung. „Aber man fragt sich, ob das nicht fahrlässig ist, nachdem wir so viele Vorkehrungen treffen mussten, um die Vorschriften einzuhalten.“ 

Tische mussten aus den Klassenräumen entfernt werden, Regale ebenso. Das alles mit dem Ziel, die vorgegebenen Abstände einhalten zu können. Zudem wurden die Räume nach den Unterrichtseinheiten gereinigt, „was zwar nach dem jetzigen Erlasse nicht mehr notwendig ist, aber skeptisch bin ich da trotzdem“, sagt Wagner. 

Hygienemaßnahmen haben Bestand

Ebenso wie ihre Kollegin Auf der Wahr will auch Sibylle Eich, Schulleiterin am Kohlberg, die zuletzt geltenden Hygienemaßnahmen an ihrer Schule weiterhin umsetzen. „Allerdings ist es natürlich etwas anderes, wenn die Hälfte der Klasse vor dem Unterricht die Hände waschen muss, oder ob es gleich 27 Kinder sind. Das könnte eine Zeit dauern“, weiß Eich um die besonderen Herausforderungen, die nun bevorstehen. 

Auf den Mund-Nasen-Schutz soll an den Grundschulen in den Pausen sowie auf dem Weg in die Klassen weiterhin zurückgegriffen werden. „Jetzt alles umzuwerfen, um zwei Wochen vor dem Ferien Unterricht anbieten zu können, finde ich nicht gut“, sagt Sibylle Eich, die für die kommende Woche mit weiteren Entscheidungen und detaillierten Vorgaben rechnet. 

Was ist mit Musik- und Sportunterricht?

Eine davon, so betont Christiane Wagner, sei etwa die Regelung des Musik- und Sportunterrichts. „Beides brauchen die Kinder ganz dringend. Aber noch wissen wir nicht, ob und wie wir diesen Unterricht überhaupt anbieten können“, sagte die Schulleiterin am Freitag. Und auch personell wird sich die Schule eventuell strecken müssen. 

„Wir können wegen des Virus weiterhin nicht 100 Prozent des Kollegiums einsetzen und müssen eventuell zunächst mit einem Sonderstundenplan arbeiten“, sagt Wagner. Details dazu werde man in der kommenden Woche erarbeiten. 

An der Grundschule am Kohlberg wiederum sei der Anteil jener Kolleginnen, die zur Risikogruppe zählten, zwar gering, die Regelungen zum personellen Einsatz seien bis dato aber immer noch „schwammig“. Auch zu diesem Punkt erwarte sie noch mehr Infos.

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