"Burg Wächter" schickt Corona-Schutzmasken nach China

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Harald Elbertshagen ist zuversichtlich, dass die Probleme ausgeräumt werden können.

Meinerzhagen - China Safe ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der heimischen Firma Burg Wächter. Und der Betrieb mit Sitz in Nanjing hat Probleme.

Denn: er wurde vorübergehend geschlossen. Der Grund dafür liegt in diesen Tagen auf der Hand: Die chinesischen Behörden versuchen, mit drastischen Maßnahmen wie dieser die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

Nicht nur die Meinerzhagener Apotheken haben zurzeit große Schwierigkeiten, hochwertige Atemschutzmasken zu beschaffen. Auch Großhändler müssen oft passen. Die Nachfrage ist einfach zu groß. Und genau hier lag das Problem von Harald Elbertshagen, Fertigungsleiter bei Burg Wächter in Wormgermühle. Die Situation, mit der sich sein auf Sicherheitstechnik spezialisiertes Unternehmen befassen muss, beschreibt Elbertshagen so: „Die chinesischen Behörden haben uns zur Auflage gemacht, geeignete Atemschutzmasken für unsere etwa 150 Mitarbeiter in Nanjing zu beschaffen. Wenn wir das nachweisen können, dürfen wir den Betrieb dort wieder aufnehmen.“ 

Von Deutschland aus machten sich die Verantwortlichen bei Burg Wächter also auf die Suche nach einem Produzenten von Masken – und sie wurden in Europa fündig. Doch schon taucht das nächste Problem auf: Wie lässt sich die Ausrüstung ins Reich der Mitte transportieren? Auch dafür hat man eine Lösung gefunden: „Unser Haus-Lieferant hat sich bereit erklärt, das zu übernehmen – mit allem drumherum wie auch der Zollabfertigung“, sagt Elbertshagen. 

Die Situation gestaltet sich nun so: Noch in dieser Woche sollen die Masken für die chinesischen Kollegen in Wormgermühle eintreffen, spätestens jedoch am Dienstag. Dann könnten sie umgehend auf die weite Reise nach China geschickt werden. Erst danach, so Elbertshagen, dürfe man die Produktion in Nanjing wieder aufnehmen. Die Millionenstadt liegt übrigens nur wenige Hundert Kilometer von Wuhan entfernt, wo das Virus zum ersten Mal festgestellt wurde. Bei Burg Wächter wird betont, dass man nach der Eröffnung des Werkes in China im Jahr 2005 stets darauf geachtet habe, dass in allen Bereichen deutsche Standards eingehalten werden, auch was die Umwelttechnik angehe. Vorbereitungen für den Ausbruch einer Virusinfektion konnten allerdings nicht getroffen werden. 

Jetzt gilt es für das heimische Unternehmen mit Stammsitz in Wetter-Volmarstein, die Produktionskette wieder lückenlos zu gestalten. „In Nanjing werden Tresore und Waffenschränke gebaut, die dann nach Deutschland geliefert werden. Wir haben Lagerbestände in Deutschland und in China, mit denen wir den Ausfall noch auffangen können. Und fertige Ware ist auch noch auf See zu uns unterwegs“, ist Harald Elbertshagen zuversichtlich, dass keine Engpässe entstehen. Und er fügt hinzu: „Für etwa vier Wochen haben wir damit einen Puffer.“ 

Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, wird bei Burg Wächter aber auch bereits an Plänen gearbeitet, mit denen die Lieferkette beschleunigt werden könnte. „Ein Transport per Schiff ist etwa acht Wochen unterwegs. Wir hätten unter Umständen aber auch die Möglichkeit, das mit der Transsibirischen Eisenbahn abzuwickeln. Dann würde sich die Lieferzeit auf etwa vier Wochen verkürzen“, schildert Elbertshagen. „Das alles ist nicht einfach, aber es lässt sich machen“, ist der Fertigungsleiter grundsätzlich zuversichtlich, die Schwierigkeiten zu bewältigen.

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