Herbstkirmes trotz Corona

Schausteller trotzen mit Pop-up-Kirmes dem Virus

Die Herbstkirmes (hier ein Archivbild) hat Tradition - und soll auch in diesem Jahr stattfinden. Allerdings unter besonderen Bedingungen.
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Die Herbstkirmes (hier ein Archivbild) hat Tradition - und soll auch in diesem Jahr stattfinden. Allerdings unter besonderen Bedingungen.

Kirmesspaß trotz Corona? Das geht - auch in Meinerzhagen. Vom 2. bis 5. Oktober soll es so weit sein.

Meinerzhagen - Zum Herbst in Meinerzhagen gehört normalerweise auch die Herbstkirmes. Das ist Tradition in der Volmestadt. Seit Monaten muss jedoch auf so vieles Gewohnte verzichtet werden, es gibt die „neue“ Normalität. Dazu sollen in diesem Herbst auch der „Familien- und Freizeitspaß“ zählen. Im Pop-up-Park hinter der Stadthalle wird es auch in der Corona-Zeit einen Autoscooter und Musikexpress geben.

„Wir wollen zeigen, ‘Hallo, wir sind noch da’ und ‘Wir können das’“, sagt Schausteller Heiner Aufermann, der mit seiner Familie seit Jahren auch an die Volme kommt. Ein „ganz, ganz schweres Brot“ sei die Pandemie für die Schausteller, sagt Aufermann. „Die letzten Einnahmen waren Weihnachten, jetzt haben wir eigentlich so etwas wie ein Berufsverbot, doch die Kosten laufen weiter.“

Etwas zu tun, ist besser, als zu Hause zu sitzen.

Heiner Aufermann, Schausteller

Mit einer Mini-Kirmes reiste Aufermann bereits im Sommer nach Meinerzhagen: „Etwas zu tun, ist besser, als zu Hause zu sitzen, da wird man ja wahnsinnig.“ Inzwischen hat Aufermann sich mit weiteren Betreibern zusammen geschlossen und ein Konzept für einen Pop-up-Park entwickelt, der Besuchern auch in der Krisenzeit Abwechslung und etwas Kirmesspaß bieten soll. Sechs, sieben Veranstaltungen habe man mittlerweile durchgeführt, unter anderem in Gevelsberg, Witten und Hattingen.

Natürlich, sagt Aufermann, wolle man etwas Geld verdienen, „doch die Gesundheit steht bei allem im Vordergrund. Wir sind absolut darauf bedacht, die Besucher zu schützen.“ Mit der üblichen Kirmes sei der Park, der in Meinerzhagen auf dem Parkplatz hinter der Stadthalle aufgebaut werden soll, nicht zu vergleichen.

1 Euro Hygienepauschale und Maskenpflicht

Am Eingang müssen Besucher eine 1-Euro-Hygienepauschale zahlen. Die Preise für Fahrgeschäfte, Speisen und Getränke seien im Gegenzug rabattiert, heißt es. Um mögliche Infektionsketten verfolgen zu können, werden Name und Telefonnummer eines jeden Besuchers aufgenommen, am Ausgang wird später die Verweildauer notiert.

Auf dem Gelände herrscht Maskenpflicht. „Die Besucher, die etwas zu essen kaufen und verzehren möchten, können sich in einem etwas abgetrennten Bereich aufhalten. Tische und Bänke werden mit Abstand aufgestellt“, so Auferman, der außerdem ankündigt, dass auf dem Platz Hygienestationen aufgebaut werden sollen, wo sich Besucher auch die Hände waschen können.

Zahlreiche Handwaschbecken

Diese Handwachbecken sollen in ausreichender Zahl vorhanden sein. In der Nähe der Fahrgeschäfte werde es darüber hinaus Desinfektionsständer geben. „Hier sollte sich jeder Fahrgast vor und nach jeder Fahrt die Hände desinfizieren.“ In regelmäßigen Abständen würden auch die Fahrgeschäfte gereinigt. „Unser Kinderkarussell werden wir nach jeder vierten, fünften Fahrt desinfizieren, da die Kleineren ja doch eher die Hände in Mund und Gesicht haben“, betont der Wittener Schausteller.

Man wolle zeigen, dass Vergnügungsveranstaltung auch unter Corona-Bedingungen durchführbar sei. „Das letzte Wort haben natürlich immer die Gesundheitsbehörden.“

Zahl der Gäste ist begrenzt

In Meinerzhagen werden Besucher des Pop-up-Parks neben Autoscooter und Musikexpress auch einen fliegenden Teppich und einige weitere Fahrgeschäfte vorfinden. Die Veranstaltung findet von Freitag, 2. Oktober, bis Montag, 5. Oktober, statt, jeweils von 14 bis 21 Uhr. Die Anzahl der Gäste, die sich zeitgleich auf dem Gelände aufhalten dürfen, ist auf 290 Personen begrenzt. Es gibt eine festgelegte „Wegeregelung“. Zu dem Maßnahmenpaket, das für Sicherheit sorgen soll, zählt auch, dass auf dem Platz Kontrolleure der Schaustellerverantwortlichen unterwegs sein werden, die darauf achten, dass beispielsweise in den Warteschlangen vor den Fahrgeschäften die Abstände eingehalten werden.

Unterschied zu Winterlounge und Adventsmarkt

Bei den Familientagen, die in Kooperation mit dem Stadtmarketing Meinerzhagen durchgeführt werden, sollen sich die Meinerzhagener vergnügen können. Weitere Veranstaltungen dieser Art wird es an der Stadthalle in diesem Jahr allerdings wohl nicht geben (MZ berichtete). Pop-up-Park ja, Winterlounge und Adventsmarkt nein. „Das sind zwei Veranstaltungen verschiedener Art“, erklärt Katharina Suerbier, Geschäftsführerin des Stadtmarketings. Im Kirmespark würden Besucher nicht so lange verweilen, „auf einen Weihnachtsmarkt geht man aber, um gemütlich zu bummeln, Bekannte zu treffen oder einen Glühwein zu trinken. Das ist doch ein ganz anderer Charakter.“

Dies habe eben dazu geführt, dass man sich der Entscheidung der übrigen Oben an der Volme-Kommunen angeschlossen habe und weder Adventsmarkt noch Winter-Lounge auf dem Otto-Fuchs-Platz durchführen werde. Der Aufbau einer Eisbahn sei zudem aus hygienischen Gründen nicht möglich, beim Adventsmarkt müsse auch Rücksicht auf die Vereine genommen werden. „Die sind schließlich mit im Boot.“ Berücksichtigt werden müsse zudem, dass die Infektionszahlen ansteigen. Man dürfe die Gefahr einer zweiten Welle nicht außer Acht lassen, gibt Katharina Suerbier zu bedenken.

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