Coronavirus in Meinerzhagen

Tanzen mit Abstand - bei "Schmidt' Step" geht das

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Tanzlehrer Gernot Schmidt hat alles im Griff. Die Hygieneregeln sind in seiner Tanzschule an der Meinerzhagener Hauptstraße ebenso wichtig wie die richtige Schrittfolge beim Wiener Walzer.

Meinerzhagen – Gernot Schmidt ist ein positiver Mensch. Und diese Grundeinstellung ist ihm auch in Zeiten der Corona-Pandemie nicht abhandengekommen. Der 29-jährige Tanzlehrer betreibt eine Tanzschule in Meinerzhagen.

An der Hauptstraße, direkt über der Redaktion der Meinerzhagener Zeitung, vermittelt er Paaren die Kunst, sich im Rhythmus der Musik elegant über das Parkett zu bewegen. Dabei steht der Spaß – daran lässt Gernot Schmidt keinen Zweifel – immer im Vordergrund. Das Virus muss draußen bleiben, denn Covid-19 ist in den Tanzstunden kein Thema. 

Umfangreiche Hygienemaßnahmen werden auch in der Tanzschule „Schmidt’ Step“ umgesetzt. Aber tanzen mit Abstand? Wie geht das? „Ganz einfach. Die Paare kommen sich beim Tanzen natürlich nach wie vor nahe. Unterrichtet werden allerdings ausschließlich Männer und Frauen, die in Lebensgemeinschaften zusammen sind. Die dürfen sich natürlich nahe sein. Zu den anderen Paaren wird auf der Tanzfläche dann Abstand gehalten. Das kontrolliere ich und es geht sehr gut“, erläutert Gernot Schmidt.

Seit 2015 betreibt der Tanzlehrer die Schule in Meinerzhagen. Eine Situation wie diese hat er noch nicht erlebt. Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen werden ergriffen, bevor sich die ersten Paare auf die Tanzfläche begeben dürfen. 

Gernot Schmidt erläutert: „Am Eingang waschen sich alle Paare die Hände. Auch Desinfektionsmittel stehen zur Verfügung. Außerdem halte ich Handschuhe und Gesichtsmasken bereit. Die anzulegen, ist allerdings keine Pflicht. Die Toilettenanlage darf nur einzeln genutzt werden. Und ich habe einen separaten Ein- und Ausgang eingerichtet, damit sich die Paare nicht auf engem Raum begegnen.

In den Räumen der Tanzschule gibt es außerdem Aushänge, die das richtige Verhalten in Sachen Hygiene erläutern. Zum Umziehen darf die Kabine auch nur einzeln benutzt werden.“ 

Standard und Latein, Wiener Walzer und Rumba – Tanz ist nicht gleich Tanz. „Manche sind raumgreifend, andere werden eher stationär getanzt“, erklärt Gernot Schmidt. Auch diese Unterschiede haben Auswirkungen: „Bei Tänzen, die viel Raum erfordern – wie zum Beispiel der Slowfox –, teile ich die Gruppe auf. Dann darf nur die Hälfte der Paare auf die Tanzfläche. Das geht zurzeit nicht anders und dient der Sicherheit“, sagt Gernot Schmidt. 

In dieser Woche finden in der heimischen Tanzschule an der Hauptstraße ausschließlich Kurse für Erwachsene statt. Maximal acht Paare halten sich dann gleichzeitig in der Einrichtung mit einer Grundfläche von knapp 200 Quadratmetern auf. 

„Ich gebe zurzeit zehn Kurse pro Woche. In der kommenden Woche kommen dann die Tanzkurse für Kinder und Jugendliche hinzu“, freut sich Gernot Schmidt auf die Rückkehr zu einem Stückchen Normalität. 

Wer kommen möchte, sollte sich übrigens vorher anmelden, per Telefon oder WhatsApp. „Ich möchte dadurch vermeiden, dass zu viele Paare gleichzeitig kommen“, erläutert der Tanz-Profi diese Maßnahme. 

Viele seiner Kunden sind froh, dass sie wieder tanzen können. Allerdings hat Schmidt auch festgestellt, dass es vor dem Neustart viele Unsicherheiten gab. „Es war ein eher zögerlicher Wiederbeginn. Unser ältestes Tanzpaar ist 80 Jahre alt. Die beiden waren sehr vorsichtig und haben lange überlegt, ob sie wieder zu mir kommen. Jetzt haben sie sich entschieden, ihren Standard/Latein-Kursus in der kommenden Woche wieder zu besuchen. Ich habe ihnen bereits erklärt, welche umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen wir umsetzen“, freut sich Gernot Schmidt auf das Wiedersehen mit den beiden Senioren.

Tanzen ist „in“, spätestens seit der erfolgreichen RTL-Serie Let’s Dance verzeichnet die Branche einen Boom. Im TV wird weiter übertragen, live liefern sich die Paare Tanzduelle vor leeren Rängen. Ist das nicht gefährlich für Teilnehmer und Jury? Gernot Schmidt findet „nein“. „Da werden hohe Sicherheitsstandards eingehalten und ein umfangreiches Hygienekonzept wird umgesetzt“, glaubt Schmidt an ein kalkulierbares Risiko. 

Er hofft nun, dass die Pandemie rasch abklingt. Bis dahin – und daran führt kein Weg vorbei –, gehören Desinfektionsmittel und Abstandsregeln halt dazu, auch in der Tanzschule.

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