Vor allem Grundschulen vor organisatorischen Herausforderungen

Schulstart nach Lockdown: Das müssen Eltern jetzt beachten

Die 4c im Unterricht an der Grundschule Am Kohlberg Schulzentrum Rothenstein in Meinerzhagen.
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So sah der Unterricht an der Grundschule Am Kohlberg nach dem ersten Corona Lockdown im Frühjahr 2020 aus. Diesmal müssen Schüler und Lehrer Masken tragen.

Nach wochenlangem Distanzunterricht beginnt für zahlreiche Schülerinnen und Schüler am Montag wieder der Präsenzunterricht. Volle Klassen wird es zwar nicht geben, doch das sorgte im Vorfeld für manche organisatorische Hürde, wie vor allem die Grundschulleiterinnen berichten.

Meinerzhagen - „Endlich wieder Schule!“ Noch vor einem Jahr wäre dieser Ausspruch einigen Schülern wohl nur sehr schwer über die Lippen gekommen. Doch viele von ihnen dürften jetzt umso erleichterter darüber sein, ihre Klassenkameraden endlich wieder „live“ zu sehen und nicht nur per Video. Am Montag geht´s für zahlreiche Mädchen und Jungen zurück auf die Schulbank. Dabei war im Vorfeld vor allem an den Grundschulen eine organisatorische Meisterleistung gefragt.

Grundschulen

„Es war schon gut, dass wir diesmal mehr Vorlauf hatten als nach den letzten Lockdowns“, sagt Sibylle Eich, Leiterin der Grundschule Am Kohlberg. Denn vom normalen Präsenzunterricht ist man noch weit entfernt. Gestartet wird im sogenannten Wechselunterricht, bei dem die Klassen maximal zur Hälfte gefüllt sind, um mehr Abstand halten zu können und so das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Da sich alle drei Meinerzhagener Grundschulen auf ein Modell verständigt haben, heißt das für die heimischen Einrichtungen konkret:

- Eine Schülergruppe kommt montags, mittwochs und freitags in die Schule, - die andere dienstags und donnerstags. - Um allen Schülern die gleiche Zahl an Unterrichtstagen anbieten zu können, tauschen die Gruppen alle zwei Wochen, das heißt: die Gruppe, die zunächst montags, mittwochs und freitags in der Schule war, ist dann dienstags und donnerstags an der Reihe und umgekehrt.

Dabei aber nicht nur die Interessen der Eltern und Kinder, sondern auch die pädagogischen Erfordernisse zu berücksichtigen, war alles andere als einfach, wie Stefanie Nesselrath, Schulleiterin der Ebbeschule in Valbert, berichtet. „Schließlich sollten Geschwisterkinder nicht an unterschiedlichen Tagen in die Schule kommen müssen, damit die Eltern das besser organisieren können. Auch die Notbetreuung, die wir den Kindern ja weiterhin für die Tage ohne Unterricht anbieten, musste berücksichtigt werden“, erklärt Nesselrath. Und gerade die Betreuung abseits des Unterrichts ist personell weitaus schwieriger zu realisieren als mit purem Distanzunterricht. „Da sind wir froh, dass die Mitarbeiter des Offenen Ganztags uns helfen“, betont die Schulleiterin. Zumal nun sozusagen von „null auf hundert“ gefahren wird. „Wenn wir nächste Woche 135 Schüler im Präsenzunterricht haben, sind weitere 60 in der Notbetreuung. Das muss erst mal organisiert werden“, sagt Christiane Wagner, Leiterin der Grundschule Auf der Wahr.

Das Thema Hygiene und Infektionsschutz steht dabei natürlich weiter ganz oben auf der Prioritätenliste. „Weiterhin werden die Hände gewaschen, Abstände eingehalten. Wir können und wollen da weitermachen, wo wir vor dem Lockdown aufgehört haben“, sagt Sibylle Eich von der Grundschule Am Kohlberg. Und so wird auch ihre Kollegin Christiane Wagner das bewährte Konzept fortsetzen. „Wir haben sogar den Vorteil, die Kinder über vier verschiedene Eingänge in die Schule kommen zu lassen. Das machen wir weiter so.“

Neuerungen gibt es bei der Maskenpflicht. Während die Lehrer ohnehin zum größten Teil FFP2-Masken verwenden wollen, müssen auch die Schüler nun medizinische (OP- oder FFP2-Masken) tragen. Schon vor Bekanntwerden dieser neuen Regelung hat etwa Christiane Wagner die Eltern aber bereits darauf hingewiesen, dass die Schule das Tragen medizinischer Masken begrüßen würde. Aus der Freiwilligkeit ist jetzt eine Pflicht geworden.

Weiterführende Schulen

Christiane Dickhut, Leiterin der Sekundarschule Meinerzhagen, freut sich auf die Rückkehrer der Zehntklässler, die in relativ kleine Gruppen – angelehnt an die Wahlpflicht-Kurse – eingeteilt wurden. „Wir nutzen für den Unterricht der Zehner den gesamten oberen Flur“, sagt Dickhut. Besonders große Lerngruppen sollen einen weiteren, benachbarten Raum erhalten. Der Stundenplan wird – bis auf wenige Ausnahmen – ansonsten aber in vollem Umfang umgesetzt. „Nur die Schulküche nutzen wir nicht und Spanisch wird weiter aus der Distanz unterrichtet, weil das nicht anders zu organisieren war.“

Am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen (EGM) dürfen ab Montag die Schüler der Q1 und Q2 vor Ort unterrichtet werden. Während die Q1er vormittags in der Schule sind, lernt die Q2 in dieser Zeit digital. Am Nachmittag tauschen beide Gruppen. „Damit können wir gewährleisten, dass die Q2 nachmittags von 13 bis 15 Uhr die ersten bis dritten Abifächer als Präsenzunterricht erhält“, erklärt EGM-Schulleiter Sven Dombrowski. Der Unterricht soll dabei in möglichst großen Räumen erfolgen. „Besonders große Gruppen nutzen die Aula“, erklärt Dombrowski.

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