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Neuer Impfstoff ist da - verimpft werden darf er aber nicht

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Von: Göran Isleib

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Impfaktion auf der Reeperbahn
Die neuen Impfstoffvarianten stehen zur Verfügung, dürfen jedoch noch nicht verimpft werden. © Daniel Reinhardt/dpa (Symbolbild)

Eigentlich könnte alles so schön sein: Die neue Variante des Corona-Impfstoffs ist da, die Nachfrage stimmt, im Test- und Impfzentrum von medi-co in Meinerzhagen ist man bestens vorbereitet. Geimpft wird in der Stadthalle dennoch nicht.

Meinerzhagen - „Wir haben eine offizielle Stellungnahme des Märkischen Kreises dazu“, sagt Sabrina Subat, Geschäftsführerin der medi-co, die ein Test- und Impfzentrum in Meinerzhagen betreibt. In der Stellungnahme heißt es, dass dieser neue angepasste Impfstoff erst verimpft werden soll, wenn eine entsprechende Stiko-Empfehlung vorliege. Und die fehle eben noch.

Gemäß der EMA-Empfehlung hat die EU-Kommission zwei an die Omikron-Variante BA.1 angepasste Impfstoffe zugelassen, seit etwa Anfang September stehen diese beiden Impfstoffe zur Verfügung. Doch Vorsicht: Die neuen Impfstoffe sind nämlich nur für Auffrischungsimpfungen oder auch Boosterimpfungen gedacht und können nicht für eine Grundimmunisierung eingesetzt werden. Dafür stehen nach wie vor die bisher eingesetzten Impfstoffe bereit. Die beiden neuen Impfstoffe von den Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna können bei Personen ab zwölf Jahren eingesetzt werden, die mindestens die Grundimmunisierung gegen Covid-19 erhalten haben.

„Wir könnten sofort loslegen“, versteht Sabrina Subat die jetzige Hängepartie nicht. Vor allem gibt sie zu bedenken, dass die neuen Auffrischungsimpfstoffe nur begrenzt haltbar seien. Insgesamt hat Sabrina Subat eine gewisse Müdigkeit bei den Leuten festgestellt. „Wir sehen derzeit keine Möglichkeit, vulnerable Gruppen zu schützen. Die Impfbereitschaft ist sehr zurückgegangen.“ In Geschäften und bei Veranstaltungen würde, weil es ja rechtlich möglich sei, auf einen Mund-Naseschutz verzichtet. „Ich trage nach wie vor beim Einkaufen einen entsprechenden Schutz, selbst beim kurzen Bezahlen an beziehungsweise in der Tankstelle“, glaubt Sabrina Subat, dass ein effizienter Schutz nach wie vor sinnvoll ist – auch mit Blick auf Herbst und Winter. Auch bei den Testungen hat medi-co einen deutlichen Rückgang verzeichnet.

Jetzt wartet medi-co auf die entsprechende Stiko-Empfehlung und anschließend grünes Licht vom Märkischen Kreis. „Soweit ich weiß, wird in einigen Kreisen bereits mit den neuen Vakzinen geimpft, auch wenn noch keine Empfehlung der Stiko vorliegt“, sagt Sabrina Subat.

Die Ständige Impfkommission

Die Stiko entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland und berücksichtigt dabei nicht nur deren Nutzen für das Individuum, sondern auch für die gesamte Bevölkerung. Die Stiko orientiert sich dabei an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Während für die Zulassung einer Impfung deren Wirksamkeit (zumeist im Vergleich zu Placebo), deren Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität relevant sind, analysiert die Stiko darauf aufbauend neben dem individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnis auch die Epidemiologie auf Bevölkerungsebene und die Effekte einer flächendeckenden Impfstrategie für Deutschland. Außerdem entwickelt die Stiko Kriterien zur Abgrenzung einer üblichen Impfreaktion von einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung. Stiko-Empfehlungen gelten als medizinischer Standard. Die Stiko ist ein unabhängiges Expertengremium, dessen Tätigkeit von der Geschäftsstelle im Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts koordiniert und beispielsweise durch systematische Analysen der Fachliteratur unterstützt wird. Ziel: die Impfempfehlungen an neue Impfstoffentwicklungen und Erkenntnisse aus der Forschung optimal anzupassen. Quelle: rki

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