Trotz Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

Nach Reihentest in Firma: 20 weitere Mitarbeiter Corona-positiv

Die Firma Voswinkel, ein Unternehmen der Stauff-Gruppe
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Viele Maßnahmen und doch 20 weitere Corona-Fälle: Die Firma Voswinkel wehrt sich mit vielen Maßnahmen gegen das Virus, muss aber immer wieder Rückschläge verkraften.

Zwischenzeitliche Infektionszahlen im mittleren zweistelligen Bereich, immer wieder Mitarbeiter, die in Quarantäne geschickt werden mussten: Die Firma Voswinkel in Neugrünenthal, Tochterunternehmen der Werdohler Stauff-Gruppe, hat schwierige Wochen hinter sich. Und die Ergebnisse der selbst initiierten Reihentestung im Betrieb förderten eine böse Überraschung zutage.

Meinerzhagen - Bei 20 der 158 am vergangenen Freitag getesteten Mitarbeiter – die Verwaltung war aufgrund einer Homeoffice-Regelung nicht betroffen – meldete das beauftragte Labor Wahl aus Lüdenscheid einen positiven Befund. Was umso erstaunlicher ist, da die von der Firma getroffenen Hygienemaßnahmen auch vom Gesundheitsamt des Märkischen Kreises ausdrücklich gelobt wurden.

„Trotz guter Präventionsmaßnahmen seitens des Unternehmens erstreckt sich die Fallverteilung diffus über die einzelnen Produktionsbereiche“, hieß es vom Märkischen Kreis am Dienstag auf Anfrage der MZ. In zwei Produktionsbereichen, die zunächst nicht weiter betrachtet wurden, sollen am Freitag weitere Tests durchgeführt werden.

Ursachenforschung schwierig

Wie es dennoch zu den anhaltend hohen Zahlen im Betrieb kommen konnte, stellt auch die Stauff-Geschäftsführung um Dr. Matthias Papenfuß vor ein Rätsel. Ob frühe Taskforce seit März 2020, Sensibilisierung der Mitarbeiter, strenge Beachtung von Hygienestandards bei Schichtübergaben, die Maskenpflicht oder auch der Einsatz von Aerosol-Messgeräten – die Reihe der Maßnahmen, die schon vor der auffälligen Häufung der Coronafälle getroffen wurden, ist lang. „Um Klarheit über die tatsächliche Infektionslage zu erhalten und eine Null-Linie zu erreichen, haben wir uns ganz bewusst für den Reihentest entschieden“, blickte Papenfuß am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion auf die Entwicklung der vergangenen Wochen zurück. Dabei sei man selbst aktiv geworden und auf das Gesundheitsamt zugegangen, das die Testung unterstützt habe.

12,5 Prozent der Getesteten Corona-positiv

Die nun immer noch hohe Zahl an Positiv-Fällen – immerhin sind 12,5 Prozent der Getesteten betroffen – veranlasste den Kreis jetzt zu einer sogenannten Sequenzierung. Sie soll Aufschluss darüber geben, ob eine infektiösere Mutationsform für die hohen Zahlen im Unternehmen mitverantwortlich war. In Hagen war am Montag bekannt geworden, dass die Virusvariante B.1.1.7 (britische Variante) in zahlreichen Proben festgestellt wurde.

„Wir gehen aufgrund der Vielzahl an Vorsichtsmaßnahmen in unserem Betrieb davon aus, dass die Infektionen von außen hereingetragen wurden“, sagte Matthias Papenfuß am Dienstag. Was den Kampf gegen das Coronavirus erschwert, wurde auch jetzt bei Voswinkel deutlich: Sämtliche positiv getesteten Mitarbeiter hätten keinerlei Symptome gezeigt. „Sonst wären sie natürlich gar nicht erst im Betrieb erschienen“, betont der Stauff-Geschäftsführer.

Schnelltest zu Schichtbeginn

Um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, erfolgten seit Sonntagabend zu Schichtbeginn für jeden Mitarbeiter Schnelltests. Falls dieses Testergebnis positiv ausfallen sollte, muss es durch einen PCR-Test bestätigt werden. Zudem schüren die nun aktuell vorliegenden PCR-Testergebnisse die Hoffnung, die angestrebte „Null-Linie“ erreicht zu haben, um ein gewisses Maß an Übersicht über das Infektionsgeschehen im Betrieb zu haben.

Dass das Unternehmen bei aller Vorsicht aber nicht auf der sicheren Seite sein kann, liegt auf der Hand – letztlich, so betont auch Dr. Matthias Papenfuß, sei man auf das Verhalten der Mitarbeiter im jeweiligen persönlichen Umfeld angewiesen, um weitere Ausfälle in der Produktion zu verhindern. „Wir haben an jeden Einzelnen appelliert, sich entsprechend zu verhalten.“

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