Lockdown endet an den drei Meinerzhagener Grundschulen

Regelbetrieb an den Meinerzhagener Grundschulen ist keine Rückkehr zur Normalität

+
Am Kohlberg kehrten die Schüler zum Regelbetrieb zurück. Dabei wurde großer Wert auf die Beachtung der Hygieneregeln gelegt.

Meinerzhagen/Valbert – In knapp zwei Wochen beginnen die Sommerferien. Die wenigen noch verbleibenden Tage bis dahin haben es an den Grundschulen allerdings in sich: Am Montag war an der Ebbeschule in Valbert, Auf der Wahr und am Kohlberg wieder Regelbetrieb angesagt. So wie vor Corona.

Sibylle Eich ist Schulleiterin am Kohlberg. Sie hatte am Montag „volles Haus“. Etwa 300 Schüler tummelten sich in Klassen, Treppenhäusern und auf dem Pausenhof. „Bis dahin waren maximal 80 Kinder im Gebäude, weil wir vor der Rückkehr zum Regelbetrieb immer nur eine Jahrgangsstufe im Haus hatten“, erläutert die Rektorin. 

Der Schulalltag begann für alle Grundschüler vor dem Betreten des Schulgeländes mit dem Anlegen des Mund-/Nasenschutzes. Wie es dann weiter ging – und in den kommenden Tagen weiter gehen wird – beschreibt Sibylle Eich: „In den Klassen waschen sich die Kinder zuerst die Hände. Dann gehen sie zu ihren Plätzen und erst dort dürfen sie den Mund-/Nasenschutz abnehmen. Das ganze Prozedere wiederholt sich nach den Pausen oder nach einem Toilettengang. Auf den Fluren stehen außerdem Spender mit Desinfektionsmittel.“ 

Am Montag hat alles gut geklappt

Weil die Kinder schon vor der Aufnahme des Regelbetriebes unterrichtet wurden, sind sie an den neuen Schulalltag bereits gewöhnt. „Auch am Montag hat alles sehr gut geklappt. Kinder und Eltern waren sehr diszipliniert“, lobt die Schulleiterin vom Kohlberg. Sie hatte die Erziehungsberechtigten ihrer Schüler bereits im Vorfeld angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die erwachsenen Begleiter der Kinder weder Schulhof noch Gebäude betreten sollen. „Alle haben sich daran gehalten“, freut sich Sibylle Eich. Und noch einen positiven Aspekt erwähnt sie in diesem Zusammenhang: „Fast alle Kinder hatten eine Maske dabei. Wir mussten am Montag nur in einem Fall aushelfen und einem Kind eine Maske geben. Davon haben wir genügend, die Stadt hat uns gut mit allem Nötigen ausgerüstet.“ 

Bis der Regelbetrieb startete, war auch eine ganze Menge Organisationsarbeit zu erledigen. Beispielsweise wurden Maßnahmen ergriffen, damit sich die Kinder möglichst aus dem Weg gehen. „Die großen Schüler betreten ihre Klassen über die Terrassentüren, in den Räumen werden sie von den Lehrern bereits erwartet. Die Kleineren nutzen zwei verschiedene Treppenhäuser. Und wir haben die Etappenpausen eingeführt. Jeder Jahrgang wird einzeln in die Pause entlassen. Der Schulhof wurde dazu in drei verschiedene Zonen eingeteilt, damit sich die Gruppen nicht mischen. „Die Zeiten, in denen die Schulglocke ertönte, sind damit vorbei, die wurde abgeschaltet“, berichtet Sibylle Eich.

Corona drückt auf die Stimmung 

Für alles ist also gesorgt. Material zum Schutz von Schülern und Lehrern ist vorhanden. Das Hygienekonzept steht. Und doch ist fast nichts mehr so wie früher. „Corona drückt ganz klar auf die Stimmung. Es wird viel weniger gelacht. Allerdings gibt es auch keine Raufereien mehr“, hat Sibylle Eich beobachtet. 

An der Ebbeschule in Valbert freute sich die kommissarische Schulleiterin Stefanie Nesselrath am Montag, mehr als 160 Schülerinnen und Schüler begrüßen zu dürfen. Sie und ihre Kolleginnen hatten ein ähnliches Hygienekonzept vorbereitet wie am Kohlberg – und alles lief reibungslos.

„Dass das Abstandsgebot in den Klassen durch den Regelbetrieb nicht mehr galt, war allerdings gewöhnungsbedürftig. Ich habe spontan einen Schreck bekommen, als ich eine Klasse betreten habe und die Kinder so dicht nebeneinander saßen“, beschreibt sie ihre Eindrücke vom ersten Tag mit „vollem Haus“. „Ihren“ Kindern zollt die Schulleiterin dabei ein dickes Lob: „Die haben das alles bereits verinnerlicht. Sie tragen Masken, haben in den vergangenen Wochen stets Abstand gehalten und waschen sich die Hände wie selbstverständlich. Das alles klappt viel besser, als anfangs erwartet.“ 

Kontrolle an der Bushaltestelle

Sorgen bereitet Stefanie Nesselrath allerdings die Tatsache, dass die Ebbeschule von vielen Fahrschülern besucht wird. Nach Unterrichtsende bedeutet das: An der Haltestelle versammeln sich Kinder aller Jahrgangsstufen, die in der Schule noch voneinander getrennt waren. „Deshalb werden wir Lehrer zunächst mitgehen und uns einen Eindruck verschaffen, wie es läuft“, erläutert Stefanie Nesselrath und fügt hinzu: „Eigentlich wissen unsere Kinder aber, dass sie auf dem Weg nach Hause und im Bus die Masken aufbehalten müssen und dass sie sich nicht um den Hals fallen sollen.“ 

Dass in der augenblicklichen Situation wirklich nichts Unvorhergesehenes passieren darf, ist der Valberter Schulleiterin aber klar: „Fällt etwa ein Kollege aus, muss ich die Kinder nach Hause schicken. Denn ich darf sie nicht auf andere Klassen aufteilen.“ Der Betrieb in der jetzigen Form sei auch nur deshalb aufrecht zu erhalten, weil sich das Kollegium sehr engagiere und beispielsweise die Teilzeitkräfte Mehrarbeit leisten würden, erläutert Stefanie Nesselrath.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare