Corona-Krise

Auch Brennerei aus MK stellt Alkohol zur Verfügung

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Krugmann-Geschäftsführer Patrick Fayner im Werksverkauf an der Krim: Die Corona-Krise trifft auch das älteste Meinerzhagener Unternehmen massiv. Kurzarbeit steht auch dort auf der Agenda.

Meinerzhagen - Eigentlich ist der Rohstoff, mit dem der Meinerzhagener Spirituosenhersteller Krugmann sein Geld verdient, in Zeiten von Corona ein wertvolles Gut. Für die Herstellung von Desinfektionsmitteln ist Alkohol gefragt – in Schnäpsen und Likören verliert er derzeit allerdings massiv an Wert. Auch das älteste Unternehmen der Volmestadt bekommt die Corona-Krise massiv zu spüren.

„Nicht der Einzelhandel ist das Problem – die Geschäfte sind ja voll und der Verbraucher kann dort weiterhin unsere Spirituosen kaufen“, sagt Patrick Fayner, geschäftsführender Gesellschafter von Krugmann. Komplett eingebrochen seien jedoch die Geschäfte mit Gastronomiebetrieben und dem Großhandel. 

„Veranstaltungen wurden abgesagt, die Gaststätten haben geschlossen und benötigen daher keinen Nachschub von uns. Das ist natürlich eine große Herausforderung“, sagt Fayner, der daher ebenfalls – wie so viele andere Unternehmen in diesen Tagen – in absehbarer Zeit auf Kurzarbeit setzen wird.

Kurzarbeit ist ein Thema

„Das ist ein Thema, mit dem wir uns derzeit akut beschäftigen müssen, um Kündigungen von Mitarbeitern weitestgehend vermeiden zu können“, sagt der Geschäftsführer. Wie viele Mitarbeiter an der Krim von dieser Maßnahme betroffen sein werden, werde derzeit geprüft. Dass Krugmann in Corona-Zeiten dabei eine besondere Rolle zukommt, ist ihm bewusst. 

Zahlreiche Spirituosenhersteller wie Jägermeister oder Eversbusch in Hagen haben reinen Alkohol für medizinische Zwecke werbewirksam zur Verfügung gestellt. Damit können etwa auch Apotheken – mit entsprechender Genehmigung – Desinfektionsmittel selber herstellen.

"Tausende Liter Alkohol zur Verfügung gestellt"

 „Auch wir haben einige Tausend Liter aus unserer eisernen Reserve dafür zur Verfügung gestellt“, sagt Patrick Fayner. Eine ähnlich große Menge wie die von Jägermeister bereitgestellte ist in Meinerzhagen aber utopisch: Der Branchenriese hat dem Braunschweiger Klinikum 50 000 Liter des Rohstoffs zur Verfügung gestellt. 

„Die Gesundheit steht im Vordergrund und wir leisten unseren Beitrag dazu. Aber wir müssen bei alldem auch daran denken, dass wir die Krise überstehen und für die Zeit danach gewappnet sind“, sagt Patrick Fayner. Niemand könne absehen, ob und wie viel Alkohol nach der Corona-Zeit für Spirituosen zur Verfügung stehen wird. 

„Wenn die Nachfrage steigt und die Produktion hochgefahren werden kann, müssen wir unsere Verbraucher wieder mit Krugmann-Spirituosen bedienen können.“

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